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43_2011_kuerbiskrankheiten
Der Ölkürbis galt in Österreich lange Zeit als weitgehend gesunde Kulturart, die gegen Ende der Vegetationsperiode nur vom Mehltau stärker befallen wurde. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert, denn bereits während des Sommers kann es nun zum Absterben der Blätter kommen und auch eine Fruchtfäule bereitet den Bauern zunehmend Probleme.

Auslöser der Fruchtfäule war in den meisten Fällen der Pilz Didymella bryoniae. Wegen der teilweisen Schwarzverfärbung der Früchte wird diese Fäulnis auch Schwarzfäule (black rot) genannt (1,2,3). Weitere wichtige Fäulniserreger sind die Bakterien Pectobacterium (=Erwinia) carotovortum subsp. carotovorum und P. c. subsp. atrosepticum, die besonders nach regenreichen Sommern  die Früchte faulen ließen (4).

Blattkrankheiten: Didymella bryoniae ist auch für umfangreiche Schäden an den Blättern verantwortlich. Auf den Blattspreiten kann der Pilz zur Bildung von Nekrosen führen. Bedeutender ist jedoch eine von Didymella verursachte Fäulnis des Blattstiels, die in manchen Jahren bereits Ende Juli zu einer Blattdürre und damit zum großflächigen Absterben der Blätter geführt hat (5).Bakterienkrankheiten sind wegen der meist großflächigen Vergilbung der Blätter und anschließender Nekrosenbildung eine sehr auffallende Erscheinung. Als Erreger konnten Pseudomonas viridiflava, P. syringae und Xanthomonas cucurbitae nachgewiesen werden (6). Das Zucchinigelbmosaikvirus (ZYMV) ist in den letzten drei Jahren in fast jedem Kürbisfeld zu beobachten, wo es kaum die Früchte schädigte, bei den Blättern aber zu starken Vergilbungen bis hin zu Nekrosen führte (7). Der Falsche Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) wurde beim Ölkürbis 2004 das erste Mal nachgewiesen. Er kann seither jedes Jahr beobachtet werden, spielt als Krankheitserreger bisher jedoch nur eine untergeordnete Rolle (8).

 

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