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Die Wurzeln der beiden Bundesdienststellen Raumberg und Gumpenstein reichen in die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, als es die wichtigste Aufgabe der österreichischen Landwirtschaft war, die Bevölkerung ausreichend mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen.
Das Josephinum in Wieselburg lag in der sowjetisch besetzten Zone Österreichs, wohin die Bewohner der übrigen Besatzungszonen ihre Söhne nicht zur Ausbildung schicken wollten.

Daher wurde im Schuljahr 1947/1948 im traditionsreichen Benediktinerstift Sankt Peter in Salzburg unter der Leitung von Dr. Ladislaus Hula ein zweijähriger Lehrgang für alpine Landwirtschaft für Landwirte und Berater eingerichtet, dessen Unterrichtsbetrieb am 15. April 1947 begann und dessen Absolventen am 18. Mai 1949 die erste Reifeprüfung ablegten. Am 21. Februar 1948 wurde der dreijährige Lehrgang im Dorf Grins bei Landeck festlich eröffnet, mit dessen Leitung DI Heinrich Putz von der Tiroler Landesregierung betraut war. Schon im Februar 1949 wurde die Schule in das leer stehende „Hotel Post“ in Seefeld in Tirol verlegt, nachdem sich die ins Auge gefasste Möglichkeit, in das Zisterzienserstift Stams zu ziehen, nicht verwirklichen ließ, und DI Alphons Kromer übernahm die Leitung. Schon mit 1. Jänner 1950 wurde DI Krommer als Direktor nach Wieselburg berufen und DI Edmund Lerner übernahm die Leitung der Schule Seefeld. Im Rahmen des „Marshall-Planes“ oder ERP, eines Programms der Vereinigten Staaten von Amerika zur Förderung von Demokratie und Marktwirtschaft in den vom Weltkrieg verwüsteten Ländern Europas, sollte auch die Landwirtschaftsschule Seefeld vergrößert und neu ausgestattet werden. Es wurde bald klar, dass das Hotelgebäude für einen umfangreichen Schulbetrieb nicht geeignet war. Nationalratsabgeordneter Johann Pötsch aus Raumberg und Ökonomierat Franz Thoma aus Gröbming, der 1952 bis 1959 Landwirtschaftsminister war, erreichten, dass Raumberg als neuer Standort der ERP-Schule ins Auge gefasst wurde. 1954 kaufte die Republik Österreich den erforderlichen Grund für den Schulbau, der 1955 nach Plänen der Steiermärkischen Landesregierung begonnen wurde. - Wahrscheinlich ist es nicht nur Zufall, dass DI Josef Riegler eben als Raumberger Absolvent den Gedanken des „Global Marshall Plan“ entwickelte, der eine bildungsbasierte, ökologisch, ökonomisch und sozial gut ausbalancierte Leitlinie menschlicher Entwicklung sein wird. Unsere Schule ist ja selbst ein Beispiel von Entwicklungszusammenarbeit mittels Bildung! Mit der Landgenossenschaft Stainach, der Höheren Schule in Raumberg und mit der aus Admont in das Schloss Gumpenstein verlegten landwirtschaftlichen Forschungsanstalt sollte im Steirischen Ennstal genau das entstehen, was man heute in der Regionalentwicklung als „Cluster“ bezeichnet. So wechselte die Schule noch ein weiteres und bislang letztes Mal ihren Standort. 180 Schüler und ihre Lehrkräfte unter Direktor DI Edmund Lerner bezogen im November 1956 das neue Schulhaus, welches in nur zwei Jahren Bauzeit errichtet worden war. Am 24. November 1956 feierte man zukunftsfroh die Eröffnung unseres Schulhauses.

Prof. Mag. Dr. Herwig Pieslinger