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projekt 1
"Alles für die Fische"
Projektgruppe 4A Waldauer

Unser Team bestand aus folgenden Personen:

Matthias TÄUBL (Häuptling),Matthias WIEGELE, Johannes KAPP, Julia Bianca TROGER, David LOSBICHLER,Patrick ECKMANN, Christoph MOSER und Peter GÖSSLER. Coach: StefanWALDAUER

Projekt-Bericht

Der erste Themenvorschlag bei einer der Projektbesprechungen lautete in etwa: „Züchtung einer angestammten Bachforellenart an der Biotopanlage der Schule". Diese Idee kam mir zugegeben sehr spontan, und ich kannte weder die dortigen Rahmenbedingungen genauer, noch hatte ich generell Erfahrung mit der Planung und Umsetzung von Projekten. Das wusste ich natürlich zu verschweigen und so fand sich obig genannte Gruppe um mich ein.

Was nun folgte, war eine sehr interessante Zeit. Während der Planungsphase überkam uns immer wieder das Gefühl, dass die eigentliche Umsetzung im Nu geschafft sein sollte. Als es dann aber so weit war und wir Dank einer ausreichend dicken Eisschicht daran gingen, den größeren der beiden Teiche auszubaggern, (Anm.: beide Teiche sind durch jahrelangen Schlammeintrag stark verflacht) zeigten sich erste Schwierigkeiten. Die Schlammschicht erwies sich als deutlich mächtiger denn angenommen und die Bagger drohten darin zu versinken. Trotzdem gelang es, etwa 1000 m³ Schlamm aus dem Teich zu entfernen.

In weiterer Folge ging es an den Bau des Nachzuchtbeckens. Hierfür schien uns während der Planung ein bestehender Kanal entlang des Traktorweges als geeignet. Erst später stellte sich heraus, dass sich dieser Kanal nicht mehr im Eigentum der Schule befindet und wir auf die andere Seite des Weges ausweichen mussten. Hier machte uns der bereits erwähnte Schlamm wieder ordentliche Schwierigkeiten. Es brauchte an die 30 m³ Schotter, um den Grund des etwa 50 m langen und 2,5 m breiten Beckens begehbar zu machen. Außerdem mussten die Böschungen entlang des Beckens gesichert werden. Zu diesem Zweck setzten wir an die 60 Piloten, welche wir mit Brettern vertäfelten. Da wir bekannter Weise immer nur knapp drei Stunden wöchentlich Zeit hatten uns der Umsetzung zu widmen, nahm alleine die Vorbereitung auf den Einsatz überproportional viel Zeit in Anspruch. Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle Herrn Otto SCHNEDL, welcher nicht weniger als drei freie Nachmittage aufwendete um mit der Ausrüstung der FF Raumberg unser Becken auszupumpen und uns die Arbeit zu ermöglichen. Das Salz in der Suppe war eine sehr interessante Wetterkonstellation, welche uns fast jeden Dienstag Regen bescherte.

Weitere „Kleinigkeiten", die rund um das Becken zu erledigen waren, zogen den Projektabschluss in die letzte Schulwoche. Es ist weiters zu erwähnen, dass unser ursprüngliches Ziel rund um die Züchtung einer angestammten Bachforellenart um zumindest ein Jahr aufgeschoben werden muss, weil wir in diesem Jahr noch kein geeignetes Zuchtmaterial bekommen.

Der diesjährige Besatz wird von der Fischzucht der Fam. Rieger in Trautenfels angekauft. Fam. Rieger war uns während der Planung und Umsetzung eine wichtige Hilfe. Vor allem Herr Karl Rieger stand uns ständig mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem erklärte sich das Team der Fam. Rieger bereit, unser Becken zumindest zeitweise mitzubetreuen, was für uns sehr wichtig ist.

Bei der Projektabschlussveranstaltung am Donnerstag, dem 26. Juni wollen wir in einem geeigneten Rahmen die Gelegenheit nutzen, unser Projekt zu präsentieren und uns vor allem bei all jenen zu bedanken, die uns während der letzten Monate unterstützt haben.


Stefan WALDAUER Juni 2008


 

Das Projekt"Alles für die Fische"des 4A - Jahrganges 2007/08 in seinen technischen Daten

Von September 2007 bis Juni 2008 nahm sich eine Projektgruppe aus dem 4A - Jahrgang bestehend aus Peter Gössler, Matthias Täubl, Johannes Kapp, Julia Bianca Troger, Matthias Wiegele, Patrick Eckmann, Christoph Moser und David Losbichler der Umsetzung des Projektes „Alles für die Fische" an.
Grundidee war die Vermehrung einer heimischen Form der Bachforelle, sowie deren Besatz in der Biotopanlage des LFZ Raumberg - Gumpenstein. Die Biotopanlage weist zurzeit einen geringen Fischbestand auf. In Zukunft soll dieser Bestand leicht angehoben werden. Auch eine geringfügige anglerische Nutzung der Anlage durch die Teilnehmer des Freigegenstandes „Jagen und Fischen" sollte damit möglich sein.

Um dieses Projekt umzusetzen war es vorerst notwendig, ein geeignetes Zuchtbecken zu errichten. Dies erwies sich vor allem aufgrund des schlammigen und somit nur sehr schlecht tragfähigen Bodens rund um das Biotop als nicht ganz unproblematisch. Erste Versuche mit Baggern die Gewässerstruktur, welche durch Wassertiefen von zumeist deutlich weniger als1 m gekennzeichnet sind, zu verbessern, scheiterten an einer mächtigen Schlammschicht, in welcher die Geräte zu versinken drohten. Somit blieb nichts anderes übrig, als auf starken Frost zu warten und es dann erneut zu versuchen. Schließlich konnten etwa 1.000 m³ Schlamm entfernt werden. Dies erfolgte entlang des bestehenden Schilfgürtels.

Weit mehr Zeit und Aufwand war für die Projektgruppe die Errichtung des angesprochenen Zuchtbeckens. Auch hier erschwerten die Unmengen an Schlamm die Arbeit. Es galt vor allem folgende Aspekte zu bedenken:

oEin schlammiger Untergrund im Zuchtbecken birgt den Nachteil, dass die Fische bei jeder Bewegung in Grundnähe Schlamm aufwirbeln. Vor allem für junge Fische ist dies aufgrund drohender Kiemenschwellungen problematisch.
oDie Böschungen des Beckens müssen gegen Abrutschen von schlammigem Material gesichert werden.
oDas Becken an sich muss einen für Forellen geeigneten Wasserdurchsatz aufweisen.
oVor allem junge Fische müssen vor Graureihern, Wasseramseln und Eisvögeln geschützt werden. Gleichzeitig muss der Charakter eines Biotops erhalten bleiben und schwerwiegende Eingriffe in die Naturlandschaft unterlassen werden.

Vorerst musste an der linken Wegseite - also entlang des Schilfgürtels, das Profil des Beckens ausgehoben werden. Die Abmessungen des Beckens waren mit etwas mehr als 50 m Länge bei 2 - 2,5 m Breite geplant. Die Wassertiefe sollte zwischen 20 und 60 cm betragen.
In weiterer Folge wurden am Beckenrand insgesamt etwa 60 Piloten aus Tannenholz gesetzt. Die Piloten hatten eine Stärke von knapp 20 cm. Sie wurden ca. 1,2 m versenkt und ragten etwa 60 cm aus dem Boden. Diese Piloten wurden nun mit Brettern verschlagen. Hier setzte man auf eine Mischung aus Fichten - und Lärchenholz. Das Lärchenholz kam vor allem in kritischen Bereich, nämlich wo die Wand je nach Wasserstand zeitweise unter Wasser lag, zum Einsatz.
Als sehr aufwendig gestaltete sich das Ausschottern des Beckengrundes. Um dem Untergrund die nötige Tragfähigkeit zu verleihen ging man so vor, dass man vorerst an die 20 m³ Schotter auf die Schlammschicht aufbrachte, dann eine Lage Vlies einlegte und diese wiederum mit etwa 10 m³ Schotter abdeckte. Somit war der Beckengrund begehbar und es wird von den Fischen kaum Schlamm aufgewirbelt.

Am oberen und unteren Ende des Beckens mussten in weiterer Folge so genannte Schusstafeln errichtet werden. Diese dienen einerseits dazu, die nötigen Fischgitter anzubringen und vor allem zu verhindern, dass die Beckenbegrenzungen unterspült werden.
An den Schusstafeln können außerdem Staubretter angebracht werden, wodurch sich der Wasserstand im Becken variieren lässt und vor allem eine bei Niedrigwasser drohende Wasserknappheit in den an die Biotopanlage angeschlossenen Zuchtbecken der Fam. Rieger verhindert werden kann.
Die Fischgitter sind nur mit Längsstäben versehen, und weisen einen Stababstand von etwa 1 cm auf.

Um die Jungfische vor Feinden wie dem Graureiher zu schützen, wurde das Becken mit einem etwa 50 cm hohen Holzzaun umspannt. Dieser hat den Effekt, dass gerade der Graureiher, welcher beträchtlichen Fraßdruck auf die Fische ausüben könnte, nicht in das Gewässer steigen kann. Nach bisherigen Erkenntnissen ist es Graureihern nicht möglich im Wasser direkt zu landen.

Zurzeit befinden sich in diesem sehr großen Zuchtbecken an die 200 Fische. Es handelt sich dabei um Fische der Fam. Rieger. Unser ursprüngliches Ziel - nämlich heimische Bachforellen zu züchten, muss um zumindest ein Jahr verschoben werden. Grund dafür ist die geringe Verfügbarkeit geeigneter Jungfische.

Die Projektgruppe blickt trotz - oder vielleicht gerade wegen so mancher Pannen während der Umsetzung mit einem gewissen Stolz auf das Ergebnis der Bemühungen während der letzten Monate zurück und hofft auf eine sinnvolle Nutzung der Anlage in Zukunft!

 

Stefan Waldauer - Juli 2008