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Raufutterqualität auf österreichischen Betrieben

 
Datum der Datei: 19.12.2013 10:14:25
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Dateigröße: 1.56504 mb
MD5-Hash: v.19620cd8c11fa203ad2f708dfd8792ee

 


Im Wirtschaftsjahr 2010 wurde in Österreich von den Landwirtschaftskammern (Fütterungsreferenten, Berater der Arbeitskreise Milchproduktion, Futtermittellabor Rosenau) in Zusammenarbeit mit mehr als 500 Heubauern, ARGE Heumilch Österreich, Maschinenring Tirol und dem LFZ Raumberg-Gumpenstein ein Heuprojekt durchgeführt. Zielsetzung war die bundesweite Erfassung und Bewertung der IST-Situation der Heuqualität mit Hilfe der chemischen und sensorischen Analyse der Raufutterproben sowie die Erhebung von Eckdaten des Managements bei der Futterkonservierung. Die besten Heu- und Grummetproben wurden darüber hinaus auf der Heugala 2011 in Köstendorf (Salzburger Flachgau) prämiert. Im Heuprojekt 2010 lag der durchschnittliche Probeneinsender auf einer Seehöhe von 898 m und hatte rund 70 % hängige bis steilhängige Flächen für die Heukonservierung zur Verfügung. Von insgesamt 814 untersuchten Heuproben stammen ~83 % aus Bio- bzw. UBAG-Betrieben mit Verzicht. UBAG-Betriebe ohne Verzicht verzeichneten im Vergleich zu anderer Wirtschaftsweise höhere Rohprotein- und Energiekonzentrationen im Raufutter. Dieser Qualitätsunterschied ist in der Ursache darauf zurückzuführen, dass in diesen Betrieben der Anteil an Heutrocknungsanlagen zwischen 79 % (ohne Siloverzicht) bis 98 % (Siloverzicht) lag und der Erntezeitpunkt bis zu 10 Tage früher als in anderen Wirtschaftssystemen angesetzt wurde. Der positive Effekt der künstlichen Heutrocknung konnte insbesondere für die Warmbelüftung herausgearbeitet werden, weil dieses Trocknungsverfahren in puncto Futterqualität günstigere Gehalte bei wertvollen Inhaltsstoffen, Energie und Mineralstoffen aufwies als bodengetrocknetes Futter. Der aromatische Geruch, die Farbe und das Gefüge der Heuproben konnten in der Praxis durch Kalt- bzw. Warmbelüftung ebenfalls verbessert werden. Das Erntegut wurde für Warmbelüftungsanlagen um durchschnittlich 7 Stunden früher auf den Heustock gefahren als jenes ohne Belüftungsanlage. Österreichs Warmbelüftungsanlagen wurden nur zu 9 % mit Heizöl betrieben, 57 % holten sich die Energie über die Solartechnik und 17 % nutzten die Luftentfeuchtung mit Wärmepumpen. In der Heuerntetechnik stellte sich das bewährte Ladewagensystem als qualitativ günstige Variante gegenüber der in den letzten Jahren aufkommenden Rundballentechnik heraus. Der Nachteil der Rundballen hängt mit der um ca. 4 Stunden längeren Feldphase und den höheren Blattverlusten beim Pressvorgang zusammen. Die erhöhten Abbröckelverluste bewirkten bei Rundballen signifikant schlechtere Rohprotein-, Energie- und Mineralstoffkonzentrationen im Raufutter. Ein riesiges Verbesserungspotential liegt bei der Heukonservierung in der technischen Futterbearbeitung auf dem Feld, weil die Abbröckelverluste vor allem bei kräuterreichen Futterbeständen viel zu hoch sind. Von den mikrobiologisch untersuchten Heuproben lagen 72 % unterhalb der VDLUFA-Orientierungswerte für verderbanzeigende Schimmelpilze. Bedenkliche hygienische Qualitäten traten vorwiegend beim 1. Aufwuchs auf, wenn die Feldphase über 36 Stunden dauerte und insbesondere bei der künstlichen Heutrocknung.  Aufgrund der großen Qualitätsunterschiede zwischen Heu und Grummet in einzelnen Trocknungsverfahren wurden Empfehlungswerte für Raufutter aus Bodentrocknung, Kaltbelüftung und Warmbelüftung in den Bereichen Inhaltsstoffe, OM-Verdaulichkeit und Energie, Mengen- und Spurenelemente sowie für sensorische Parameter (Geruch, Farbe, Gefüge und Verunreinigung) erarbeitet. Anhand der vorliegenden Ergebnisse können österreichische Landwirte und Berater die Entwicklung der Raufutterqualitäten wesentlich gezielter durchführen, damit die Qualität der Heumilch für die Zukunft sichergestellt werden kann.

 

Resch, R., 2011: Raufutterqualität auf österreichischen Betrieben. Abschlussbericht zur WT 3583 (Dafne 100683).

 

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