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Qualitätsbewertung von österreichischen Grassilagen und Silomais aus Praxisbetrieben

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Silagequalität ist für den österreichischen Grünland- und Viehbauern sehr wichtig. Unter Zusammenarbeit der Fütterungsreferenten und Fütterungsberater der Landwirtschaftskammern,  des Futtermittellabors Rosenau (LK-Niederösterreich) und dem LFZ Raumberg-Gumpenstein fanden umfangreiche Erhebungen der IST-Situation der Gärfutterqualität von Grassilagen in Österreich statt. Insgesamt wurden in vier Projektjahren mehr als 3.600 Grassilagen (1.199 Proben im Jahr 2009) aus den Bundesländern chemisch analysiert, von den meisten Silagen wurde auch eine detaillierte Datenerhebung mittels Fragebogen zum Silagemanagement durchgeführt. In Österreich liegt der Gehalt an Buttersäure in den Grassilagen mit 11,3 g/kg TM weit über dem anerkannten Orientierungswert (unter 3 g Buttersäure/kg TM für beste Gärqualität). Die Forschung nach den ursächlichen Buttersäure-Einflussfaktoren ist für die Milchwirtschaft von großer Bedeutung. Mit einem multifaktoriellen linearen Modell (GLM) konnten ~46 % (R² adjustiert) der Gehaltswertvarianz von Buttersäure erklärt werden. Die Haupteinflussfaktoren waren TM-Gehalt, pH-Wert, Rohfasergehalt, theoretische Häcksellänge und der Gehalt an Rohasche. In punkto Futterverschmutzung konnte ein sicherer Zusammenhang zwischen Schädlingsbefall (Wühlmaus, Maulwurf) und Rohasche- bzw. Buttersäuregehalt nachgewiesen werden. Die Gabe von Wirtschaftsdüngern (Gülle, Jauche, Stallmist) vor dem Aufwuchs bewirkte gegenüber mineralischer Düngung oder Verzicht auf Düngung signifikant höhere Buttersäuregehalte in der Grassilage. Der Einsatz von Milchsäurebakterien konnte den Buttersäuregehalt verringern, wenn die Silierregeln eingehalten wurden. Beim 1. Aufwuchs waren die Buttersäuregehalte signifikant höher als bei den Folgeaufwüchsen. Rundballensilagen hatten geringere Buttersäuregehalte als Silagen vom Silohaufen. Zusammenhänge zwischen  Inhaltsstoffen, Mengenelementen, Energiekonzentration, Gärqualität, sensorischer Qualität und Managementfaktoren wurden statistisch ausgewertet. Im LK-Silageprojekt 2009 wurde österreichweit erstmals die Gärqualität von Maissilage in Verbindung mit dem Silagemanagement untersucht. Die durchschnittliche Gärfutterqualität von Silomais war mit durchschnittlich 97 DLG-Punkten sehr gut. Der Rohproteingehalt der 134 untersuchen Proben lag allgemein auf sehr niedrigem Niveau von 64 g/kg TM. Rund ein Viertel der Maissilageproben hatte zu hohe Rohfasergehalte, was auf suboptimale Sortenwahl mit zu hohen Reifezahlen zurückzuführen war. Problematisch könnte sich in Österreich die mäßige Verdichtung auf die Lagerstabilität der Maissilage auswirken, weil ~70 % der beprobten Maissilagen weniger als 210 kg TM/m³ aufwiesen. Das Kooperationsnetzwerk Landwirt – Landwirtschaftskammer (Fütterungsberatung) – Futtermittellabor (Rosenau) – Forschung (LFZ Raumberg-Gumpenstein) funktioniert in Österreich im Bereich Silagequalität recht gut. Verbesserungsstrategien für die Qualitätssilageproduktion sind durch derartige Projekte auf dem aktuellsten Stand und können rasch und breit gefächert (Fachartikel, Internet, Seminare, etc.) umgesetzt werden. Aufgrund der ständigen Änderung von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollte dieses in der Praxis etablierte Silageprojekt weiterhin alternierend durchgeführt werden.

 

Resch, R., 2010: Qualitätsbewertung von österreichischen Grassilagen und Silomais aus Praxisbetrieben. Abschlussbericht wT 3561 (DaFNE 100535).

 

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_R___lfz3561_lk-silageprojekt-2003-2009____pard17bd8b3bfd7d5d32c3c15735e42bc70_dat1387440769 Downloads - Umweltressourcen im Grünland - Qualitätsbewertung von österreichischen Grassilagen und Silomais aus Praxisbetrieben