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Fachatlas Landwirtschaft

Kurzfassung:

Punktdichte
Als Makromodell analysiert das Geographical-Grid-System (GGS) AustriaAgrar die räumliche und sachliche Struktur der österreichischen Landwirtschaft und bildet so den Fachatlas Landwirtschaft. In den Aufbau des Modells sind umfassende Datenbestände der nationalen Verwaltung und externer Projektpartner aus dem Jahr 2010 integriert. Diese Daten bilden die Grundlage für die weiterführende Bewertung von Stoffströmen und einer Analyse der Umweltverträglichkeit und Ressourceneffizienz der bäuerlichen Betriebe. Aus über 500 Parametern wurden 176 klassifiziert und in einfachen Verteilungsanalysen sachlich und räumlich dargestellt. Die Verteilung der Daten einzelner Parameter in ihren Bewirtschaftungs- und Verwertungsklassen kann im beiliegenden Forschungsbericht nachgeschlagen werden. Die im Bericht enthaltenen Landkarten können hier Online ein hoher Qualität eingesehen und weiterverwendet werden.

Das GGS-AustriaAgrar kommt im Abschluss von Teil A zu folgenden Erkenntnissen:

1. Das Düngemanagement der österreichischen Landwirtschaft ist potenziell standortgerecht und umweltverträglich.
2. Die innere Effizienz in der Verwertung von Energie zu Endprodukten liegt bei 33 %.
3. Rund 15 % der energetischen Vorleistung werden im Ausland erzeugt.
4. Das Potenzial für auslaufende Betriebe ist hoch.
5. Die Vielfalt in der Urproduktion ist überschaubar.
6. Schwachstellen sind räumlich erkennbar.
7. Moderne Konzepte müssen auf Betriebsebenen eingebracht werden.

Dokumente:

 

Die einzelnen Kapitel

In folgenden Kapiteln stehen Landkarten zum Download bereit:

Das einführende Kapitel 1 beschreibt mit seinen Parametern die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich. Diese Analyse betrifft zuerst die Anzahl der Betriebe und deren Flächenausstattung. Im Zusammenhang mit den einleitenden Darstellungen in Teil A wird weiter der Zusammenhang zwischen geometrischer Erfassungsgenauigkeit der Feldstücke und die fachliche Unterteilung dieser in Schläge bzw. Schlagnutzungen dargestellt. Abschließend zeigt die Bewertung der Betriebe im Punktesystem des Berghöfekatasters und deren Zonierung, das Spektrum an möglichen Produktionsintensitäten von den Gunstlagen bis hin zu den Grenzertragslagen auf. Kenntnisse über alle diese Bereiche sind bei der Interpretation der weiterführenden Kapitel wichtig.

Die Schlagnutzungstabelle des INVEKOS enthält für das Jahr 2010 eine maximale Anzahl von 270 möglichen Nutzungen der landwirtschaftlichen Flächen.  Insgesamt ergeben sich 63 einzelne Schlagnutzungen, die in ihren nationalen Summen zumindest 1.000 ha an Anbau-/Nutzungsflächen aufweisen können. Die Karten dieser Nutzungen können hier abgeholt werden. Die wichtigsten 22 Einzelnutzungen werden vertiefend zu den Schlagnutzungsgruppen noch einmal vorgestellt. Nun kommen auch noch nicht besprochene Kulturen wie der Silo- und Körnermais, die Almwirtschaft oder der Weinanbau zur Sprache. Der Ablauf der Darstellungen beginnt im Wirtschaftsgrünland mit den intensiveren Kulturen und geht dann weiter zu den extensiven Kulturen und zur Almwirtschaft. Im Ackerbau beginnt der Getreideanbau den Reigen und führt dann über den Mais zu Raps, Sonnenblume bzw. Zuckerrübe. Den Abschluss bildet der Weinanbau.

Drei von vier österreichischen Betrieben halten in Summe über 1,9 Millionen Großvieheinheiten (GVE) verschiedener Arten landwirtschaftlicher Nutztiere. Die produktionsbezogene Klassifikation der Betriebe zeigt, das 72,2 % des Gesamttierbesatzes – mit extrem hohem Anteil an Rindern – in den Klassen der Milchvieh- und Mutterkuhhaltung sowie der Rindermast zu finden ist. In der Produktionsklasse Schweinemast/Schweinezucht finden wir – fast ausschließlich Schweine – 21,3 % des Gesamttierbesatzes. Pferde/Schaf/Ziegenbetriebe halten 2,3 % der Tiermasse. Die Produktklasse Ackerbau bindet den Rest von 4,2 % des Gesamttierbesatzes, wobei etwa die Hälfte davon die Geflügelproduktion darstellt. Eine genaue Darstellung der Tierarten kann alljährlich dem Grünen Bericht entnommen werden.

36.596 landwirtschaftliche Betriebe in Österreich, das sind 29 % aller Betriebe, verfügen über eine Milchquote, wobei 34.466 Betriebe ihre Milch auch direkt an einen Milchverarbeitungsbetrieb weiterleiten. Die hier pro Jahr verarbeitete Menge beträgt 2,78 Milliarden kg Milch. Ergänzt durch die Futtermilch für Kälber, die Direktvermarktungsanteile, den Eigenverbrauch sowie den unvermeidlichen Verlusten ergibt sich eine Gesamtleistung aller österreichischen Milchkühe von 3,28 Milliarden kg Milch. Die zuordenbare Referenztiermenge der Milchkühe beträgt 532.700 Tiere. Die durchschnittliche Leistung der nationalen Milchkuhherde beträgt im Jahr 2010 somit 6.157 kg Milch pro Tier und Jahr und liegt damit um 684 kg unter dem Herdenschnitt der Milchleistungskontrolle (-10 %). Wird die Leistungsanalyse um die nationale Mutterkuhherde mit einer angenommenen Leistung von 3.500 kg erweitert, sinkt die Milchleistung aller Muttertiere auf 5.283 kg pro Jahr.

Die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist eine Kernaufgabe Europas seit der Gründung der Europäischen Union und seiner Vorgängerinstitutionen. Der ursprüngliche Focus, die Steigerung der Leistungsfähigkeit mit stärkerer Marktpräsenz und Marktsteuerung wurde im Laufe der Zeit durch einen zweiten Bereich (2. Säule), Förderung und Entwicklung des ländlichen Raumes, ergänzt. Seit dem Beitritt zur EU gelten die Grundlagen der GAP auch für Österreich. Rund 50 % der Mittel aus der 2. Säule fließen so seit geraumer Zeit in das Programm für eine umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL), zur Entwicklung einer standortgerechten Landwirtschaft in Österreich. Dafür stehen im Schnitt der Jahre zwischen 500-600 Millionen € zur Verfügung, die in ein breites Spektrum an Themenfelder investiert werden. Deren räumliche Akzeptanz wird dargestellt.

Die Modelle zur Bewertung des Nährstoffbedarfes in der Tierhaltung, wir konzentrieren uns dabei in erster Linie auf den Energie- und Proteinbedarf, kennen mehrere Individualgrößen. Deren Summe bildet den Betriebsbedarf ab, wobei zuerst die Hauptklassen der einzelnen Individuen zu untersuchen sind (Bottom-Up-Verfahren). Die Modelbildung von GGS-AustriaAgrar beruht auf den Betriebsberechnungskonzepten der Agricultural-GIS-Sphere (AGS), welche als Vorleistung für dieses Projekt zwischen 2006 und 2009 fertig gestellt wurde. In den Folgejahren mehrfach auf wissenschaftlichen Fachtagungen vorgestellt und dort mit den Experten auch ausgiebig diskutiert, vernetzt die AGS als interaktiver Kern die Teildisziplinen des landwirtschaftlichen Betriebes. Ohne diese Interaktionen wären viele Berechnungen nicht möglich.

Die Bewertung der Trockenmasseerträge im GGS-AgrarAustria wird diesem breiten Spektrum durch zwei methodische Ansätze gerecht. Der erste Ansatz ist die regionale Erhebung von Erntedaten durch die Statistik Austria. Der zweite die enge Bindung zwischen dem Futterbedarf der Tierhaltung und dem Angebot auf den Betriebsflächen. Der erste Ansatz wurde zur Bewertung der Erträge im Marktfruchtanbau verwendet, der zweite zur Schätzung der Grünlanderträge.

Alle bisher dargestellten Daten sind direkt oder indirekt Teil des landwirtschaftlichen Nährstoffkreislaufs. Das aktuelle Kapitel verbindet nun alle Teilaspekte erstmals zu einem Produktionskreislauf und verfolgt dabei eine bottom-up-Strategie. Berechnet wird grundsätzlich auf Betriebsebenen und Kapitel 1 bis 3 definieren den pflanzenbaulichen Kontext in Art und Umfang. Kapitel 4 und 5 erfassen den Rahmen der Tierproduktion und deren Leistung. Kapitel 6 beschreibt Managementaspekte, die auf Kapitel 1 bis 5 anzuwenden sind. Der noch singuläre Aspekt des Futter- und Nährstoffbedarfes der Tierproduktion geht als tierische Komponente direkt in Kapitel 9 ein. Kapitel 8 bildet den pflanzenbaulichen Gegenspieler im Stoffkreislauf. Neu hinzu kommt in Kapitel 9 der Düngerstickstoff durch Handelsdünger und die symbiontische N-Bindung durch die Pflanzen. Im Kreis geführt wird hier der Stickstoff (N). Seine elementare Bedeutung in Pflanzenbau und Tierzucht machen ihn zu einem der am besten geeigneten Parameter zur Beschreibung der biologischen Aktivität, seine Flüchtigkeit in das Grundwasser und in die Atmosphäre führt gelegentlich zu Problemen. N wird, wenn immer möglich, von der Biosphäre gebunden und geht, wenn im Überschuss - immer deutlich merkbar - verloren. In der Luft riechen wir dann den Ammoniak, im Grundwasser finden wir Nitrat.

Das in diesem Kapitel dargestellte Energieflussmodell beschreibt die Ressourcenabhängigkeit und die Effizienz der Betriebe in ihren Produktionssystemen. Mit gutem Grund wird erstmals der Begriff Markt in das Gesamtkonzept der GGS-AustriaAgrar eingeführt. Obwohl nicht die ökonomischen Größen, sondern stoffliche Aspekte untersucht werden, stellt die Effizienz auf diesen Märkten eine bedeutende Information für die Zukunftsfähigkeit von Betrieben dar. Wer viele externe Betriebsmittel benötigt, muss aus diesen entsprechenden Nutzen ziehen. Fixe Betriebsmittel wie Gebäude und Maschinen müssen sich wirksam auf die Arbeitswirtschaft auswirken, variable Hilfsmittel müssen effizient zur Leistungserstellung beitragen, ohne die Produktionseffizienz negativ zu beeinflussen. Dies gilt sowohl im kurzen als auch im langfristigen Zeithorizont. Wer als Erhalter der Kulturlandschaft einen extensiven Produktionsweg eingeschlagen hat, muss die externe Abhängigkeit von Ressourcen insgesamt minimieren.