Sie benutzen eine uralte Version von Microsofts InternetExplorer.
Diese Version wird von unserer Website nicht mehr unterstützt.
Bitte aktualisieren Sie Ihren InternetExplorer oder wechseln Sie zu einem anderen modernen Browser.

Bitte Klicken Sie auf eine der unten stehenden Kategorien

Messung der inneren Körpertemperatur bei Kühen nach der Abkalbung

Die Messung der inneren Körpertemperatur (Mastdarm, vorzugsweise Quecksilberthermometer, 4 Minuten) ist eine einfache und effektive Methode zur Überwachung des Gesundheitszustandes bei Milchkühen.

Insbesondere um die Abkalbezeit stellen Entgleisungen des Stoffwechsels (Milchfieber, Ketose) sowie schlechte Futteraufnahme und Kreislaufschwäche weit verbreitete gesundheitliche Probleme dar. Diese Störungen, im Besonderen jedoch der Mangel an Kalzium, gehen bereits in ihrem Frühstadium mit einem Absinken der inneren Körpertemperatur einher. Die innere Körpertemperatur eines gesunden erwachsenen Rindes beträgt 38,3-38,8°C. Sinkt die innere Köpertemperatur nach der Abkalbung unter 38,2°C und wird dies vom Landwirt frühzeitig erkannt, so werden die eingeleiteten Maßnahmen (Beinfessel, Behandlung Tierarzt) vielfach erfolgreicher sein, denn auch für Kühe gilt: wer rasch hilft, hilft doppelt.

Infektionen gehen mit einer Erhöhung der inneren Körpertemperatur einher und speziell Entzündungen der Gebärmutter und des Euters treten oftmals in zeitlicher Verbindung mit der Abkalbung und dem Laktationsstart auf. Auch hier kann durch das frühzeitige Erkennen eines Temperaturanstieges rasch reagiert werden und schwere Verlaufsformen von Erkrankungen, weil zu spät erkannt, können wirkungsvoll verhindert werden.

Die gezielte Messung der inneren Körpertemperatur durch den Landwirt und die entsprechend frühzeitigen und richtigen Reaktionen darauf stellen somit eine sehr wirksame Möglichkeit zur Überwachung der Tiergesundheit sowie zur Verhinderung schwerer Erkrankungen und deren Folgewirkungen dar.

Die Empfehlungen zur zeitlich gezielten Überwachung der inneren Körpertemperatur sind wie folgt zusammengefasst:

  • Beginnend mit der Abkalbung, Messung wann?
  • Am Tag der Abkalbung: 3 und 8 Stunden nach der Abkalbung
  • Täglich bis zum 5. Tag nach der Abkalbung
  • Danach in 3-tägigen Abständen bis zum 14. Tag nach der Abkalbung
  • Bei jedem Verdacht einer gesundheitlichen Störung

Bei hoher Umgebungstemperatur, bei jüngeren Tieren, nach körperlicher Anstrengung, bei Brunst sowie bei sehr hochleistenden Tieren findet man allgemein etwas höhere Werte für die innere Körpertemperatur als bei niedrigen Umgebungstemperaturen, bei alten Kühen, bei Tieren mit Durchfall oder auch bei Extensiv- und Ansatztypen.

Messfehler (z.B. zu kurze Messdauer, Thermometer defekt,..) sind zu vermeiden, gegebenenfalls ist die Messung mit einem anderen Thermometer zu wiederholen.

Neben der inneren Körpertemperatur muss immer auch der Allgemeinzustand des jeweiligen Tieres beachtet werden.

Speziell zu beachten sind: frisst die Kuh (was und wie viel), Kot- Harnabsatz, Körperhaltung (liegt, steht, gekrümmter Rücken, aufgezogener Bauch, Schonhaltungen), Bewegung und Verhalten, Ohrspiel und Aufmerksamkeit, Oberflächentemperatur (Haut, Ohren, so vorhanden Hörner).

Zu beachten ist, dass natürlich nicht jede Erkrankung mit einer Veränderung der inneren Körpertemperatur einhergehen muss.

Dipl. ECBHM Dr. Johann Gasteiner
Leiter des Institutes für Artgemäße Tierhaltung und Tiergesundheit
HBLFA Raumberg- Gumpenstein, A-8952 Irdning
Tel: ++43/3682/22451-226; Fax: ++43/3682/22451-210
(zurück)

Welche Empfehlungen gibt es zum Melken von Kühen

Vor dem Melken Hände waschen, das Tragen von Einmal-Handschuhen wird allgemein empfohlen, für Personen mit Hautwunden an den Händen ist das Tragen von Einmal-Handschuhen obligat

Die menschliche Haut ist, insbesondere wenn Verletzungen vorliegen, von euterpathogenen Keimen besiedelt, die auf das Euter übertragen werden können.

Einhaltung einer Melkreihenfolge

Die Kühe sollten in der Reihenfolge der Eutergesundheit gemolken werden. Folgende Reihenfolge muss eingehalten werden:

  1. Melken der eutergesunden Kühe
  2. Melken der Problem-Kühe
  3. Melken der nachweislich euterinfizierten Kühe
  4. Melken behandelter Tiere

Im Laufstall besteht die Möglichkeit der Gruppenbildung, wo die gesunden Kühe von den verdächtigen und erkrankten Tieren getrennt aufgestallt bzw. zur Melkung eingetrieben werden.

Vormelken in den Vormelkbecher

Konsequentes Vormelken in den Vormelkbecher verhindert das Verspritzen erregerhaltiger Milch und auch das Verschleppen erregerhaltiger Milch mit den Klauen. Veränderungen der Milch (Flocken, Wässrigkeit, Blutbeimengungen,..) werden im Vormelkbecher sofort erkannt.

Zitzen sorgfältig reinigen und anrüsten

Zitzenreinigen: Das Ziel der Reinigung der Zitzen vor dem Melken sollen saubere und trockene Zitzen beim Ansetzen des Melkzeuges sein (1 schleuderfeuchtes Tuch pro Kuh). Die Reinigung schützt vor allem vor Euterentzündungen, die durch Erreger aus der Umgebung des Tieres hervorgerufen werden.

Anrüsten: Alle Manipulationen am Euter bewirken einen Anrüsteffekt (Vormelken, Zitzenreinigen und Eutermassage), die Euterviertel sind gründlich zu massieren bis es zum Einschießen der Milch kommt. Die dadurch ausgelöste Melkbereitschaft ist zeitlich begrenzt. Um einen optimalen Milchfluss zu erreichen, soll das Melkzeug etwa 60 sec nach Beginn des Anrüstens angesetzt werden. Der Zeitabstand zwischen Erstberührung und Ansetzen des Melkzeuges sollte jedoch nie mehr als 90 sec betragen.

Zügiges Ansetzen des Melkzeuges

Kurze Melkzeiten anstreben

Blindmelken vermeiden

Blindmelken führt zu mechanischer Überstrapazierung der Zitzenhaut und der Strichkanalmündung, natürliche Abwehrbarrieren werden zerstört.

Ausmelkgrad des Euters kontrollieren

Für unvollständig ausgemolkene Euterviertel besteht eine erhöhte Infektionsgefahr.

Zur Abnahme des Melkzeuges Vakuum abbauen, keine Abnahme unter Zug

Wird das Melkzeug unter Zug bei vollem Vakuum abgenommen, so wird durch raschen Druckausgleich Luft und bakterienhältiges Material aus der Umgebung in die Euterviertel angesaugt, für das Euter besteht dadurch höchste Infektionsgefahr.

Sofort Zitzentauchen

Beim Dippen der Zitzen müssen mindestens die unteren 2 Drittel der Zitze mit dem Mittel benetzt sein. Als Dippbecher soll ein non Return Becher zum Einsatz kommen, der nur mit der für 2 Melkzeiten notwendigen Menge befüllt ist. Vor dem Neubefüllen muss der Becher gründlich ausgespült werden.

Gepflegte und geschmeidige Zitzen, insbesondere eine völlig intakte Strichkanalmündung bilden eine wichtige Barriere gegen das Eindringen von Mastitiserregern. Wichtig ist hier die Vermeidung von Blindmelken. Die zur Euterhygiene verwendeten Dippmittel haben auch hautpflegende Zusätze zur Erhaltung der Zitzenkondition.

Zwischendesinfektion der Melkzeuge nach jeder Kuh

Mit der Sprühflasche gebrauchsfertige Peressigsäure in die Zitzenbecher einsprühen. Durch eine konsequente Zwischendesinfektion wird die Gefahr der Erregerübertragung von Kuh zu Kuh bzw. vom Melker auf die Kuh deutlich gesenkt, eine bedeutende Infektionskette wird so unterbrochen und die Neuinfektionsraten sinken. Peressigsäure ist biologisch rasch abbaubar und belastet die Umwelt und natürlich auch die Milch nicht.

Ziel der Melkung ist das Gewinnen des qualitativ hochwertigen Lebensmittels Milch bei gleichzeitiger Erhaltung der Eutergesundheit.

Dipl. ECBHM Dr. Johann Gasteiner, DI Dr. Andreas Steinwidder
(zurück)


Pansenblähung (Pansentympanie) - Wie soll ich vorgehen?

Kühe produzieren je nach Ration 100 - 200 l Gas pro Stunde. Dieses Gasgemisch wird bei gesunden Tieren im Rahmen des Wiederkauvorganges regelmäßig aufgestoßen. Bei Pansenblähung können diese Gase entweder nicht entweichen und/oder es werden vermehrt Gase produziert (Weide!).

Man unterscheidet grundsätzlich 2 Arten der Pansenblähung:

  • Die Pansenblähung mit vergrößerter Gasblase
  • Die Pansenblähung mit schaumiger Durchmischung des Inhaltes.

Praktische Bedeutung:Da sich die Behandlungen der beiden Formen wesentlich voneinander unterscheiden, ist eine Unterscheidung vor Beginn der Therapie unerlässlich

Bei Pansenblähung mit vergrößerter Gasblase ist die ohnehin im Pansen befindliche Gasblase massiv vergrößert. Als Ursachen finden sich zumeist Schlundverstopfungen (Rübenstücke, Obst usw.), speiseröhrenverengende Prozesse wie Abszesse und Blutergüsse, Nervenschädigungen, Pansenüberladung, Fremdkörpererkrankung, Krämpfe und möglicherweise akutes Milchfieber.

Die Pansenblähung mit schaumiger Durchmischung des Inhaltes kann durch vermehrte Aufnahme von Leguminosen in grünem Zustand (v.a. Klee, Kleegrasmischungen) sowie durch Aufnahme von selbsterwärmtem Grünfutter ausgelöst werden. Als weitere Auslöser gelten gierig-hastiges Grasen, hoher Zucker- und Eiweißgehalt in jungem Grünfutter und angereiftes Weidegras. Auch wird von vermehrt geblähten Rindern nach besonders warmen Nächten und an warm-windigen Tagen berichtet.

Die linke Hungergrube ist bei Pansenblähung stark vorgewölbt und die Wiederkau- und Pansentätigkeit sowie die Fresslust sind herabgesetzt oder fehlen zur Gänze. Durch den erhöhten Druck auf das Zwerchfell kommt es bei den betreffenden Tieren zu Schweratmigkeit und Kreislaufproblemen. Unbehandelt kann binnen weniger Stunden der Tod durch Ersticken eintreten.

Durch Beklopfen der Pansenregion sowie durch Setzen einer Pansenschlundsonde erkennt der behandelnde Tierarzt die Form der Pansenblähung. Bei Pansenblähung mit obenliegender Gasblase entweicht das Gas aus der Sonde (kann auch ein stärkerer Gartenschlauch sein), bei schaumiger Durchmischung verstopft der schaumige Panseninhalt sehr rasch die Sonde und der Pansen kann in diesem Fall nicht abgegast werden. Bei der schaumigen Durchmischung müssen deshalb mit einer speziellen Sonde (z.B. nach Kaltenböck) oberflächenentspannende Präparate (spezielle Medikamente wie Siccaden®, im Handel sind auch sog. „Bläh-Öle" erhältlich, im Notfall können auch auch Speiseöle oder Rizinusöl verwendet werden, aber kein Altöl!) mit viel Flüssigkeit in den Pansen eingegeben werden. Die vielen kleinen Schaumbläschen zerfallen und Gas kann abgelassen werden. Um wiederholtes Blähen zu vermeiden, sollten die Tiere noch 2-3 Tage nur mit gröberem Heu, Wasser und einem Salzleckstein versorgt werden. Der Tierarzt hat die Möglichkeit, durch bestimmte Injektionspräparate eine Entspannung des Schlundes und der Schlund-Pansenöffnung zu bewirken, wodurch Gase leichter aufgestoßen werden können.

Setzen eines Trokars

Der Pansenstich mit einem Trokar (linke Hungergrube!) war eine weit verbreitete Methode zur „Behandlung" geblähter Rinder. Die Komplikationen, welche im Anschluss an eine Trokarierung zumeist auftraten, lassen diese Methode als veraltet erscheinen. Neben Wundkomplikationen besteht die große Gefahr, dass Panseninhalt in die freie Bauchhöhle des Rindes gelangt und eine Bauchfellentzündung ausgelöst wird, die nur schwer zu behandeln ist. Sollte aus verschieden Umständen keine Pansenschlundsonde gesetzt werden können, so kann der Pansenstich mit einem Trokar als letzte, lebensrettende Maßnahme von einem Fachmann richtig durchgeführt werden („Stoßrichtung" von linker Hungergrube in Richtung rechtes Ellenbogengelenk). Im Anschluss an einen Pansenstich sollte jedoch sofort eine chirurgische Sanierung durch einen Tierarzt veranlasst werden, um eine Bauchhöhlenentzündung zu verhindern bzw. einzugrenzen.

Praktische Vorgangsweise bei Pansenblähung:

  • Absetzen des verursachenden Futters bzw. Tiere auf andere Weide treiben, um Erkrankungen weiterer Tiere zu vermeiden
  • Geblähtes Tier fixieren und bei Erfahrung Schlundsonde setzen (Betriebe mit hauptsächlicher Weidehaltung haben zumeist bereits ein 2,20 - 2,50 m langes Schlauchstück zur Hand)
  • Nur erfahrene Landwirte sollten Präparate in den Pansen einschütten, es besteht die große Gefahr, dass die Sonde in der Luftröhre und nicht im Schlund sitzt (Einguss in die Lungen = Tod des Tieres)
  • Nur bei stehenden Tieren sollte über die Schlundsonde oberflächen-entspannende Mittel und Wasser eingegeben werden, bei festliegenden Tieren ist äußerste Vorsicht geboten (wieder große Gefahr des Fehlschluckens)
  • Rasch den Tierarzt rufen

Dipl. ECBHM Dr. Johann Gasteiner
(zurück)