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3 2017 Poellinger BeevKomp
Projektleiter: Pöllinger, Alfred Dipl.Ing.

Im Rahmen dieses Projektes wurden auf 23 milchviehhaltenden Betrieben zu drei verschiedenen Jahreszeiten (Sommer, Herbst und Winter) Emissionsmessungen (v.a. NH3 und CO2) auf der Kompostmatratze durchgeführt sowie Proben zur Analyse der gebildeten VOCs und charakteristischer Parameter wie pH-Wert, C/N-Verhältnis, Trockenmasse oder Spurenelemente gezogen. Weiters wurde ein mikrobiologisches Screening mit besonderem Augenmerk auf Schadkeime erstellt sowie wesentliche Basisdaten mittels Fragebogen erhoben, um die Analysen und das Betriebsmanagement besser beurteilen zu können.

In der Emissionsbeurteilung von Kompostställen konnten keine Korrelationen zwischen Ammoniakemissionen und geruchsrelevanten VOCs gefunden werden. Dennoch zeichnen die Emissionsdaten ein sehr gutes Bild des Systems Kompoststall. Im Vergleich der Emissionen aus der Kompostmistmatratze liegt etwa ein Viertel der untersuchten Betriebe über dem Konzentrationsbereich von Liegeboxenlaufställen, während der Großteil deutlich darunter bzw. maximal im gleichen Konzentrationsbereich liegt. Bilanziert man das gesamte Kompoststallsystem und setzt es in eine vergleichende Betrachtung mit Liegeboxenlaufställen, so ergeben sich durchschnittlich niedrigere Emissionswerte für Kompostställe.

Bei der Beurteilung der geruchsrelevanten VOCs ist zu sagen, dass der Durchschnittswert der gemessenen VOC-Konzentrationen deutlich unter dem aus einem Liegeboxenlaufstall liegt, sodass eindeutig der Beweis für die deutlich geringere Geruchsaktivität eines Kompoststalles erbracht werden konnte.

In Kompostställen werden bevorzugt Sägespäne als Einstreumaterial eingesetzt. Diese sind zwar in der Anschaffung meist teuer, besitzen aber eine hohe Saugfähigkeit, eine gute Strukturstabilität, verrotten unter aerober Bearbeitung ausreichend gut und sind in Österreich weitestgehend gut verfügbar. Dinkelspelzen eignen sich sehr gut zur Verbesserung des Kompostierungsprozesses (Temperaturerhöhung), was besonders in der feucht-kalten Übergangszeit und im Winter wichtig sein kann. Alternative Einstreumaterialien wie Maisspindeln, Reisig und Nadeln, Heu von Naturschutzflächen, Gärreste etc. haben spezifische Eigenschaften und sind nicht als alleiniges Einstreumaterial verwendbar.

Das mikrobiologische Screening zeigte, dass es keine große Variation innerhalb der einzelnen Jahreszeiten und auch im Betriebsvergleich gibt. Die Betriebe, die eine etwas höhere Gesamtkeimzahl aufweisen, zeigen entweder auf Grund des alternativen Einstreumaterials Dinkelspelzen eine veränderte Mikrobiologie (v.a. thermophile Mikroorganismen), oder Schimmelpilze auf Grund der durchgehenden (zu) niedrigen Temperaturen der Kompostmistmatratze über einen langen Zeitraum Die höchste Gesamtkeimzahl war bei Betrieben mit Dinkelspelzen zu finden, während Betriebe mit Säge- und Hobelspänen die niedrigsten Gesamtkeimzahlen aufwiesen. Extrem thermophile Sporenbildner (XTAS) sind in der Kompostmistmatratze von allen untersuchten Betrieben in sehr geringen Konzentrationen vorhanden.

Die im Prozess untersuchten Komposte waren mit durchschnittlich 35 % Trockenmasse ausreichend trocken. Damit konnte eine ausreichend hohe Sauberkeit der Tiere gewährleistet werden. Das durchschnittlichen C/N Verhältnis von 30:1 zeigte die fortschreitende Kompostierung gut an.

Im Zuge des Projekts konnte ein Empfehlungsleitfaden für das optimale Gelingen eines Kompoststalles erarbeitet werden.

Projektpartner:
Dr. Barbara Pöllinger-Zierler, TU Graz,
Dr. Erich Leitner, Institut für Chemie, Universität Graz,
Haas Fertigbau GmbH, Fa. Agrotel, Fa. Kammel

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Pöllinger Alfred (2015 - 2016)