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Ammoniumthiosulfat ist eine farblose Flüssigkeit mit der chemischen Formel (NH4)2S2O3, einem pH-Wert von 8,0 sowie einem Stickstoffgehalt von 12% und Schwefelgehalt von 26%.

 

Ammoniumthiosulfat, abgekürzt als ATS bezeichnet, mischt sich leicht mit Wasser und wirkt im Boden als Nitrifikationshemmer.
Es war das Ziel dieses Projektes, die Wirksamkeit von ATS als Nitrifikationshemmer zu überprüfen, also zu untersuchen, ob die Sickerwasserbelastung durch Nitrat bei Anwendung von ATS zurückgeht. Weiters sollte auch herausgefunden werden, welche Art von Dünger sich am leichtesten mit ATS vermischen lässt und ob ATS im Ackerland und Grünland gleich wirksam ist.

Im Frühjahr 1995 wurden zwei Feldversuche mit steigenden Stickstoffmengen in klimatisch unterschiedlichen Teilen der Steiermark angelegt. Es waren das einerseits ein Feldversuch mit Maismonokultur in Wagna bei Leibnitz und andererseits einer auf Dauergrünland in Gumpenstein. Die Stickstoffsteigerungsraten betrugen 90, 150 und 210 kg Gesamtstickstoff pro Hektar und Jahr. Als Dünger wurden einerseits Schweinegülle und andererseits Nitramoncal im Maisversuch verwendet, sowie Rindergülle und Nitramoncal im Grünlandfeldversuch. Die Bodenwasserproben wurden im Grünland in einer Tiefe von 0,5 m und im Ackerland von 0,7 m mittels keramischer Saugkerzen entnommen. In diesen wurden die Konzentrationen an Ammonium-, Nitrit- und Nitratstickstoff gemessen und mittels der Sickerwassermengen, die in den nahegelegenen Lysimeterstationen (Wagna und Gumpenstein) erfasst wurden, auf Stickstofffrachten umgerechnet.
Als Ergebnisse wurden einerseits die bekannten Erscheinungen gefunden, dass sowohl die Höhe als auch die Verteilung der Niederschläge die bestimmenden Faktoren der Nitratauswaschung sind. Jedoch waren die Nitratausträge aus dem Mais wesentlich höher als aus dem Dauergrünland. Im Mais konnte eine große jahreszeitlich bedingte Schwankung im Nitratgehalt des Sickerwassers festgestellt werden. Da der Mais die gesamte Düngermenge in einer Gabe im Frühjahr zum Anbau bekam, wurde in den Sickerwasserbewegungen des Juni und Juli ein einheitlicher steiler Anstieg an Nitratkonzentrationen und Nitratauswaschung festgestellt, da im Juni und Juli auch kräftige Niederschlagsereignisse auftraten. Diese Erscheinung war im Grünlandversuch nicht feststellbar, da hier die Düngergaben in drei Einzelgaben, zu jedem der drei Schnitte eine Düngung, aufgeteilt wurde und stets nährstoffaufnahmebereite Grünlandbestände vorhanden waren.
Im Maisversuch konnte der nitrifikationshemmende Einfluss des ATS deutlich nachgewiesen werden, allerdings nicht länger als 4 Wochen nach der ATS Applikation, wogegen der im Grünland - nicht zuletzt wegen der dort extrem niedrigeren Nitratauswaschung - nur undeutlich erfasst werden konnte. Im Grünland war der Nitratgehalt im Heu der ATS-gedüngten Varianten signifikant niedriger als im Heu der Varianten ohne ATS-Beimengung. Dazu passt auch die Erscheinung, dass der Proteingehalt des Heues von den ATS-gedüngten Varianten in vielen Fällen höher war, als in denen ohne ATS. Vielleicht hat der Schwefelgehalt des ATS die Assimilation des Stickstoffs zu körpereigenen Proteinen der Pflanzen gefördert.
Allgemein war die Nitratauswaschung unter Gülledüngung geringer als unter Mineralstoffdüngung. Die Beimischung des ATS zur Gülle war leichter zu handhaben als die Applikation auf den Mineraldüngervarianten.