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Die Stabilität von Bodenaggregaten, nachfolgend abgekürzt als SAS (soil aggregate stability) bezeichnet, gibt den Widerstand an, den diese Aggregate der zersetzenden Kraft des Niederschlagswassers entgegenstellen.

Die SAS ist vor allem von den Faktoren Humusgehalt, Korngrößenverteilung und biologische Aktivität eines Bodens abhängig, sowie von der Art der Bodenbearbeitung und Düngung. Ändern sich diese, so hat dies Rückwirkungen auf die Höhe der Aggregatstabilität, die keinen konstanten Wert in einem bestimmten Boden einnimmt, sondern von den vorhin erwähnten Faktoren wesentlich beeinflusst, in mehr oder minder großem Bereich schwanken kann. Die SAS ist mit bestimmten Methoden, wie die der Nasssiebung bestimmter Aggregatgrößen messbar und kann in Prozenten ausgedrückt werden.
Da alle derzeit laufenden Agrarumweltprogramme Maßnahmen verlangen wie beispielsweise Zwischenfruchtanbau, Reduktion von Düngeraufwänden und Pflanzenschutzmitteln, Umwandlung von Acker in Grünbrache oder Langzeitstillegungen, müssten diese Maßnahmen auch Auswirkungen auf die SAS haben und diese somit mittels Nasssiebung objektiv messbar sein.
Gleichzeitig kann mit der Nasssiebung von Aggregaten auch die Erosionsdisposition von Böden erfasst werden.
Im Rahmen dieses Projektes sollen an der BAL Gumpenstein in Zusammenarbeit mit den oben angeführten Kooperationspartnern Aggregatstabilitätsbestimmungen durchgeführt werden, um so durch gemessene Werte die Auswirkungen von Agrarumweltprogrammen auf den Boden darstellen zu können.

 

Zu diesem Zwecke wurden aus insgesamt 163 Schlägen Bodenproben gezogen. Diese Schläge und Feldstücke lagen in Oberösterreich nahe der Städte Steyr und Enns, in Niederösterreich bei Wieselburg und Wolkersdorf und in der Steiermark in der Umgebung der Städte Knittelfeld und Feldbach. Die Probenziehung fand innerhalb der drei Jahre 1999, 2000 und 2001 immer im Herbst, zum gleichen Zeitpunkt, nach der Ernte statt, um den Einfluss der jahreszeitlichen Schwankungen auf die Aggregatstabilität zu vermindern.
Unter allen beteiligten Betrieben befand sich nur ein Biobetrieb und ein biologisch bewirtschafteter Betrieb. Alle anderen wurden konventionell geführt. Beide Betriebe wiesen die mit Abstand höchsten Stabilitätswerte auf. Sie schienen bei der Datenanalyse daher als Ausreißer auf und wurden somit bei der Auswertung nicht berücksichtigt.
Eine hochsignifikante positive Korrelation wurde zwischen dem Humusgehalt und der Aggregatstabilität in allen drei Jahren festgestellt. Allgemein kann man sagen, dass die Aggregatstabilität mit dem Humusgehalt, der stark von den angebauten Kulturen, also der Nutzungsform der Feldschläge abhängt, eng korrelierte.
Die Mittelwertvergleiche der Aggregatstabilitäten innerhalb der einzelnen Kultur- und Fruchtarten zeigen nachfolgende Ergebnisse. Sie seien in der Reihenfolge der Kultur mit der größten zu der mit der kleinsten Aggregatstabilität angeführt.
Wiese (Dauergrünland) 74,5 % - Grünbrache 45,1 % - Kleegras 39,9 % - Gräser auf Vermehrungsflächen 39,0 % - Getreide 33,7 % - Raps 33,3 % - Hackfrüchte 23,5 %.
Wie diese Ergebnisse zeigen, treten unter Hackfrüchten die niedrigsten Stabilitätswerte auf. Nachdem hohe Stabilitätswerte eine sehr wichtige Bodeneigenschaft darstellen, ist es bei der Planung von Fruchtfolgen äußerst empfehlenswert, auch den Einfluss der einzelnen Kulturen auf die Aggregatstabilität zu beachten. Nach einer Kulturart, die die Stabilität vermindert, sollte immer eine folgen, die die Gefügestabilität wieder aufbaut, um das Produktionspotential eines Bodens zu erhalten.

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Aggregatstabilität Tschechien

Eder Gerfried (2001 - 2002)