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Projektleiter: Ing. Reinhard Resch

Die Qualität von wirschaftseigener Silage ist aufgrund der hohen Kraftfutter- und Betriebsmittelpreise ein ganz wichtiges Thema für den Grünland- und Viehbauern. Eine umfangreiche Erhebung der IST-Situation der Gärfutterqualität fand in Österreich in den Jahren 2003, 2005 und 2007 unter Zusammenarbeit der Fütterungsreferenten und Fütterungsberater der Landwirtschaftskammern, des Futtermittellabors Rosenau (LK-Niederösterreich) und dem LFZ Raumberg-Gumpenstein statt.

Insgesamt wurden in den drei Jahren 2.413 Silagen aus den Bundesländern Niederösterreich, Steiermark, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg chemisch analysiert, von den meisten Silagen wurde auch eine detaillierte Datenerhebung mittels Fragebogen durchgeführt.
Dem Ziel dieser wissenschaftlichen Tätigkeit, eine aktuelle und statistisch auswertbare Datengrundlage zu schaffen, konnte ein kräftiges Stück näher gekommen werden. Aus den statistischen Auswertungen im Abschlussbericht und den grafisch aufbereiteten Daten können die Berater konkretere Schlussfolgerungen ziehen als bisher und daraus Maßnahmen zur Verbesserung des Silagemanagements ableiten.

Im Blickfeld der speziellen statistischen Auswertungen stand die Erklärung des Zusammenhanges von Managementfaktoren und Silageparametern aus der chemischen Untersuchung unter Konstanthaltung von einigen Einflussfaktoren. Ein wichtiger Indikator für die Silagequalität ist der Buttersäuregehalt. Dieser konnte mit einem multifaktoriellen linearen Modell zu 40 % erklärt werden. In diesem statistischen Modell wurden 11 fixe Effekte (Wirtschaftsweise, Erntejahr, Aufwuchs, Futterzusammensetzung, Witterung, Siliersystem, Schnitthöhe, theoretische Schnittlänge, Verdichtung, Silierhilfsmitteleinsatz und Probenverpackung) und 4 Regressionsvariablen (Trockenmasse, Rohfaser, Rohprotein, Rohasche) einbezogen. Aus der Berechnung kristallisierten sich die Haupteinflussfaktoren (mit P-Werten kleiner 0,01) Trockenmasse (F=304,7), Rohfaser (F=88,8), Rohasche (F=36,5), Schnittlänge (F=11,3), Siliersystem (F=9,2), Aufwuchs (F=9,0) und Siliermitteleinsatz (F=8,7) heraus, die allesamt einen hoch signifikanten Einfluss auf den Buttersäuregehalt ausübten. Konkret kann hier die Schlussfolgerung gezogen werden, dass zu spät geerntetes Futter (Rohfaser über 27 %) den Buttersäuregehalt genauso erhöht wie zu nasses (Trockenmasse 10 %). Kurz geschnittenes Futter (< 6 cm) wies signifikant geringere Buttersäuregehalte auf wie langes Futter. Der Einsatz von Bakterien-Impfkulturen konnte den Buttersäuregehalt signifikant verringern. Beim 1. Aufwuchs waren die Buttersäuregehalte signifikant höher als bei den Folgeaufwüchsen. Rundballensilagen hatten signifikant geringere Buttersäuregehalte als Silagen aus Silohaufen.

Neben dem Buttersäuregehalt wurden statistische Modelle für die Futterinhaltsstoffe (Trockenmasse, Rohprotein, Rohfaser, Rohasche), Mengenelemente (Calcium, Phosphor, Kalium), Gärparameter (pH, Milch- und Essigsäure, Ammoniakgehalt, DLG-Punkte), die Lagerungsdichte (kg Trockenmasse / m³) und die Energiedichte (Nettoenergie-Laktation) gerechnet. Alle Details dazu befinden sich im angehängten Abschlussbericht bzw. in der Grafikpräsentation.
Die vernetzte Kooperation der Bauern mit den Fütterungsberatern, dem Futtermittellabor Rosenau und dem LFZ Raumberg-Gumpenstein funktioniert im Bereich Entwicklung von aktuellen Strategien für die Qualitätssilageproduktion sehr gut. Aufgrund vom ständigen Wandel der Wirtschaftsbedingungen der Bauern sollte dieses in der Praxis etablierte Silageprojekt weiterhin alternierend durchgeführt werden, um aktuellste Erkenntnisse direkt für die Bauernschaft umzusetzen.

Weitere Informationen zur Projektabwicklung gibt es in der Datenbank für Forschung und nachhaltige Entwicklung (Dafne) -> Link

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Praxisorientierte Strategien zur Verbesserung der Qualität von Grassilagen in Österreich

Resch Reinhard (2007)