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Pojektleiter: Univ. Doz. DI Dr. Karl Buchgraber

Viele Grünlandstandorte in Österreich sind nur bedingt für eine intensive Milch- bzw. Fleischproduktion geeignet. Für die Erhaltung der Kulturlandschaft ist es aber von enormer Bedeutung, diese Wiesen und Weiden offen zu halten.

In diesem praxisnahen Versuch sollen die ökologischen bzw. ökonomischen Auswirkungen der extensiven Grünlandbewirtschaftung mit tierischer Nutzung (Mutterkühe und Schafe) mit der mechanischen Freihaltung (Mulchpflege) sowie der energetischen und stofflichen Nutzung (Biogas, Pellets) ganzheitlich verglichen werden. 

Der Einfluss dieser Systeme (inkl. Brache mit Sukzession) auf die botanische Zusammensetzung sowie auf die Stoffflüsse im Boden und den Betrieb sollen ebenso wie die Energiebilanz erfasst werden.

Kalbinnen und Mutterkühe

In einem Versuch mit Mutterkühen werden Fragen zur extensiven Grünlandverwertung bearbeitet. Der Versuch wird mit 8 Fleckviehmuttertieren durchgeführt. Dazu wurden im Frühling 2001 10 Fleckviehkalbinnen (2 Reservetiere) in den Versuch eingestellt und bei Weidehaltung und ab Mitte Oktober bei Laufstallhaltung (Tretmistlaufstall) aufgezogen. Die Abkalbung erfolgte von Jänner 2002 bis Ende Februar 2002. In den ersten 2 Versuchsjahren wurden die Tiere einheitlich mit Limousin als Vaterrasse belegt (Besamung). Ab dem 3. Versuchsjahr (3. Abkalbung) wird zusätzlich die Kreuzungsvariante FV x Gelbvieh (=Vater) geprüft. Dazu werden von der Mutterkuhherde 5 FV-Kühe mit Gelbvieh und 3 FV-Kühe weiterhin mit Limousin belegt. Im Jahr 2005 wurde für die Belegung ein Limo-Stier angekauft.

Ab dem Jahre 2006 sollen von insgesamt 10 Mutterkühen 4 (Rasse Fleckvieh) während des Sommers auf die Grabneralm aufgetrieben werden. Die verbleibenden 6 verbleiben auf der Buchau, wobei jeweils 3 Muttertiere der Rasse Fleckvieh bzw. Fleckvieh x Limousin (F1) sind. Hier soll die Eignung der F1-Kreuzungen als Muttertiere getestet werden, da solche Tiere in der Praxis oftmals vorhanden sind und z. T. auch als Mutterkühe verwendet werden. Zur Belegung wird auch in Zukunft ein Limo-Stier im Natursprung zum Einsatz kommen. Die Schlachtung der Jungrinder erfolgt nach Erreichen des Mastendgewichtes von zumindest 350 kg die weiblichen und min. 380 kg der kastrierten Tiere. Wird dieses Gewicht beim Herbstabtrieb noch nicht erreicht , dann werden die Kälber den verbleibenden Zeitraum im Stall gehalten.

Die Fütterung der Kühe erfolgt in den Wintermonaten mit dem 1. und 2. Aufwuchs der Mähweiden. Diese werden als Heu bzw. Grassilage (etwa 40:60) mittlerer Qualität (5,4 bis 5,8 MJ NEL/kg T) konserviert. Auf der Weide erhalten die Kühe nur bei Bedarf zu Weidebeginn (Mai) und zu Weideende (Oktober) etwas Heu beigefüttert. Ansonsten wird den Kühen nur Grünfutter (Weidefutter) bzw. eine Mineralstoffmischung angeboten. Die Kälber bleiben bis zur Schlachtung bei der Mutter und können die Milch frei aufnehmen. Zusätzlich wird ihnen im Stall Heu und Grassilage sowie auf der Weide Grünfutter angeboten. Zur Deckung des Mineralstoff- und Vitaminbedarfs erhalten die Kälber eine Mineralstoffmischung. Es wird kein Kraftfutter beigefüttert. Die Tiere werden auf der Weide in Koppeln gehalten und wechseln zwischen diesen in Abhängigkeit vom Futterbedarf und dem Futterangebot (Weideplan). Wie bereits oben erwähnt wird zur Vermeidung von Durchfällen (Strukturmangel und Eiweißüberschuss), im Frühjahr bis Mitte Juni (=1 Monat) bzw. auch im Herbst (Oktober) bei Bedarf auf der Weide Heu beigefüttert.

Die Flächen werden auch zur Winterfutterbereitung (2 Mähweiden) genutzt. Die Düngung der Mähweiden erfolgt mit dem im Winter anfallenden Stallmist (Tretmistlaufstall mit Stroheinstreu). Die ausschließlich durch Beweidung genutzten Flächen werden nicht zusätzlich gedüngt.

Die Mutterkühe und Jungrinder werden zumindest einmal monatlich gewogen. Zusätzlich wird die Lebendmasse nach der Geburt bzw. auch die Lebendmasse vor der Schlachtung festgestellt. Die Mastleistung der Kälber wird aus den Ergebnissen der Wiegungen errechnet. Daraus kann auch die Futteraufnahme und Futterverwertung in Kombination mit den erhobenen Daten zur Futterqualität (Weidekörbe) abgeschätzt werden.

Die Schlachtleistung der Kälber wird von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein in Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Fachschule Grabnerhof erfasst. Die Beurteilung der Fleischqualität erfolgt an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein.

Mutterschafe

Die extensive Bewirtschaftung des Grünlandes wird mit einer Bergschafherde von 18 Mutterschafen und einem Widder durchgeführt. Als Fläche stehen insgesamt ca. 3.3 ha Grünland zur Verfügung. Daraus errechnet sich ein Schafbestand von 5,7 Tieren je ha. Diese Betriebsgröße entspricht etwa dem statistischen österreichischen Durchschnitt und die Anzahl Schafe je Hektar sind Ausdruck für eine extensive Bewirtschaftung. Der Widder ist das ganze Jahr hindurch bei der Herde und die Ablammungen können beim asaisonalen Bergschaf daher das ganze Jahr hindurch erfolgen. Es wird abwechselnd ein Bergschafwidder bzw. ein Fleischrassewidder eingesetzt. Die Bestandesergänzung erfolgt aus der Herde der HBLFA.

Während der Vegetationszeit sind die Schafe auf der Weide, wobei dafür 1,7 ha vorgesehen sind. Die Umstellung von der Winterfütterung auf die Weide erfolgt in Gumpenstein. Die Weidefläche wird in 4 Koppeln unterteilt. Koppel 1 ist vom Gelände fast eben und es wird deshalb der 1. Aufwuchs zur Heugewinnung herangezogen. Weitere 1,6 ha stehen zur Heugewinnung zur Verfügung, wobei 2 Schnitte durchgeführt werden können. Das Heu wird von der Buchau nach Gumpenstein gebracht. Die Mähflächen werden nach dem 2. Schnitt für die Nachweide verwendet. In den Wintermonaten werden die Schafe im Stall an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein gehalten, um hier exakte Futteraufnahmeversuche durchzuführen.

Die Lämmer bleiben bis zu einem Alter von 3 Monaten bei der Mutter und werden danach abgesetzt und im Stall in Gumpenstein bis zum Schlachtendgewicht fertig gefüttert. Während der Aufzucht haben die Lämmer die Möglichkeit, über einen Lämmerschlupf Kraftfutter zur freien Aufnahme aufzunehmen. Die Endmast im Stall erfolgt ebenfalls mit Kraftfutter und Heu. An Daten werden die laufende Gewichtsentwicklung der Mutterschafe sowie der Lämmer, die Ablammdaten, die Weidedauer, die Futteraufnahme während der Stallhaltung, die Futtererträge auf den Mähflächen sowie die Mast- und Schlachtleistungsdaten der Lämmer erhoben.

Die Düngung der Mähflächen erfolgt mit dem im Winter anfallenden Stallmist (Tieflaufstall mit Stroheinstreu). Die ausschließlich beweideten Flächen werden nicht zusätzlich gedüngt.

Weitere Informationen zur Projektabwicklung gibt es in der Datenbank für Forschung und nachhaltige Entwicklung (Dafne) -> Link

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Ökologische und ökonomische Auswirkungen extensiver Grünlandbewirtschaftungssysteme zur Erhaltung der Kulturlandschaft

Buchgraber Karl (2001 - 2005)