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Die Haltung von Kälbern in Kälberiglus wird sowohl in wissenschaftlichen Untersuchungen als auch in Erfahrungsberichten von Praktikern als optimales Haltungssystem für Kälber bezeichnet. Auf dem Markt werden Iglus in den unterschiedlichsten Ausführungen und Größen angeboten. 

Projektleiter: Johann Häusler

 

Aus diesem Grund wurde am LFZ Raumberg-Gumpenstein in Zusammenarbeit mit dem „fortschrittlichen Landwirt" ein Vergleichstest durchgeführt, der die Stärken und Schwächen der einzelnen Iglus aufzeigen soll.

In einem Vergleichstest wurden 5 Iglus von verschiedenen Herstellerfirmen getestet. Dabei wurden - neben den technischen Daten und den Licht- und Temperaturverhältnissen - vor allem Wert auf die  Tiergerechtheit (Verletzungsrisiko) und die Bedienerfreundlichkeit gelegt. Traten Probleme auf, wurden die Firmen umgehend kontaktiert. Großteils wurde durchaus positiv darauf reagiert, die Firmen sind selbst an einer laufenden Verbesserung ihrer Produkte interessiert. So konnten gemeinsam Verbesserungen durchgeführt werden, die eine Verringerung des Verletzungsrisikos für Mensch und Tier brachten (einige Mängel wurden von den Firmen bereits im Vorfeld selbst behoben!).

Grundsätzlich ist die Haltung von Kälbern in Kälberiglus eine gute und preiswerte Alternative zu einem Stallumbau. Sie sind im Allgemeinen einfach zu bedienen und leicht zu reinigen und desinfizieren und vermindern somit den Infektionsdruck auf das neugeborene Kalb. Allerdings sind bei der Anschaffung und auch bei der Aufstellung der Iglus einige Dinge zu beachten.

  • So ist beispielsweise zu fordern, dass die äußere Oberfläche der Iglus nach Möglichkeit weiß aber mindestens hellgrau oder hellbeige sein muss. Dunkle Iglus führen zu  einer zu starken Erwärmung im Inneren.
  • Die Oberfläche der Iglus muss glatt sein, damit sie ohne Probleme gereinigt werden kann.
  • Um die Strangulierungsgefahr auszuschalten, dürfen die Abstände zwischen den Stäben der Umzäunung nicht mehr als 10 cm betragen, wobei eine stehende Anordnung der Stäbe vorzuziehen ist.
  • Die Verbindung zwischen Iglu und Auslauf muss so ausgeführt sein, dass kein Kalb mit dem Kopf durch den Spalt durchschlüpfen kann - hier herrscht ebenfalls Strangulierungsgefahr.
  • Die  Iglus sollten unter einem Dachvorsprung oder einem Flugdach aufgestellt werden, dies bringt neben einem besseren Witterungsschutz für die Kälber auch angenehmere Arbeitsbedingungen für den Betreuer.
  • Die Öffnung des Iglus muss der Wetterseite abgewandt sein - im Sommer erfolgt eine Ausrichtung nach Norden und im Sommer nach Ost bzw. Südost. Dies ist vor allem bei einer Aufstellung im Freien zu berücksichtigen.
  • Stellt man die Iglus unter den Dachvorsprung, so sollte dies nach Möglichkeit im Sommer im Schatten an der Nord- oder Ostseite und im Winter auf der Südseite von Stallungen erfolgen.

 

Weitere Infos:

Kälberiglus Endbericht Juli 2009

Vortrag "Haltung von Kälbern in Kälberiglus"


In der Zeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt" ist ebenfalls ein Bericht darüber erschienen, den sie mit folgendem Link besuchen können:
http://www.landwirt.com/rinderberichte/Kaelberiglus,1,5-Iglus-im-Vergleich.html

Weitere Informationen zur Projektabwicklung gibt es in der Datenbank für Forschung und nachhaltige Entwicklung (Dafne) -> Link



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Kälberiglus auf dem Prüfstand

Häusler Johann (2007 - 2008)