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12 2020 velik braunviehmast
In Österreich hat die Stiermast mit Fleckvieh große Bedeutung. Die Rasse Braunvieh, mit einem Rasseanteil von rund 6 %, wird in der österreichischen Rindermast kaum eingesetzt. Es wird häufig argumentiert, dass milchbetonte Rassen wegen deutlich schlechterer Mast- und Schlachtleistung (wirtschaftlich) wenig interessant sind. Versuche aus Deutschland (Ettle et al. 2019, Ettle et al. 2018, Meine-Schwenker 2019 und 2018, Geuder et al. 2012) zeigen aber, dass die Stiermast mit Braunvieh ähnlich wirtschaftlich wie mit Fleckvieh sein kann, vorallem weil Braunvieh-Kälber deutlich günstiger sind. Darüber hinaus ist bei Braunvieh – im Gegensatz zur Milchrasse Holstein Friesian – die Fleischleistung nach wie vor im Gesamtzuchtwert mitberücksichtigt.

Der Versuchsplan dieses Projektes lehnt sich an das Projekt „Masteffizienz an, wo Stierkälber der Rasse Fleckvieh sowie 3 Holstein-Genotypen gemästet werden (siehe auch Projekt „Milcheffizienz“). Es werden 10 männliche Braunvieh-Fresser bis zu einem Mastendgewicht von 720 kg mit 2 unterschiedlichen Grundfutterrationen gemästet. Zusätzlich wird auf einem oberösterreichischen Betrieb ein Praxisversuch mit Braunvieh-Stieren im Vergleich zu Fleckvieh durchgeführt.

Die Diskussion um Kälbertransporte – insbesondere von Milchrassekälbern – ins Ausland ist derzeit in Landwirtschaft, Medien und Gesellschaft stark präsent. Mögliche Auswege können gesextes Sperma, die noch stärkere Belegung von Milchrassekühen mit Fleischrassen oder auch die Kälbermast im Inland ein. Jedenfalls verlangt eine nachhaltige, tierethische Landwirtschaft eine ganzheitliche Betrachtung von Produktionssystemen. Hierzu bedarf es einer gemeinsamen Bewertung von Milchproduktion und Mast, und somit eben auch einer Bewertung der Stierkälber unserer Milchbetriebe.

Die Wirtschaftlichkeit ist wie überall auch in der Rindermast das zentrale Thema. Im Projekt sollen in Wirtschaftlichkeitsberechnungen auch die geringeren Braunvieh-Kälberkosten im Vergleich zu Fleckvieh mitberücksichtigt werden.

Im Projekt wird neben einer typischen Maissilage-Ration eine Grassilage basierte Ration eingesetzt. Der Einsatz von Grassilage in der Mast kann durch mehr Eiweiß aus dem Grundfutter dazu betragen (1) importiertes Eiweißkraftfutter zu reduzieren, (2) die Flächenkonkurrenz auf Ackerflächen (Futter- vs. Lebensmittelproduktion) einzuschränken und auch (3) eine Alternative zur Maissilage in der Fruchtfolge (Maiswuzelbohrer-Problematik) aufzuzeigen.

Schlussendlich zielt auch dieses Projekt darauf ab, bei zahlreichen Stakeholdern noch mehr Bewusstsein für die Produktqualität von Rindfleisch zu schaffen.