Sie benutzen eine uralte Version von Microsofts InternetExplorer.
Diese Version wird von unserer Website nicht mehr unterstützt.
Bitte aktualisieren Sie Ihren InternetExplorer oder wechseln Sie zu einem anderen modernen Browser.

12 2016 haeusler muku alice

Mutterkuhhaltung spielt vor allem in den österreichischen Grünlandgebieten eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Kulturlandschaft. Durch die extensive
Fleischproduktion ohne nennenswerten Kraftfuttereinsatz (= „Fleisch aus Gras“) gibt es auch keine Nahrungskonkurrenz zum Menschen.
Der Wegfall der Mutterkuhprämie stellt die Mutterkuhhalter vor neue Herausforderungen.

 

 

Projektleiter: Johann Häusler

 

Aktuell werden in Österreich rund 220.000 Mutterkühe gehalten, das entspricht etwa einem Drittel aller gehaltener Kühe (2010: ca. 270.000 Mutterkühe; 2010-2015: -20%).
Mutterkuhhaltung spielt vor allem in den österreichischen Grünlandgebieten eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Kulturlandschaft und durch die extensive Fleischproduktion ohne nennenswerten Kraftfuttereinsatz (= „Fleisch aus Gras“) gibt es auch keine Nahrungskonkurrenz zum Menschen. Durch den Wegfall der Mutterkuhprämie stehen die Mutterkuhhalter vor neuen Herausforderungen. Sie müssen die Betriebsabläufe optimieren und vor allem die Flächeneffizienz erhöhen. Gute Betriebe setzen ihre Ressourcen wie Futtergrundlage, Genetik der Tiere sowie Vermarktungsmöglichkeiten gepaart mit gutem Management effizient ein. Die Anforderung an den Mutterkuhhalter werden also immer größer und eine wirtschaftliche, funktionierende Mutterkuh wird immer wichtiger. Problemlose und langlebige Mutterkühe mit guten funktionellen Eigenschaften (Euter, Klauen, Mutterinstinkt …), in Rein oder auch Kreuzungszucht, sind die Basis für den betriebswirtschaftlichen Erfolg. In Österreich sind etwa 80% der Mutterkühe Fleckvieh-Mutterkühe aus der Milchviehhaltung. Fleckvieh entwickelt sich allerdings immer mehr zum Milchrind. Sind gute Milchkühe aber auch gute Mutterkühe? Gute und wirtschaftliche Mutterkühe brauchen eine gute Fruchtbarkeit und Langlebigkeit, korrekte Fundamente, eine gute Beckenlänge, ausreichend Milch und ein hoch angesetztes Euter. Die Basis für solche Kühe könnte mit der Kreuzung von Milchrassen mit Fleischrassen (z.B. Angus) geschaffen werden. Bei der Kreuzung von Milchvieh mit einer Mastrasse äußert sich der Heterosiseffekt in sehr gesunden und vitalen Kälbern und somit auch vitalen Mutterkühen. Für die Beratung gibt es dafür wenig Unterlagen bzw. kaum Forschungsergebnisse. Aus den Ergebnissen des vorliegenden Projektes sollen Empfehlungen für Praxis und Lehre (Schulen und Universitäten) abgeleitet werden können.

 

VERSUCHSPLAN:

  • Kreuzungen der Rassen Fleckvieh bzw. Holstein Friesian mit Angus als Mutterkühe
  • Alle Kreuzungspartner in Reinzucht + Kreuzungen  = 5 genetische Gruppen (HF, FV, AA, HFxAA, FVxAA)
  • Wieso Angus?:
    – Weltweit verbreitet, gute Verfügbarkeit
    – Starker Mutterinstinkt und gute Muttereigenschaften
    – Leichtkalbigkeit
    – Hornlosigkeit
    – Gute Grundfutterverwertung
    – Sehr gute Fleischqualität

ARBEITSPLAN:

  • Belegung aller Mutterkühe mit Limousin-Stieren
    (ca. 3 - 4 verschiedene Stiere, künstliche Besamung)
  • Mindestens 9 Kälber pro Versuchsgruppe = 3 Abkalbungsperioden
  • Pro Gruppe und Jahr 1 neue Mutterkuh = höhere Kuhanzahl
  • Jungrindfleischproduktion: Schlachtung der Tiere mit einem Schlachtalter unter 1 Jahr;
    Mindestgewichte: weibliche Tiere 350 kg und kastrierte männliche Tiere (Ochsen) 380 kg
  • Haltung in einem Laufstall (Tieflaufstall mit Fressgang) mit eigenem Bereich für die Kälber (Kälberschlupf)
  • Fütterung ausschließlich mit Heu und Grassilage (Kälber erhalten zusätzlich zur Milch nur junges, gutes Kälberheu)
  • Untersuchungen Mutterkühe
    – Futteraufnahme
    – Futterinhaltsstoffe
    – Lebendgewichtsentwicklung
    – Körperkondition und Rückenfettdicke
    – Stoffwechselparameter
    – Fruchtbarkeit (Besamungsindex, Zwischenkalbezeit…)
    – Milchmenge
    – Milchinhaltsstoffe
  • Untersuchungen Jungtiere:
    – Futteraufnahme (ab etwa dem 120. Lebenstag)
    – Futterinhaltsstoffe
    – Futterverwertung
    – Lebendgewichtsentwicklung (Tageszunahmen)
    – Rückenfettdicke (Beurteilung der Schlachtreife)
    – Mastleistungen
    – Schlachtleistungen
    – Fleischqualität
    – Fettsäuremuster

 

Titel der Forschungsarbeit:

"Weideochsenmast ohne Kraftfutter - Einfluss der Weidebesatzstärke auf Flächeneffizienz und Leistung"

"Impact of stocking rate on performance and efficiency of steers fattened on pasture without concentrate supplementation"

Projektleitung:
Priv.Doz. Dr. Andreas Steinwidder, Bio-Institut HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Projektmitarbeiter HBLFA Raumberg-Gumpenstein:
DI Walter Starz, Dr. Margit Velik, Dr. Leopold Podstatzky, Ing. Anton Schauer, Johann Häusler, Hannes Rohrer und Rupert Pfister

Kooperationspartner Universität für Bodenkultur Wien:
N.N. (Masterarbeit)

 

Please Wait

 

Kreuzungszucht bei Mutterkühen – Auswirkungen von Rasse bzw. Kreuzung auf Mutterkuh und Kalb

Häusler Johann (2016 - 2021)