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In Österreich werden rund die Hälfte der Milchkühe in den Monaten Mai bis Oktober auf der Weide gehalten.

Projektleiter: DI Dr. Andreas Steinwidder

 

 

In der Praxis zeigen sich in diesen Monaten bei vielen Betrieben Schwankungen in der Milchleistung und den Milchinhaltsstoffen. Dies stellt ein Zeichen von Fehlern in der Fütterung dar. Insgesamt ist die Weidehaltung in Österreich rückläufig, wobei sicherlich die oben angeführten Punkte mit eine Ursache dafür darstellen. Vor allem bei jenen Betrieben, die eine hohe Milchleistung pro Kuh anstreben, ist ein Ausstieg aus der Weidehaltung festzustellen. In diesem Zusammenhang müssen aber auch die agrarpolitischen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
Österreich hat im Rahmen der Verhandlungen zur Agenda 2000 auf eine spezifische Aufstockung der Quote im Berggebiet zugunsten einer Extensivierungsprämie für Milchkühe im Berggebiet verzichtet. Um diese Prämie in Anspruch nehmen zu können, müssen mindestens 50% der gemeldeten Futterflächen als Weideland gemeldet sein und der RGVE-Besatz je ha darf 1,4 nicht übersteigen. Aus dieser Sicht könnte zumindest mittelfristig ein weiterer Rückgang der Weidehaltung verhindert werden. Weidefutter stellt weiters auch ein sehr kostengünstiges Futter dar. Zusätzlich sollten aber auch die Erwartungen der Konsumenten - Weide wird als sehr naturnahe eingestuft - nicht vernachlässigt werden.
Unter österreichischen Produktionsbedingungen liegen praktisch keine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Weidehaltung von Milchkühen vor. Das Ziel des vorliegenden Projektes war es daher, die Grünfütterung auf der Weide (Tagweide bzw. Tag- und Nachtweide) bzw. im Stall zu vergleichen. Es sollten sowohl die Auswirkungen auf die Futteraufnahme als auch auf die Nährstoffversorgung und Leistung von Milchkühen geprüft werden. Zusätzlich sollte mit Hilfe von Videoaufzeichnungen das Verhalten der Tiere auf der Weide im Tagesverlauf und in Abhängigkeit von Klimafaktoren untersucht werden.

Die Untersuchungen wurden in Form eines lateinischen Quadrates mit 8 Milchkühen (4 Brown Swiss, 2 Holstein Friesian und 2 Fleckvieh) über 12 Wochen durchgeführt. Es wurde der Einfluss von Tag-, Tag- und Nachtweide bzw. Stallhaltung auf die Futteraufnahme, Nährstoffversorgung und Milchleistung untersucht. Zusätzlich wurde auch das Weideverhalten der Milchkühe erfasst. Die Grundfutterration setzte sich aus 60% Grünfutter und jeweils 20% Heu und Maissilage zusammen. Ab 13 kg Milchleistung wurde je 2 kg Mehrmilchleistung 1 kg Kraftfutter gefüttert.
Die Grund- und Gesamtfutteraufnahme sowie die Nährstoffaufnahme, Nährstoffversorgung als auch die Milchleistung unterschied sich nicht signifikant zwischen den 3 Versuchsgruppen. Die Tagweidegruppe nahm jedoch signifikant weniger Grünfutter als die Tag- und Nachtweidegruppe sowie die Stallgruppe auf. Im Gegensatz dazu war die Heuaufnahme signifikant bei Tagweidehaltung erhöht. Die Grünfutterverluste waren bei Weidehaltung (24 bis 30%) knapp doppelt so hoch als bei Stallhaltung (16%). Trotz stärkerer Selektionsmöglichkeit konnte auf der Weide keine höhere Grünfutteraufnahme festgestellt werden. Ursachen dafür stellen die insgesamt sehr gute Grünfutterqualität, der Zeitmangel bei Halbtagsweidehaltung sowie negative Umwelteinflüsse auf der Weide dar.
Bei den Verhaltensuntersuchungen wurde nach dem Weideaustrieb eine intensive Fressphase festgestellt. Die Tiere verbrachten rund 50 Minuten pro Stunde damit, Futter aufzunehmen. Im Tagesverlauf kam es zu einer kontinuierlichen Abnahme der Fressdauer auf etwas mehr als 30 Minuten pro Stunde.
Nach dem Weideaustrieb am Abend ging jedoch das Fressverhalten bis zum Einsetzen der Dunkelheit deutlich zurück und war in den Nachtstunden nur mehr gering ausgeprägt (15 Min/Stunde). Zusätzlich konnten auch Witterungseinflüsse auf das Verhalten der Tiere festgestellt werden. Bei Niederschlägen, aber auch bei steigenden Tagestemperaturen standen die Tiere vermehrt und ging das Liegeverhalten zurück.

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Einfluss von Weide- oder Stallhaltung auf die Grünfutteraufnahme

Steinwidder Andreas (1999 - 2002)