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Die Konsumenten wünschen sich junge, vollfleischige Lämmer, die möglichst naturnah und tiergerecht gehalten werden. Üblicherweise werden die Lämmer nach dem Absetzen von der Mutter mit einem Alter von ca. 2 Monaten im Stall mit Kraftfutter und Heu fertig gemästet.

 Projektleiter: Dr. Ferdinand Ringdorfer

 

Durch den Einsatz von milch- bzw. fleischbetonten Muttertieren (F1-Kreuzungen) in Kreuzung mit einer Fleischrasse sollte es möglich sein, die Lämmer bis zur Schlachtung bei der Mutter zu belassen. Der Einsatz von Kraftfutter soll durch die Verwendung von bestem Grundfutter (Heu, Grassilage, Maissilage) möglichst niedrig gehalten werden.

Die Lammfleischerzeugung ist eine interessante Betriebsform für Grünlandgebiete, speziell im Berggebiet. Lammfleisch ist ein sehr wertvolles Nahrungsmittel und ist bei entsprechender Qualität auch sehr gut nachgefragt. Die Konsumenten werden nicht nur was die Qualität betrifft immer anspruchsvoller, auch von der Art und Weise der Erzeugung haben sie ihre Vorstellungen. Naturnah und tiergerecht sind die Schlagworte. Diese Vorstellungen schlagen sich auch in der Tierhaltungsverordnung sowie in der Bioverordnung nieder. Ab 2011 ist laut EU-Bio-Verordnung auch für die Endmast der Lämmer ein Auslauf vorgeschrieben. Unter den derzeitigen Produktionsbedingungen führen diese Maßnahmen zu Leistungseinbußen und somit zu einer Verschlechterung des Betriebsergebnisses. Die Folge ist, viele Betriebe sperren zu.
Ziel des Projektes ist, zu untersuchen, ob durch den Einsatz von milch- bzw. fleischbetonten F1 Muttertieren, welche mit einer Fleischrasse gekreuzt werden, die Mastleistung so verbessert werden kann, dass die Lämmer bis zur Schlachtung bei der Mutter aufgezogen werden können und die Qualität des Produktes den Vorstellungen der Konsumenten entspricht. Ein weiteres Ziel ist auch zu untersuchen, inwieweit durch den Einsatz von bestem Grundfutter und optimaler Versorgung der Muttertiere der Kraftfutteraufwand für die Lämmer reduziert werden kann.
Alle diese Ziele haben ein gemeinsames Ziel, sowohl für die nach biologischen Richtlinien produzierenden Schafhalter wie auch für die konventionelle Schafhaltung, und zwar die Optimierung der Produktionsgrundlagen für die Lammfleischerzeugung und damit die Erreichung eines positiven Betriebsergebnisses.

Da es in der Praxis keine Kreuzungsmuttertiere aus Bergschaf und Ostfriesischem Milchschaf gibt, wurden am LFZ vorhandene Bergschafe zur Erzeugung der benötigten F1-Muttertiere mit einem Widder der Rasse Ostfriesisches Milchschaf belegt. Bei einer durchschnittlichen Fruchtbarkeit von 1,4 bei Erstlingsablammungen und einem erwarteten Geschlechtsverhältnis von 50:50 kann mit 15 weiblichen, für die weitere Zuchtverwendung geeigneten, F1-Tieren gerechnet werden. Diese F1-Tiere werden nach einer achtmonatigen Aufzucht mit einem Widder einer Fleischrasse belegt. Die aus dieser Belegung hervor gehenden F2-Kreuzungslämmer (ca. 20 Lämmer) werden alle der Schlachtung zugeführt.
Die Aufzucht bzw. die Mast dieser F2-Kreuzungslämmer erfolgt bei der Mutter unter optimaler Ausnützung des Grundfutters. Die weiblichen Tiere werden mit einem Lebendgewicht von 38 kg geschlachtet, die männlichen mit 42 kg.
Parallel dazu werden die Bergschafe (die Mütter der F1-Kreuzungsmütter) mit einem Fleischwidder belegt und diese Lämmer ebenfalls einer Mast- und Schlachtleistung unterzogen.
Weiters werden von den Landesschafzuchtverbänden NÖ, Sbg und Stmk F1-Muttertiere aus der Kreuzung Bergschaf x Jura, Bergschaf x Merinolandschaf und Jura x Merino zur Verfügung gestellt, mit denen gleich vorgegangen wird, wie oben für die F1-Tiere aus Bergschaf x Milchschaf beschrieben.
Die Fütterung der Mutterschafe erfolgt bis zur Ablammung für alle gleich. Die Tiere sind entweder im Sommer auf der Weide oder bekommen im Winter im Stall bestes Heu. Nach der Ablammung kommen die Schafe und Lämmer in eine Sammelbucht im Stall, wo es möglich ist, die Mutterschafe individuell zu füttern, um die Futteraufnahme feststellen zu können. Die Lämmer haben in einem Lämmerschlupf die Möglichkeit, Kraftfutter, Maissilage und bestes Heu aufzunehmen. Bei den Lämmern ist jedoch eine individuelle Futteraufnahme nicht möglich, hier kann nur die Futteraufnahme der ganzen Gruppe ermittelt werden. Die Fütterung der Mutterschafe erfolgt in Abhängigkeit von der Lämmeranzahl. Einlingssäugende Schafe bekommen nur bestes Heu zur freien Aufnahme, Zwillingssäugende bekommen zum besten Heu noch zusätzlich Grassilage.
Zur Ermittlung der Mastleistung werden die Ablammdaten sowie die wöchentliche Gewichtsentwicklung der Schafe und Lämmer erhoben. Die Schlachtleistung wird am Schlachtkörper durch Beurteilung nach dem EUROP-System bewertet. Für die Feststellung der Fleischqualität wird eine Probe aus Rücken und Keule entnommen und im Fleischlabor des LFZ nach der Standardmethode (Scherkraft, Farbe, Tropf- und Grillverlust, Verkostung) bzw. im Chemielabor (Fettsäuremuster, TS-, Fett- und Aschegehalt) untersucht.

Weitere Informationen zur Projektabwicklung gibt es in der Datenbank für Forschung und nachhaltige Entwicklung (Dafne) -> Link

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Qualitätslammerzeugung mit milchbetonten Muttertieren (F1) unter möglichst effizienter Ausnutzung des Grundfutters

Ringdorfer Ferdinand (2009 - 2012)