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Bergschaf
Bergschaf und Merinolandschaf sind die 2 am meisten verbreiteten Schafrassen in Österreich. Es stellt sich immer wieder die Frage, mit welchen Tieren  und welchem Produktionsverfahren kann am wirtschaftlichsten eine Qualitätslammfleischerzeugung durchgeführt werden.

Projektleiter: Dr. Ferdinand Ringdorfer

Die dazu notwendigen Grundlagen und Daten werden in diesem Projekt erarbeitet.

Bergschaf und Merinolandschaf sind die 2 am meisten verbreiteten Schafrassen in Österreich. Beim Bergschaf gibt es noch 2 Zuchtrichtungen, einerseits großrahmige, schwere Tiere und andererseits den noch eher kleineren, fruchtbaren Typ des alten Bergschafes. Es stellt sich immer wieder die Frage, mit welchen Tieren und welchem Produktionsverfahren kann am wirtschaftlichsten eine Qualitätslammfleischerzeugung durchgeführt werden. Die dazu notwendigen Grundlagen und Daten sollen in diesem Projekt erarbeitet werden.

Natürlichkeit und Landschaftsbezug des Produktes Lammfleisch sind zentrale Qualitätskriterien und müssen erhalten bleiben. Auch ernährungsphysiologische Kriterien spielen zunehmend eine gewichtige Rolle. Dies ist für die biologisch wirtschaftenden Schafbauern von großem Interesse. Im Projekt sollen die Einflüsse der Produktionstechnik (Alpung, Stallfütterung, Fütterungsintensität, Schlachtzeitpunkt) auf diese qualitativen Qualitätsmerkmale sowie auch auf die quantitativen Merkmale des Schlachtkörpers untersucht werden.

Die Milchleistung wird bei Schafen für die Lämmererzeugung in der Zucht nicht berücksichtigt. Für die Erzeugung von jungen Qualtitätslämmern ist aber gerade die Jugendentwicklung eine wesentliche Voraussetzung. Dazu ist eine gute Milchleistung der Mutter in den ersten 2 - 3 Monaten Voraussetzung. In diesem Projekt sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie die Milchleistung bei Schafen für die Lammfleischerzeugung abgeschätzt und somit als Selektionskriterium in der Zucht eingesetzt werden kann.

Ausführliche Beschreibung und Ziele des Projektes; Charakterisierung der Neuheit und der Vorteile gegenüber dem derzeitigen Stand des Wissens

Dieses Projekt wird mit einer Mutterschafherde von 60 Bergschafen und 30 Merinolandschafen durchgeführt. Die Bergschafherde besteht aus 30 Mutterschafen vom schweren, großen Typ (durchschnittlich 90 kg LG) und 30 Mutterschafen vom leichteren, kleinrahmigen Typ (durchschnittlich 70 kg LG).

Ziel des Projektes ist es, Daten zu erarbeiten, die für betriebswirtschaftliche Kalkulationen notwendig sind. Weiters soll eine Aussage über das Produkt Lammfleisch und seine Qualität bei unterschiedlichen Produktionstechniken gemacht werden können.

Zentrale Fragen sind:

  • Zuchtrichtung des Bergschafes
  • Almhaltung - Koppelhaltung
  • Optimales Schlachtendgewicht
  • Milchleistung der Mutterschafe
  • Fütterungsintensität
  • Fleischqualität

Zuchtrichtung des Bergschafes

In der Bergschafzucht sind 2 Zuchtrichtungen festzustellen.

Für Ausstellungen und Schauen werden die Schafe und Widder immer größer und schwerer. Nur dadurch kann mit einer Platzierung an vorderster Stelle gerechnet werden. Damit ist allerdings ein Rückgang in der Fruchtbarkeit und natürlich ein großer Futteraufwand verbunden.

Andererseits gibt es sehr viele Bergschafe, die zwar auf Ausstellungen hinten nach gehen würden, dafür aber eine gute Fruchtbarkeit haben und auch einen deutlich geringeren Futteraufwand benötigen.

Wie groß jedoch der Futteraufwand im einzelnen Fall ist, darüber gibt es keine Angaben und dies soll in diesem Projekt erarbeitet werden. Weiters stellt sich die Frage, ob das Wachstum und die Schlachtleistung der Lämmer aus den beiden Typen unterschiedlich ist bzw. ob es beim Schlachtendgewicht Unterschiede geben kann.

Die Kenntnis über Futteraufnahme und Leistungen sowohl der Muttertiere wie auch der Lämmer ist für Zuchtentscheidungen von großer Wichtigkeit, wenn die Schafhaltung auch wirtschaftlich sein soll.

Almhaltung - Koppelhaltung

Das Bergschaf ist für die Almhaltung bestens geeignet. Die Qualität der Lämmer, die auf die Alm mitgehen und im Herbst auf den Markt kommen, ist vielfach nicht befriedigend. Es stellt sich die Frage, ob es in der Lämmerqualität zwischen den beiden Bergschaftypen Unterschiede gibt. In der Koppelhaltung können die Schafe und Lämmer besser dem jeweiligen Bedarf entsprechend gefüttert werden. Bestens geeignet für die Koppelhaltung ist das Merinolandschaf.

Die Frage, ob das Merinolandschaf auch für die Almhaltung in weniger exponierten Lagen geeignet ist bzw. wie sich die beiden Bergschaftypen in der Koppelhaltung verhalten, darauf soll in diesem Projekt eine Antwort gefunden werden. In erster Linie geht es um die Gewinnung von betriebswirtschaftlich relevanten Daten für die verschiedenen Produktionssysteme.

Eine genaue Beobachtung des Gesundheitsstatus der Tiere (Parasitenbefall und Moderhinke) ist ein ebenso wichtiger Faktor, wie die Arbeitszeitaufzeichnungen bei den einzelnen Produktionsverfahren.

Optimales Schlachtendgewicht

Als Schlachtendgewicht werden 35kg, 40kg und 45kg miteinander verglichen. Je nach Produktionsverfahren kann es Unterschiede im optimalen Endgewicht und somit in der Qualtität geben. Zu wissen, welches Endgewicht zum jeweiligen Produktionsverfahren das beste ist, entscheidet über den Erfolg der Schafhaltung. Dabei sind jedoch auch die Wünsche der Konsumenten zu berücksichtigen.

Milchleistung der Mutterschafe

Die Jugendentwicklung der Lämmer hängt in erster Linie von der Milchleistung der Mutter ab. Eine Unterversorgung der Lämmer in den ersten 5-6 Wochen aufgrund schlechter Milchleistung kann auch später nicht mehr aufgeholt werden und letztendlich leidet die Qualität des Produktes Lammfleisch darunter. Es ist daher auch in der Zucht der Schafe, die für die Lammfleischerzeugung verwendet werden, von großer Wichtigkeit, die Milchleistung zu berücksichtigen. Bislang wird die Milchleistung in der Praxis aufgrund fehlender Methoden bei Schafen für die Lammfleischerzeugung nicht züchterisch berücksichtigt.

Mit der Oxitocin-Methode soll 1x wöchentlich die tägliche Milchmenge der säugenden Schafe festgestellt werden und parallel dazu 1x wöchentlich das Gewicht der Lämmer. Für die Praxis kann die Milchleistung nur über die Gewichtsentwicklung der Lämmer durchgeführt werden. Es geht darum, den Zeitpunkt für eine Wiegung der Lämmer zu bestimmen, wo das Lebendgewicht des Lammes die beste Korrelation zur Milchmenge aufweist.

Fütterungsintensität

Im alpinen Grünlandgebiet ist der Einsatz von Kraftfutter immer wieder in Frage gestellt. Der intensiven Lämmerfütterung mit Kraftfutter nach dem Absetzen mit 6-8 Wochen steht in der Praxis die weniger intensive Form des späten Absetzens mit ca. 3 Monaten und eventueller Endmast im Stall gegenüber. Diese beiden Formen der Lammfleischerzeugung dürfen nicht nur aus der Sicht des raschen Fertigwerdens der Lämmer gesehen werden, sondern es ist auch der gesamte Aufwand und letztendlich die Qualität des Produktes zu berücksichtigen. Gerade für die biologisch wirtschaftenden Betriebe ist der Einsatz von Kraftfutter oft ein begrenzender Faktor. Natürlichkeit und Landschaftsbezug der Schafhaltung sind in diesem Zusammenhang zu nennen.

Fleischqualität

Die Qualität des Produktes Lammfleisch spielt zunehmend eine bedeutende Rolle. Natürlichkeit und Landschaftsbezug sind zentrale Qualitätskriterien und müssen erhalten bleiben. Mit diesem Argument können biologisch wirtschaftende Betriebe einen gewissen Vorteil in der Vermarktung ziehen. Dies steht in einem gewissen Widerspruch mit der intensiven Fütterung der Lämmer mit Kraftfutter. Auch ernährungsphysiologische Kriterien spielen zunehmend eine gewichtige Rolle. Im Projekt sollen die Einflüsse der Produktionstechnik (Alpung, Stallfütterung, Fütterungsintensität) auf diese qualitativen Qualitätsmerkmale sowie auch auf die quantitativen Merkmale des Schlachtkörpers untersucht werden. Der optimale Schlachtzeitpunkt hängt von der Rasse bzw. dem Rassetyp sowie der Intensität der Fütterung ab.

Die Lämmer werden mit einem Lebendgewicht von 35kg, 40kg bzw. 45kg im Schlachthof der BAL geschlachtet und die Schlachtleistung ermittelt.

Als Parameter der Schlachtleistung werden ermittelt:

  • Schlachtkörpergewicht warm
  • PH-Wert 1 Stunde nach der Schlachtung
  • Schlachtkörpergewicht kalt
  • PH-Wert 24 Stunden nach der Schlachtung
  • Nierenfettanteil
  • Anteil der Teilstücke
  • Fleisch-, Fett- und Knochenanteil einer Schlachthälfte

Für die Untersuchung der Fleischqualität wird eine Probe aus der Keule und vom großen Rückenmuskel entnommen und auf folgende Parameter untersucht:

Am LFZ Raumberg-Gumpenstein

  • Fettgehalt
  • Proteingehalt
  • Wasser
  • Asche

An der veterinärmidizinischen Universität Wien

  • Cholesteringehalt
  • Fettsäuremuster
  • Essentielle Aminosäuren
  • Puringehalt

An der Versuchswirtschaft Königshof

  • Fleischfarbe
  • Marmorierung
  • Scherkraft
  • Grillverlust
  • Kochsaftverlust
  • Sensorische Prüfung 

Versuchsplan

Haltung

Alm

Koppel

Absetzen der Lämmer

*)

Früh (6 Wochen)

Spät (3 Monate)

Endgewicht der Lämmer

35

40

45

35

40

45

35

40

45

*) Bei den Schafen der Almhaltungsgruppe werden die Lämmer entweder bei Erreichen des Endgewichtes oder am Ende der Almhaltungsperiode abgesetzt und bis zum entsprechenden Endgewicht fertiggefüttert.

Der Versuch beginnt mit der Almperiode 2002 und endet voraussichtlich mit der Almperiode 2004. Da jedoch die Anzahl der Lämmer nicht genau vorausgesagt werden kann, wurde eine eventuelle Almperiode 2005 noch berücksichtigt.

Please Wait

 

Erzeugung von Qualitätslämmern mit Schafen der Rasse Bergschaf und Merinolandschaf

Ringdorfer Ferdinand (2002 - 2005)