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Schafe und Ziegen

Die Beweidung von Steilflächen mit Ziegen und Schafen hat gegenüber der Beweidung mit Rindern den Vorteil, dass weniger oder keine Trittschäden entstehen.

Projektleiter: Dr. Ferdinand Ringdorfer

 

Ziegen sind Mischfresser, d.h. sie verbeißen auch Sträucher und Bäume und tragen so zur besseren Offenhaltung der Kulturlandschaft bei. Schafe hingegen zählen zu den Grasfressern. Die Auswirkung von verschiedenen Weidesystemen (Standweide, Koppelweide) im Vergleich zu einer schonenden mechanischen Pflege sollen untersucht werden. Ein weiterer Aspekt ist, inwieweit die Beweidung mit Ziegen und Schafen einen Einfluss auf die Jagd ausübt.

Ehemalige, alpine Weideflächen, die über viele Jahre nicht mehr beweidet oder gemäht wurden, sollen mit Burenziegen sowie Braunen Bergschafen beweidet werden. Die Beweidung von Steilflächen mit Ziegen und Schafen hat gegenüber der Beweidung mit Rindern den Vorteil, dass weniger oder keine Trittschäden entstehen. Ziegen sind Mischfresser, d. h. sie verbeißen auch Sträucher und Bäume und tragen so zur besseren Offenhaltung der Kulturlandschaft bei. Schafe hingegen zählen zu den Grasfressern. Die Burenziege ist eine Fleischziegenrasse, die nicht gemolken wird und ist deshalb für die Landschaftspflege besonders gut geeignet. Die Belegung kann so gesteuert werden, dass während der alpinen Weideperiode keine Kitze bei den Müttern sind und daher auch der Nährstoffbedarf der Ziegen ohne Zufütterung gedeckt werden kann. Ebenso ist das Braune Bergschaf asaisonal und die Belegung wird gleich wie bei den Ziegen gesteuert.

Die Auswirkungen von verschiedenen Weidesystemen (Standweide, Koppelweide) im Vergleich zu einer schonenden mechanischen Pflege sollen untersucht werden.

Parallel zur Beweidung bzw. mechanischen Pflege sollen langfristige Verbesserungen bei Ertrag und Futterwert der betroffenen Flächen durch Ansaat standortgerechter Futtergräser und -kräuter erreicht werden.

Das Ziel ist, aufzuzeigen, wie sich die Beweidung mit Ziegen und Schafen im Vergleich zur mechanischen Pflege auf den Pflanzenbestand auswirkt und welche tierischen Leistungen bei den verschiedenen Weidesystemen erbracht werden können.

Ein weiterer Aspekt ist, inwieweit die Beweidung mit Ziegen und Schafen einen Einfluss auf die Jagd ausübt.

In Österreich werden die Leistungen der Schafe und Ziegen im Hinblick auf Landschaftspflege bislang noch zu wenig beachtet. Im Vordergrund steht die Erzeugung von hochwertigen Nahungsmitteln. Die landschaftspflegerische Leistung der Ziegen und Schafe soll genau untersucht werden. In Deutschland ist die Landschaftspflege mit Schafen und Ziegen in verschiedenen Projekten Realität (Eckert, 1993; Brühne, et al 2004).

Für den Zeitraum 1999-2003 beträgt laut Grünem Bericht 2000 und 2004 der Rückgang an Grünfutterflächen in Österreich 21,4%, wobei dieser Rückgang zu 76% auf Kosten der Almen und Bergmähder geht. Die Beweidung von Steilflächen mit Ziegen und Schafen hat gegenüber der Beweidung mit Rindern den Vorteil, dass weniger oder keine Trittschäden entstehen. Ziegen sind Mischfresser, d. h. sie verbeißen auch Sträucher und Bäume und tragen so zur besseren Offenhaltung der Kulturlandschaft bei. Schafe hingegen zählen zu den Grasfressern. Die Burenziege ist eine Fleischziegenrasse, die nicht gemolken wird und ist deshalb für die Landschaftspflege besonders gut geeignet. Nach Stahmann (1994) sind Burenziegen am besten zur Pflege und Offenhaltung von Magerrasen (vor allem bei Verbuschung) geeignet. Ob die Burenziege auch im alpinen Gebiet geeignet ist, wird dieser Versuch zeigen.

Im Zusammenhang mit der Beweidung von Almflächen mit Schafen oder Ziegen kommt es auch immer wieder zu Berührungspunkten mit der Jagd. Um hier ein gegenseitiges Miteinander zu fördern, sollen die Vor- und eventuelle Nachteile sowohl für die Landwirtschaft wie auch für die Jagd aufgezeigt und einer gemeinsamen Lösung zugeführt werden. Weiters wird auch der Naturschutz in das Projekt mit eingebunden.

Versuchsplan: Einteilung der Versuchsflächen

Mechanische Pflege

Koppel Ziegen

Standweide Ziegen

 

 

 

Koppel Schafe

Standweide Schafe

Koppel Ziegen

Koppel Schafe

Koppel Ziegen

Koppel Schafe

Für den Versuch werden je 20 Burenziegen und 20 Braune Bergschafe aus dem Bestand des LFZ Raumberg-Gumpenstein bzw. zugekaufte Tiere eingesetzt. Bei den Tieren handelt es sich um Schafe und Ziegen ohne Lämmer. Bei einem Besatz von 0,5 GVE/ha ergibt sich eine Fläche von 3 ha je Versuchsgruppe. Die Weideflächen werden mittel Elektrozaun eingezäunt. Die Weidedauer auf den Koppelflächen beträgt jeweils 14 Tage, wodurch sich eine 2 bis 3 malige Beweidung jeder Koppel, je nach Vegetation, ergibt. Hauptvegetationszeit sind die Monate Juni bis August, je nach Vegetationsangebot kann die Dauer der Beweidung ausgedehnt werden. Die Einteilung der Koppeln erfolgt horizontal zur Höhenlage, die Höhe der Versuchsflächen wird in einen Bereich zwischen 1500 und 2000 m liegen. Als Vergleich zur tierischen Pflege wird eine Fläche von Hand mechanisch gepflegt.

Zu Versuchsbeginn erfolgt eine Analyse der Standortsverhältnisse. Sämtliche Flächen werden beprobt, eine Wetterstation soll die weiteren Standortsparameter erfassen. Eine genaue Erhebung des Pflanzenbestandes jeder Parzelle sowie eine allgemeine Beschreibung der Fläche werden am Beginn des Projektes sowie nach Beendigung jedes Umtriebes auf allen Flächen durchgeführt. Auf jeder Teilfläche werden Dauerbeobachtungsflächen eingerichtet und sämtliche kurz- sowie langfristigen Veränderungen der Pflanzenbestände dokumentiert. Nach Möglichkeit soll eine Ertragsschätzung sowie eine Nährstoffanalyse des Pflanzenbestandes durchgeführt werden.

Am Ende des ersten Versuchsjahres werden alle Teilflächen mit einer standortgerechten Saatgutmischung eingesät, um eine langfristige Verbesserung des Pflanzenbestandes und damit der Ertragsfähigkeit sowie des Futterwertes zu erreichen. Als einheitliche Technik kommt die händische Aussaat im Spätherbst (sog. Schlafsaat) zur Anwendung.

Die in den kommenden Versuchsjahren zu setzenden Weide- Pflege- und weiteren Rekultivierungsmaßnahmen müssen flexibel der entstehenden Situation angepasst werden.

Zum Vergleich der Kosten- Zeit- und Sachaufwände sowie zur Abschätzung des mit anderen Verfahren erreichbaren Erfolges werden auf einer weiteren Parzelle mechanische Rekultivierungsverfahren (händisches Schwenden sowie - falls vom Gelände her möglich - der Einsatz einer Fräse) eingesetzt. Auch auf diesen Flächen wird im Herbst mit einer standortgerechten Saatgutmischung eingesät.

Weitere Informationen zur Projektabwicklung gibt es in der Datenbank für Forschung und nachhaltige Entwicklung (Dafne) -> Link

 

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Rekultivierung von ehemaligen Almflächen durch Burenziegen und Schafe

Ringdorfer Ferdinand (2005 - 2008)