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Im Forschungsprojekt wird mit Hilfe verschieden zusammengesetzter Weiderationen (Vollweidevariante als Kontrollgruppe) versucht, der Frage nach einer gezielten und optimierten Ergänzungsfütterung in der Weidehaltung nachzugehen.

Projektleiter: Johann Häusler

 

Obwohl ökonomische Berechnungen zeigen, dass bei Weidehaltung die Futterkosten im Vergleich zur Vorlage von konserviertem Futter verringert werden können, ist in Mitteleuropa ein Rückgang der Weidehaltung bzw. der Umstieg auf Halbtags- bzw. Stundenweide bei Milchkühen zu beobachten. Unbestritten sind die Vorteile der Weidehaltung, wenn man das Verhalten der Tiere als Maßstab für die Tiergerechtheit eines Haltungssystems heranzieht. Demgegenüber können bei Ganztagsweide jedoch keine hohen Einzeltierleistungen erreicht werden. Sowohl die begrenzte Nährstoffdichte, die jahreszeitlichen Schwankungen der Nährstoffkonzentration und die Schwierigkeit einer gezielten Beifütterung als auch die physikalischen und physiologischen Grenzen in der Weidefutteraufnahme und die klimatisch bedingten Futteraufnahmeschwankungen sind die Ursachen dafür.

Da jedoch in Zukunft die Weidehaltung verstärkt gefördert werden soll, spielt die Frage nach einer gezielten und optimierten Ergänzungsfütterung eine entscheidende Rolle, um die oben genannten Probleme sowie die zum Teil doch recht beträchtliche Proteinüberversorgung zu vermindern. Im Forschungsprojekt wird versucht, mit Hilfe verschieden zusammengesetzter Weiderationen, mit einer Vollweidevariante als Kontrollgruppe, dieser Frage nachzugehen und eine Antwort zu finden.

Die Ergänzungsfütterung zu Weide kann verschiedene Ziele verfolgen:

  • Verbesserung der Nährstoffversorgung von höher leistenden Kühen
  • Verbesserung der Milchinhaltsstoffe
  • Ausgleich der Schwankungen im Nährstoffangebot
  • Verringerung der Stoffwechselbelastung der Kühe

Konsequenzen für das Projekt - abzuklärende Fragen:

  • Wo liegen im alpinen Raum die Grenzen der täglichen Milchleistung bei alleiniger Weidefütterung?
  • Welche Milchleistungen pro Laktation können mit einer restriktiven Kraftfutterzufütterung bei Ganztagesweidehaltung von Milchkühen und ausschließlicher Weidefütterung während der Vegetationszeit erreicht werden?
  • Wie wirkt sich eine höhere Kraftfuttergabe zusätzlich zum Weidefutter aus?
  • Kann man mit Kraftfutter eine bessere Nährstoffversorgung höher leistender Tiere erreichen und damit die Gefahr an einer Ketose zu erkranken, minimieren?
  • Können die Inhaltsstoffe mittels gezielter Beifütterung im Vergleich zu alleiniger Weidefütterung verbessert werden?
  • Verändert sich das Fettsäuremuster (Omega-3-Fettsäuren) durch die Beifütterung unterschiedlicher Futtermittel?
  • Können durch die Ergänzungsfütterung die Schwankungen im Nährstoffangebot ausgeglichen werden?
  • Welche Futtermittel sind die ideale Ergänzung zu jungem zuckerreichem und strukturarmem Grünfutter?
  • Wie kann man einen zu starken pH-Wert Abfall im Pansen und damit die Gefahr einer Acidose minimieren?
  • Welche Futtermittel sind geeignet, den hohen N-Überschuss im Pansen auszugleichen und damit die negativen Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Klauengesundheit zu verhindern?

Versuchsplan:

Im Projekt sollen mit Hilfe unterschiedlicher Ergänzungsfuttermittel, bei sonst annähernd gleich bleibender Fütterung, die oben aufgelisteten Fragen behandelt und Lösungen für die einzelnen Probleme gefunden werden.

In einem Zeitraum von 3 Jahren soll mit einer Herde von 12 Milchkühen diese Fragestellung intensiv behandelt werden. Diese 36 (3 Jahre x 12 Tiere / Jahr) Tiere werden aus der Herde des LFZ Raumberg-Gumpenstein ausgesucht und sollen, um das Weidefutter optimal ausnützen zu können, nach Möglichkeit in den Monaten Jänner bis März abkalben. Die Kühe werden 10 Tage vor dem errechneten Abkalbetermin in den Versuch gestellt. Bis zum 56. Laktationstag, der zum Teil noch in die Winterfütterungsperiode hineinfällt, werden alle Kühe gleich gefüttert. Danach werden die Tiere in 4 Gruppen zu jeweils 3 Kühen eingeteilt, das ergibt in 3 Jahren eine Anzahl von 9 Tieren pro Gruppe.

Ab Beginn der Vegetationszeit kommen die Tiere aller 4 Gruppen gemeinsam auf die Weide. Nachdem es auch um die konsequente Reduzierung des Einsatzes von Betriebsmittel und somit auch Arbeitszeit geht und zusätzlich das Futter auf der Weide möglichst gleichmäßig in der Qualität sein soll, kommen lediglich die intensive Standweide (Kurzrasenweide) bzw. eine intensive Umtriebsweide als Weideform in Frage. Nachdem im letzten Jahr bereits Vorarbeiten zum Thema Kurzrasenweide geleistet worden sind, wurde auf diese Weideform zurückgegriffen.

Weitere Informationen zur Projektabwicklung gibt es in der Datenbank für Forschung und nachhaltige Entwicklung (Dafne) -> Link

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Ergänzungsfütterung bei Ganztagesweidehaltung von Milchkühen

Häusler Johann (2005 - 2008)