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Cuccetten in Selbstbauweise

Tiergerecht aber nicht teuer

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Die Umstellung von Laufstallkalbinnen auf Anbindehaltung bereitet sehr oft Probleme, vor allem dann, wenn sie nicht rechtzeitig erfolgt. Aus diesem Grund wurde an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein als provisorische Zwischenlösung bis zur Inbetriebnahme des neuen Rinderforschungsstalles - im bereits vorhandenen Auslauf ein Freiluftstall errichtet. Die Einheit besteht aus zwei Cuccetten, wobei in der kleineren ein Fressplatz und in der größeren die Liegeboxen untergebracht sind. Beide Bauteile wurden in Eigenregie aus Holz gefertigt und stehen seither für ca. 10 Jungkühe und trockenstehende Tiere zur Verfügung. Der Stall zeichnet sich durch eine sehr einfache und funktionelle Bauweise aus und zeigt, dass auch ohne großen finanziellen Aufwand tiergerechte Stallungen errichtet werden können.

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Die gesamte Auslauffläche (ca. 400 m²) wurde ausgebaggert und mit ca. 60 cm Frostkoffer versehen. Die Cuccette für die Liegeboxen erhielt ein Streifenfundament, der gesamte Liegebereich wurde nicht betoniert. Auf diesen Streifenfundamenten wurden sowohl der Baukörper als auch die Liegeboxen (Stützen aus Metall, Rest aus Rundholz) errichtet. Die beiden Stirnseiten (Ost u. West) wurden mit Holz verschlagen, die beiden Längsseiten blieben offen. Dies ermöglicht eine optimale Sonneneinstrahlung in den Stall vor allem auch im Winter, aber doch auch eine ausreichende Beschattung im Sommer. Da der Stall, wie bereits erwähnt, auch im Winter genutzt werden soll, wurde die Südseite zusätzlich mit einem Curtain als Windschutz ausgestattet. Das Pultdach wurde aufgelattet und mit einem Blechdach versehen. Nach Fertigstellung des Bauwerks erhielt der Liegebereich eine ca. 10 - 15 cm dicke Sandauflage. Darüber kam eine Schicht Stallmist und darauf wurde eine dicke Strohschicht aufgebracht.

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Der Fressplatz wurde ebenfalls aus Holz gestaltet und mit einem Blechdach versehen. Ein altes Fressgitter fand wieder eine Verwendung und der Barren wurde so breit gestaltet, dass etwas Futter auch auf Vorrat gelegt und nachgeschoben werden kann. An der Breitseite wurde eine elektrische Viehbürste aufgehängt, die von den Tieren sofort in „Beschlag" genommen wurde. Die „Hauptverkehrswege" (das ist der Bereich zwischen und vor den beiden Cuccetten), in denen der meiste Mist anfällt, wurden betoniert. So kann diese Fläche leicht abgeschoben und gereinigt werden. Der Rest des Geländes wird mit Hackschnitzel eingestreut, die Verschmutzung in diesem Bereich ist auch bei starkem Besatz sehr gering.

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Bereits nach 7 Monaten hat sich diese Investition vor allem für die Jungkühe ausgezahlt - sowohl der Körperzustand als auch die Klauengesundheit und Fruchtbarkeit haben sich deutlich verbessert und die Tiere danken dies mit eindeutig besseren Milchleistungen.

 

 

 

 


Johann Häusler, HBLFA Raumberg - Gumpenstein, Institut für Nutztierforschung

Skizzen der Cuccetten:

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Grundriss der Liegeboxen

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Schnitt der Liegeboxen

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Grundriss des Fressplatzes

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Schnitt des Fressplatzes