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Orale Eisenversorgung für Bioferkel

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Eisen stellt in der Entwicklung der Ferkel einen wesentlichen Nährstoff dar. Als zentraler Bestandteil von Blut- und Muskelfarbstoff ist Eisen lebensnotwendig. Viele Enzyme sind auf das Vorhandensein von Eisen im Körper angewiesen.

Die Muttermilch enthält deutlich weniger Eisen, als die Ferkel zum Leben benötigen. Etwa 1/10 der Versorgung kann über die Milch gewährleistet werden. Der Rest muss extern zugeführt werden. Üblich ist die Verabreichung einer „Eisenspritze“ am 2. oder 3. Lebenstag. Dabei wird eine organische Eisenverbindung (meist Eisendextran) in die Muskulatur des Ferkels verabreicht und stellt die Eisenversorgung für die ersten 14 Lebenstage sicher. Danach nehmen die Ferkel Eisen über Festfutter auf und decken den Bedarf auf diese Weise.

Eisen könnte auch in Form von Pasten gegeben werden, dazu sind aber spezielle chemische Verbindungen nötig (Dextran, Fumarat,…) Da die EU-Bio-Verordnung 889/2008 Eisen zur oralen Aufnahme nur in den Formen Eisencarbonat, -sulfat oder –oxid erlaubt, ist diese Form für Biobetriebe de facto nicht verfügbar.

 

Parasitenmanagement

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Schweine werden Zeit ihres Lebens von „Mitessern“ heimgesucht. Diese Parasiten können in Form der „Ektoparasiten“ auf der Hautoberfläche (Läuse) oder in der Haut (Milben) leben und Schäden anrichten, oder als „Endoparasiten“ im Körper schmarotzen (Würmer).

Gerade für Biobetriebe ist die Frage nach dem Umgang mit den Schmarotzern eine Wesentliche, werden doch zur Bekämpfung vielfach chemisch synthetische Arzneimittel eingesetzt.

Alternative Therapien wie Homöopathie oder Phytotherapie erzielen in der Parasitenbekämpfung nur ungenügende Erfolge. Zwar stärken diese Therapien die Abwehrkraft der Tiere, eine Behandlung mit solchen Mitteln führt jedoch bei starkem Parasitenbefall nicht zur Besserung. Deshalb ist am Biobetrieb unbedingt ein strategisches Konzept zur Bekämpfung von Parasiten zu verfolgen.

 

Tiergesundheit und Fütterung

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Tiergesundheit wird von vielen Faktoren beeinflusst. Zusammenfassend wird gerne das Wort „Management“ verwendet. Dabei spielen die Entscheidungen des Tierbetreuers /der Tierbetreuerin eine wesentliche Rolle. Warum spielt es eine Rolle, aus welchem Betrieb Tiere zugekauft werden, wie hoch wählt ein Landwirt die Besatzdichte im Stall? Hat das Beschäftigungsmaterial Einfluss auf Verhaltensänderungen der Tiere? Wie hängt der Gesundheitszustand der Herde mit dem Wohlbefinden der Betreuer zusammen. Viele ungeklärte Fragen, die auf wissenschaftlicher Ebene nicht immer leicht zu beantworten sind. In den aufgeführten Publikationen stehen diese Fragen im Mittelpunkt.

Warum werden Tiere krank? Dieser Vortrag versucht am Beispiel der Schafhaltung allgemeine Zusammenhänge zwischen Tierbetreuung und Tiergesundheit aufzuzeigen Vortrag Schaftzuchtverband 2010

Ist Tierzukauf ungesund Bio Austria Zeitschrift 1/2006, S.42-43 - Jeder Tierzukauf beeinflusst die Herdengesundheit. Fremde Tiere bringen unbekannte Keime in den Stall und können so Krankheiten begünstigen oder auslösen. Der Artikel beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Tierverkehrs und gibt Hinweise zur Vermeidung von Fehlern beim Tierzukauf.

Schweine brauchen Mineralstoffe: Ernte Zeitschrift 1/2006, S. 40-41- Biobetriebe vertrauen auf ein hohes Kompensationsvermögen ihrer Tiere durch Förderung der Haltungsbedingungen, Anbieten variantenreicher Rationen und Vermeidung von Stress. Trotzdem müssen Grundregeln bei der Ernährung von wachsenden Tieren eingehalten werden. Mangelnde Zinkversorgung kann z.B. zu gravierenden Hautveränderungen führen.

Parakeratose in einem biologisch wirtschaftenden Schweinemastbetrieb: wissenschaftlicher Bericht über die Auswirkungen einer Zinkmangelernährung bei Mastschweinen.

Schwanzbeißen bei Bioferkel: Auch in gut geführten Biobetrieben können Verhaltensauffälligkeiten wie das sogenannte "Schwanzbeißen" auftreten. Nicht immer ist die Ursache klar ersichtlich. Das Merkblatt gibt Hinweise, die bei der Aufklärung der Ursache hilfreich sein können.

Veterinärmedizinische Betreuung von Bioschweinen: Der fortschrittliche Landwirt 12/2007, S. 16-17 - Ein Artikel für Landwirte, die an einem Umstieg auf Biologische Schweinehaltung interessiert sind. Die Eckpunkte der Behandlungsmöglichkeiten bei Bioschweinebetrieben in übersichtlicher Form dargestellt.

 

 

Kastration im Biobetrieb

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Die Kastration männlicher Saugferkel wird in den ersten 7 Lebenstagen durchgeführt. Zweck der Maßnahme ist die Verhinderung einer geschlechtsbedingten negativen Beeinflussung des Fleisches durch die Substanzen Androstenon  und Skatol. Seit einigen Jahren wird auf Biobetrieben vor der Kastration ein Schmerzmittel verabreicht, um die auftretenden Wundschmerzen zu dämpfen. Die hier dargestellten Publikationen geben einen Hinweis darauf, wie komplex dieses Thema ist und welche Auswirkungen ein Verzicht auf die Kastration nach sich ziehen würde. Auch wenn vom ethischen Standpunkt die Bewahrung der vollständigen Integrität der Tiere nachvollziehbar ist, wirft ein möglicher Verzicht auf die Kastration viele neue Fragen auf. Derzeit liegt ein Termin für ein europaweites Ende der betäubungslosen Kastration mit 2018 am Tisch.  Abhängig vom Erfolg der derzeit intensiven Bemühungen, unterschiedliche Narkoseformen in der Praxis zu etablieren, sowie der Einführung der Ebermast bei großen Schlachtunternehmen, kann dieser Termin halten oder noch weiter nach hinten verschoben werden.