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Die Europäische Kommission hat heute einen Vorschlag zu einer neuen Bio-Verordnung veröffentlicht.
In den drei angeführten Dokumenten finden sie eine Zusammenfassung der Situation und den Verordnungsentwurf samt Anhang, der weitere technische Details regelt.
Es handelt sich dabei vorerst nur um einen Entwurf der EU-Kommission, der in den kommenden Monaten/Jahren gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Union (Vertretung der Interessen der Mitgliedsstaaten) und dem EU-Parlament (Vertretung der Interessen der EU-Bürger) verhandelt werden wird.
Die EU-Kommission plant die neue Verordnung 2017 in Kraft treten zu lassen. Bis dahin obliegt es den zuständigen nationalen Behörden und Interessensvertretungen Anregungen und Kommentare in die Diskussion und Verhandlungen einzubringen.

 

 

Zur Senkung der Ketoseanfälligkeit bei Milchkühen und Kalbinnen über 300 kg Körpergewicht wurde im April 2013 ein neues Arzneimittel namens “Kexxtone®” der Firma Elanco zugelassen. Es handelt sich dabei um ein antibiotisches Langzeitmedikament, das nach tierärztlicher Verschreibung zur präventiven Ketosevermeidung eingesetzt wird. Die einmalige Gabe des Mittels bewirkt eine über 3 Monate anhaltende tägliche  Medikamentation des antibiotischen Wirkstoffs Monensin. Bis ins Jahr 2006 war der Wirkstoff Monensin als Wachstumsförderer bei der Rindermast durch die EU zugelassen, wurde aber 2006 – so wie alle anderen Leistungsförderer auch – EU weit verboten.

Laut Artikel 23 der EG Bio-Verordnung Nr. 889/2008 ist eine präventive Verabreichung chemisch-synthetischer allopathischer Tierarzneimittel oder von Antibiotika verboten. Bei der Anwendung des Arzneimittels „Kexxtone®“ handelt ist sich dabei um eine derartige präventive Verabreichung. Achtung ist also geboten! Denn trotz einer tierärztlichen Verschreibung des Mittels käme es zu einer Aberkennung des Bio-Status für das betroffene Tier und dessen Produkte!

Ketose ist eine Stoffwechselerkrankung der hochlaktierenden Milchkuh und ist durch überschießenden Fettabbau gekennzeichnet. Fett wird im Stoffwechsel der Kuh zu Ketonkörpern (Aceton, ß-Hydroxybuttersäure und Acetacetat) abgebaut. Diese werden über Harn, Milch und auch Atemluft ausgeschieden. Deshalb riecht der Atem betroffener Kühe oftmals obstartig. Zur Diagnostik werden sowohl Schnelltests für Milch und Harn, als auch die Untersuchung von Blut im Labor angeboten.

Als wichtigste Vorbeugemaßnahme gilt eine ausreichende Energieversorgung durch Sicherstellung der Futteraufnahme und Erhöhung der Energiekonzentration in der Ration. Vor allem bei überkonditionierten Tieren beginnt die Problematik bereits einige Tage vor der Geburt und erfordert besondere Beachtung. Als Therapie im Krankheitsfall werden als tierärztliche Behandlung Infusionen mit Glucose, sowie Injektionen von Glucocorticoiden verabreicht. Phytotherapeutisch wäre der Einsatz von Mariendistelsamen möglich.

Autoren: Mag. Paul Axmann, Dr. Werner Hagmüller

Institut für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere, LFZ Raumberg-Gumpenstein 

07.08.2013

 

 

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben auf Initiative der Europäischen Kommission zu einer Verlängerung der Übergangszeit für nationale Bio-Aquakulturbestimmungen gestimmt. Die in der Verordnung (EG) Nr. 710/2009 gesetzte Frist zum Auslauf dieser Übergangsbestimmung (01. Juli 2013) wurde somit auf den 01. Juli 2015 verlängert. Der Beschluss wurde zuletzt in der Änderungsverordnung (EG) Nr. 1030/2013 veröffentlicht. Somit können Mitgliedsstaaten weiterhin nationale Regeln für Bio-Aquakulturbetriebe anwenden, soweit diese nationalen Regeln schon vor 2009 im Mitgliedsstaat existiert hatten und die Betriebe schon vor Sommer 2009 bio-zertifiziert waren. Österreichische Bio-Betriebe sind von dieser Änderungsverordnung nicht unmittelbar betroffen. Österreich hatte zwar bereits vor dem Jahr 2009 nationalen Regeln  zur Bio-Fischproduktion im österreichischen Lebensmittelbuch veröffentlicht, diese sind allerdings mit dem Erscheinen europäischer Regeln zur Bio-Aquakultur außer Kraft gesetzt worden. In Österreich müssen daher alle biologisch wirtschaftenden Aquakulturbetriebe nach den EU-Vorschriften produzieren. Das bedeutet zum Beispiel ab 2014, dass bei nicht oder eingeschränkt verfügbaren Bio-Jungfischen der Anteil an eingesetzten nichtbiologischen Jungfischen, egal oder Karpfen oder Forelle,  maximal 50 % betragen darf!

Autor: Mag. Paul Axmann

Institut für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere

LFZ Raumberg-Gumpenstein 

11.11.2013