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 Autor : Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder                                                                                                                                                                                 

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Weidezaun-Wegquerung

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 Wer Weidetriebwege mit System anlegt, spart damit Arbeitszeit, stärkt Klauen- und Eutergesundheit und schont Weideflächen.

Bei Weidehaltung müssen Milchkühe zweimal täglich von der Weide in den Stall gehen. Es ist daher sinnvoll tiergerechte, kostengünstige und arbeitszeitsparende Triebwege zu errichten. Die Triebwege sollten zumindest 10-20 Jahre ohne größeren Aufwand halten und möglichst viele Weideflächen erschließen. Günstig ist es, wenn die Tiere jederzeit von der Weide in den Stall gehen können. Insbesondere an heißen Tagen suchen die Kühe nämlich kühle Stallungen sehr gerne auf. Darüber hinaus können aus dem Melkstand kommende Kühe sofort wieder zum Fressen auf die Weiden wandern.

Wegbreite je nach Kuhherde

Je größer die Herde ist, desto breiter sollte der Weg ausgeführt werden. Im Anfangsbereich ist eine Wegbreite von 3 bis 5 Metern günstig. Bei kleinen Herden kann der Weg dann auf bis zu 1 m Breite  reduziert werden. Elektrozäune müssen etwa 50 cm vom Wegrand entfernt aufgestellt werden, weshalb sich dadurch eine Gesamtbreite von ca. 2 m ergibt. Bei größeren Herden über 40-50 Kühe sind Wegbreiten von 3 bis 4 m günstig, da ansonsten der Eintrieb viel Zeit kostet.

Boden beachten

Die Dauerhaftigkeit eines Triebweges hängt stark vom Untergrund und der Möglichkeit des Wasserabflusses wie z.B. Drainagen ab. Weiche Triebwege – die jedoch rasch abtrocknen – sind grundsätzlich harten Bodenausführungen vorzuziehen. Diese schonen nicht nur die Klauen, sie werden auch von den Kühen bevorzugt aufgesucht. Kühe treten sich in defektes Sohlenhorn grobes steiniges Material sehr leicht ein. Wenn Kühe lange Strecken auf harten Böden zurücklegen müssen, kann dies zu Belastungsklauenrehen führen.

- Für lange Wegstrecken ist eine 10 bis 20 cm dicke Holzspäne- und Rindenschicht auf einem wasserdurchlässigen Untergrund zu empfehlen. Die Beständigkeit (Humusierung) ist jedoch insbesondere bei feuchten Bedingungen (Wasser, Schatten) gering.
- Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von feinem Sand, der feucht aufgestreut und danach gut verdichtet wird.
- Säurebeständige Asphalt- und Betonwege sind sehr dauerhaft, gut befahrbar, jedoch teuer und bergen bei abfallenden Wegen eine Rutschgefahr. Wenn Steine auf diesen Böden liegen, können sich Kühe diese sehr leicht in defektes Sohlenhorn eintreten. Für lange Triebwege sind diese harten Untergründe jedoch nicht zu empfehlen.
- Es können auch Betonlochsteine (Gartenbau) oder alte Spaltenböden aufgelegt werden. Die Hohlräume werden entweder mit Sand aufgefüllt oder mit Humus gefüllt und eingesät.
- Aus der Pferdehaltung kommt der Einsatz von mit Sand aufgefüllten Kunststoffgittern. Diese werden zumeist ebenfalls mit Hackschnitzel abgedeckt.
- Wenn Geländestufen über 30 % überwunden werden müssen, sind mit Erde oder Holzspänen hinterfüllte Holzschwellentritte (weiche Auftrittfläche zumindest 50 cm breit) zu empfehlen.


Triebwegquerungen

Mit Weidezauntoren, einfachen Spannbügeln oder über schwenkbare Elektrozaunschranken können Hofwege überquert werden. Letztere bestehen aus einem oder zwei elektrifizierten Schranken und Scharnieren zur Montage an Pflöcken. Sie ermöglichen das einfache und gefahrlose Durchfahren mit Fahrzeugen ohne auszusteigen. Nach der Durchfahrt wippt der Schranken in die Ausgangsposition zurück.

Tipp: Am Bio-Lehr- und Forschungsbetrieb Moarhof in 8950 Trautenfels (Bio-Institut) können unterschiedliche Triebwegausführungen und Weidezaunausführungen besichtigt werden. 

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