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40 2012 grundfutter laktationsbeginn
Zu Laktationsbeginn wir bestes Grundfutter angeboten.

40 2012 umstellung pansen

Nur durch einen sehr zeitigen Weidebeginn im Frühling wird der Pansen langsam auf das Weidefutter umgestellt.

Autor : Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Bei Vollweidehaltung entfällt die Trockenstehzeit üblicherweise in die Winterfutterperiode. Die trockenstehenden Kühe sollten getrennt von den laktierenden Kühen aufgestallt werden. Bei normaler Körperkondition genügt in der Trockenstehzeit eine Nährstoffversorgung die einem theoretischen Milchleistungsniveau von 5-7 kg entspricht. Wenn diesen Kühen ein strukturreiches Grundfutter (Heu; Grassilage/Heu oder Grassilage/Stroh-Mischung) zur freien Aufnahme angeboten wird, reicht dies zur Nährstoffversorgung aus. Die Kühe sollten in der Trockenstehzeit weder verfetten noch in zu geringer Kondition zur Abkalbung kommen, eine ausreichende Pansenfüllung (freie Futteraufnahme, strukturreiches Futter) ist immer notwendig. Zur Natriumergänzung müssen die Kühe etwa 3 dag Viehsalz pro Tag aufnehmen können, welches entweder über Lecksteine oder gezielt händisch angeboten werden kann. Je nach Futterkomponenten benötigen die Kühe zusätzlich in dieser Phase 0-5 dag einer spurenelemet- und phosphorreichen Mineralstoffmischung für trockenstehende Kühe.

Zur Vorbeuge von Milchfieber sind Milchkühe in den letzten 2-3 Wochen vor der Abkalbung  möglichst kalzium- und kaliumarm aber phosphorbedarfsdeckend zu füttern. Nach Möglichkeit wird wenig Klee, Luzerne sowie beste Grassilage und mineralisiertes Kraftfutter gefüttert. Zur Mineralstoffversorgung dürfen in den letzten Trockenstehwochen keine kalziumreichen Mischungen verwendet werden. Damit sich die Pansenmikroben in dieser Phase bereits auf das Laktationsfutter umstellen können, sollten im letzten Trockenstehabschnitt bereits jene Grundfuttermittel zumindest teilweise in der Ration enthalten sein, welche auch unmittelbar nach der Abkalbung gefüttert werden. Wenn Kraftfutter zu Laktationsbeginn nur in geringen Mengen und auch nur in langsam steigenden Mengen gefüttert wird, dann ist eine Anfütterung mit Kraftfutter vor der Abkalbung nicht sinnvoll. Damit wird zwar die Milchleistung gesteigert, erhöht sich aber auch das Energieversorgungsdefizit. Die Kühe dürfen nicht verfettet zur Abkalbung kommen.     

Zu Laktationsbeginn muss höchstes Augenmerk auf eine hohe Grundfutteraufnahme gelegt werden. Eine hohe Grundfutteraufnahme erfordert, dass der Futtertisch der laktierenden Kühe nie leer ist, nur ein kontinuierliches Futterangebot fördert die Verdauungsabläufe im Pansen. Das Futter muss daher täglich mehrmals nachgeschoben werden. Vielfältige, aber über längere Zeiträume möglichst konstante Rationen sind notwendig. Damit kann eine stabile Pansenmikrobenpopulation aufgebaut und erhalten werden. Ein Heuanteil erhöht die Futteraufnahme. Ein sauberer Futterbarren, optimale Haltungsbedingungen, ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von 1:1, ein häufiger Tier-Menschkontakt und ausreichend Wasser sind weitere wichtige Erfolgskriterien in der Fütterung. Das Kraftfutter darf nach der Abkalbung nur langsam gesteigert werden (maximal 0,3 kg/Tag und nicht mehr als 2 kg pro Teilgabe). Eine Viehsalzgabe (zumindest 3 dag/Tag) zur Natriumversorgung ist immer notwendig. Die Versorgung mit weiteren Mengen- und Spurenelementen über Mineralstoffmischungen muss sich nach den Rationskomponenten richten. Zumeist sind 3-5 dag einer phosphor- und spurenelement betonten Mischungen pro Kuh und Tag erforderlich. Nur bei hohen Milchleistungen ergibt sich zumeist ein Kalziumergänzungsbedarf (Futterkalk). Da bei geblockter Abkalbung im selben Zeitraum mehrere Kühe zur Abkalbung kommen, ist ein höherer Platzbedarf für Abkalbeboxen und die Kälberaufzucht einzuplanen. Weiters ist der in der Abkalbezeit zunehmende Anteil an laktierenden Kühen zu berücksichtigen.