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40 2012 wasserversorgung

Wasserversorgung ist bei Vollweide sehr wichtig.

40 2012 viehsalz

Viehsalz- und Mineralstoffergänzung auf der Weide.

Autor : Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Vollweidebetriebe sind Weidespezialisten! Eine hohe und möglichst gleichbleibende Weide­futterqualität ohne Futterverluste steht im Vordergrund (siehe Weidemanagement). Die Kühe sind ab jetzt nur zur Melkung im Stall und zumindest 20 Stunden (Tag- und Nacht) auf der Weide. Nur wenn bei großer Hitze auf der Weide keine Schattenplätze zur Verfügung stehen bzw. wenn es bei langen Regenperioden zu verstärkten Trittschäden kommt, werden die Kühe am Vormittag (ab 11:00 Uhr) bzw. in der Nacht eingestallt. Günstig ist es, wenn die Tiere bei Hitze - zum Beispiel über Weidetriebwege - selbstständig den Stall aufsuchen können. Das Weidefutter muss jedoch auch an diesen Tagen die Hauptfutterkomponente bleiben – rasche Futterwechsel und eine hohe Ergänzungsfütterung sind zu vermeiden.

Eine Kraftfutterergänzung ist in der Vollweidezeit nur dann sinnvoll, wenn die Milchleistung der Kühe über 25-28 kg liegt bzw. wenn die Belegesaison noch nicht abgeschlossen ist. Das eiweißarme Energiekraftfutter sollte pansenschonende Komponenten (Körnermais, Kleien, Trockenschnitzel) enthalten. Zur Sicherung der Natriumversorgung sind Salzlecksteine im Stall - und nach Möglichkeit auch auf den Weiden - anzubringen. Insbesondere zu Weidebeginn sind magnesiumreiche Mineralstoffmischungen zu empfehlen.  

Wassermangel oder verschmutztes Wasser führen zu einer schlechteren Futteraufnahme, erhöht den Stress der Tiere und belas­tet den Stoffwechsel und die Tiergesundheit.
Der tägliche Trinkwasserbedarf von Milchkühen liegt zwischen 50 und 180 l.

Herbst – langsam mit Silage beginnen

Im Herbst geht der tägliche Graszuwachs kontinuierlich zurück und die Weideflächen müssen vergrößert werden. Die tägliche Milchleistung der spätlaktierenden Kühe (200.-300. Laktationstag) liegt im Bereich von 10-20 kg. Nach frostigen Nächten ist das Futter morgens angefroren (reifig). An diesen Tagen dürfen die Kühe nicht zu früh auf die Weiden getrieben werden. Mit der Zufütterung im Stall wird dann begonnen, wenn die Weidefläche nicht mehr ausreicht bzw. wenn auf Halbtagsweidehaltung umgestellt wir. Mit der Silagezufütterung sollte langsam begonnen werden (Geschmacksbeeinflussung der Milch). Günstig ist es, wenn das Weideende mit dem Trockenstellen von einem Großteil der Kühe zusammenfallen würde. Im Herbst muss insbesondere auf sonst schnittgenutzten Flächen eine möglichst boden- und grasnarbenschonende Beweidung erfolgen. Entstehende Lücken werden im Folgejahr nicht rasch genug geschlossen, sodass unerwünschte Pflanzen überhand nehmen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

40 2012 zuchtempfehlungen
 
40 2012 groe kuehe
 
40 2012 schwere kuehe

Große und schwere Kühe mit hohen Milchleistungen sind für die Vollweidehaltung nicht gut geeignet.

Autor : Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

In vielen Ländern ist in den letzten Jahrzehnten ein deutlicher Anstieg der Milchleistung bei Kühen in der Milchviehhaltung zu beobachten. Gleichzeitig ging bei steigendem Kraftfuttereinsatz der Weidegrasanteil in den Milchviehrationen zurück und die Kühe wurden größer und schwerer. Fasst man die Literaturergebnisse zur Eignung von Hochleistungstieren für die (konsequente) Weidehaltung zusammen, dann zeigt sich folgendes Bild:

  • Die tägliche Weidefutteraufnahme ist im Gegensatz zur Stallhaltung mit 15–20 kg T pro Tier stärker begrenzt. Als Ursachen dafür werden die begrenzte Fresszeit, Bissfrequenz und Bissanzahl diskutiert.
  • Scharfe Hochleistungstiere mobilisieren zu Laktationsbeginn im Vergleich zu niedrig leisten­den Kühen über einen längeren Zeitraum und auch deutlich stärker Körperreserven.
  • Mit steigender Einzeltierleistung muss bei Weidehaltung mit einer stärkeren Stoffwechselbelastung (Nährstoffmobilisation, erhöhte Stoffwechselrate, Hitzestress etc.) gerechnet werden. Diese kann auch zu einer Verschlechterung der Fruchtbarkeitsergebnisse und Nutzungsdauer führen.
  • Wenn hohe Einzeltierleistungen mit größeren und schwereren Kühen verbunden sind, dann ist von stärkeren Trittschäden auf den Weiden auszugehen

Grundsätzlich kann extensiv wirtschaftenden Betrieben bzw. biologisch wirtschaftenden Betrieben empfohlen werden, bei der Zuchttierauswahl verstärktes Augenmerk auf die Lebensleistung, die Fitnessmerkmale und den Rahmen (nicht zu groß und schwer) zu legen.

Dreimal Jährlich werden vom Bio-Institut in Zusammenarbeit mit der ZAR und Zucht-Data aktuelle Zuchtstierlisten für Bio-Betriebe mit besonders guten Fitnesszuchtwerten herausgegeben. Darüber hinaus finden Sie hier auch die Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Lebensleistungszüchter.

Weitere Links:

40 2012 baumann klauen
Gesunde Klauen sind bei Weidehaltung sehr wichtig

Autor : Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Gesunde Klauen sind die Voraussetzungen, dass auf der Weide ausreichend Futter aufgenommen werden kann. Spätestens drei bis vier Wochen vor Weidebeginn sollten die Klauen der Rinder überprüft und bei Bedarf einer funktionellen Klauenpflege unterzogen werden. Möglicherweise ist auch im Herbst eine Kontrolle der Klauen bzw. Klauenpflege erforderlich.

Weiche und trockene Triebwege bzw. gut angelegte Tränkestellen tragen zu einer guten Klauengesundheit bei.

Versuchsergebnisse zur Klauengesundheit bei Vollweidehaltung

 



40 2012 zuchtempfehlungen
 
40 2012 sonnenschutz

Autor : Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Im Zusammenhang mit der Weidehaltung von Rindern sind folgende tiergesundheitliche Aspekte von besonderer Bedeutung bzw. müssen im Weidemanagement beachtet werden.

- Klauenpflege
- Euterpflege
- Parasiten und Blutharnen
- Fliegenbelastung
- Hitze
- Blähungen
- Wasserversorgung
- Mineralstoffversorgung
- Triebwege
- Zucht

40 2012 zitzenpflege
Bei Milchkühen sollte in der Vollweidezeit zumindest einmal täglich eine Zitzenpflege erfolgen.

Autor : Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Die Umstellung von der Stallhaltung auf die Weidehaltung stellt auch für die Zitzenhaut von Milchkühen eine Belastung dar, weil Kälte, Hitze, Regen und Sonneneinstrahlung die nicht an diese Konditionen gewöhnte Zitzenhaut belasten. Eine rissige und nicht geschmeidige Zitzenhaut kann Euterentzündungen fördern. Die am Markt befindlichen Euterpflegemittel enthalten Pflegesubstanzen, um die Zitzenhaut geschmeidig zu halten. Außerdem sind in manchen Produkten Substanzen enthalten, die Fliegen abhalten können. Eine langsame und zeitige Umstellung auf Weidehaltung im Frühjahr ist auch günstig für die Zitzenhaut.