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Übergabe des „Neuen Trenkenbaches“ in Schladming am 16. September 2009

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Zum Schutz des Siedlungsraumes vor Naturgefahren wurden im Ortskern von Schladming am „Trenkenbach“ von der Wildbach- und Lawinenverbauung von 2006 bis 2009 umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen durchgeführt und der Lebensraum Trenkenbach als ein prägendes, naturnahes Element in der Gemeinde geschaffen - gemeinsam mit den SchülerInnen der Volkschule und Polytechnischen Schule Schladming.
Das Projekt mit einer Bausumme von EURO 2,4 Mio. dauerte drei Jahre. Neben einer Geschieberückhaltesperre oberhalb des Zielbereiches der Plana und der Öffnung des Betongerinnes zu einer ökologischen Wildbachverbauung wird nun sowohl der Hochwasserschutz als auch die Wiederbelebung des Baches durch den Fischaufstieg aus der Enns sowie die Entwicklung eines Ufergehölzsaumes ermöglicht.
Die offizielle Übergabe des Trenkenbaches an die Bevölkerung der Gemeinde Schladming fand am 16. September unter der Teilnahme von zahlreichen Vertretern aus Politik und Öffentlichkeit statt.

Der Bürgermeister der Gemeinde Schladming, Jürgen Winter, begrüßte die zahlreichen Gäste und bedankte sich bei der WLV, den verantwortlichen Dienstellen und unmittelbar betroffenen BürgerInnen für die rasche Umsetzung des Projektes. Es war eine große Herausforderung, die Anrainer und Grundstückseigentümer von der Notwendigkeit des Projektes zu überzeugen und die Ablöse von Grundstücksflächen durchführen zu können. Der Schutz vor Vermurungen des gesamten Bereiches bis zur Coburgstraße und dem Zielgelände der Planai und dem Stadion sowie die ökologische Verbauung des Baches waren von immenser Bedeutung. Den SchülerInnen der Volksschule und Polytechnischen Schule dankte er besonders für die Verwirklichung der ökologischen Gestaltung des Trenkenbaches als Beispiel einer nachhaltigen Umsetzung des Schutzes vor Naturgefahren.

Landesrat Johann Seitinger betonte die Notwendigkeit von Schutzprojekten, sind doch gerade in den letzten Jahren und insbesondere auch 2009 Naturkatastrophen auf der Tagesordnung. Er sichert die Finanzierung von Landesmitteln in der Höhe von EURO 200 Mio für Maßnahmen zum Schutz vor Naturgefahren innerhalb nächsten 5 Jahre zu, wobei zukünftig auch verstärkt in Warnsysteme investiert werden wird.

DI Markus Mayerl von der zuständigen Gebietsbauleitung Enns- und Salzatal der Wildbach- und Lawinenverbauung erklärte den Anlass des Schutzprojektes. Seit 1876 ist die Rutschanfälligkeit der Hänge oberhalb von Schadming dokumentiert und diese wurden zu Bannwald gem. Forstgesetz erklärt. Die phyllitischen Glimmerschiefer verwittern leicht und kombiniert mit einem steilen und schmalen Einzugsgebiet gefährden sie den unmittelbaren Siedlungsbereich bei Starkregenfällen durch Muren und Rutschungen. Es muss mit einer Geschiebemenge von 4000 m3 gerechnet werden. Deshalb wurden eine Geschieberückhaltesperre am Schwemmkegelhals sowie oberhalb einige Holzkastensperren errichtet, welche eine Bacheintiefung verhindern. Der Gerinneausbau im Mittellauf und die Durchflusserweiterungen erfolgten in einer sohloffenen Bauweise, damit sich Kleinlebewesen im Bachuntergrund ansiedeln und zurückziehen können. Im Unterlauf wurde das glatte Dammgerinne entfernt und das Bachbett verbreitert und eingetieft, damit sich ein Ufergehölzsaum bilden kann und der Bach zukünftig auch als Laichgewässer für Fische aus der Enns dienen kann.

Der Sektionsleiter der WLV Steiermark DI Gerhard Baumann bedankte sich bei den SchülerInnen für die tatkräftige Projektunterstützung und interviewte sie über ihre Eindrücke und Erlebnisse am Wildbach.
DI Renate Mayer vom LFZ Raumberg-Gumpenstein erklärte die Querverbindung zum Projekt Forschungs- und Erlebniswerkstatt Liezen als generation innovation Pilotregion, eine Initiative der Ministerien bmvit und bmukk durch die Aktivitäten im „Naturnahen Schutzprojekt Trenkenbach“

Die Schüler der Polytechnischen Schule beteiligten sich an der Bepflanzung der Uferbegleitstreifen und stellen auch Nistkästen auf. Die 4. Klasse der Volksschule setzte 2000 Bachforellen ein. Ein Naturerlebnistag in Zusammenarbeit mit ExpertInnen des LFZ Raumberg-Gumpenstein und dem Nationalpark Gesäuse schaffe bei den Kindern und Jugendlichen das Bewusstsein, dass der Wildbach als Lebensraum nicht nur Unheil und Überflutung bringen kann, sondern auch eine Bereicherung für die Natur ist.

Der für die Region zuständige Landtagsabgeordnete Karl Lackner war von der Projektvorstellung und den Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen ebenso begeistert wie Bezirkshauptmann Dr. Josef Dick und Landesforstdirektor Dr. Josef Kalhs.

Für die Bürger der Gemeinde Schladming wurden Informationstafeln über die Ereignisse sowie die Baumaßnahmen der WLV und das Schulprojekt „Naturnahes Schutzprojekt Trenkenbach“ errichtet. Ein Lehrpfad beschreibt die standortgerechten Ufergehölze, welche von den Schülern der Politechnischen Schule Schladming im Mai eingesetzt im wurden.

(Das Projekt ist Teil der „Forschungs- und Erlebniswerkstatt Liezen“, eine generation innovation Pilotregion als Initiative des BMVIT und BMUKK unter der Leitung des LFZ Raumberg-Gumpenstein.)