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SCIENCE WEEK 2011 - Wissen, Spaß und Abenteuer!

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 Vom 16. bis 19. August 2011 wurde vom LFZ Raumberg-Gumpenstein gemeinsam mit der Gemeinde Irdning zum ersten Mal die „Science Week 2011“ durchgeführt. 26 begeisterte Volksschulkinder erlebten eine abenteuerreiche und spannende Woche mit viel Wissen zum Thema Biodiversität. Das EU-Projekt BE-NATUR – Transnationale Wissensvermittlung von Naturschutz und Artenvielfalt – hat diese erlebnisreiche Woche ermöglicht!

Jeden Tag wurde ein spezieller Programmschwerpunkt gewählt.

Am ersten Tag wurden die Trautenfelser Naturschutzflächen von den jungen ForscherInnen genauer unter die Lupe genommen.
Gemeinsam mit dem Bezirksstellenleiter des Naturschutzbundes Steiermark, Gerhard Schmidhofer, sowie Fr. Dr. Karin Hochegger und der ortsansässigen Jägerschaft, unter der Leitung von Hans Tasch, und den Umweltexpertinnen des LFZ Raumberg-Gumpenstein leisteten die Kinder einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt auf den Naturschutzflächen. Sie bauten Hotels für Insekten, Amphibien und andere Kleintiere. Aus dem nahegelegenen Tümpel wurden Kleinlebewesen gesammelt und die Zeigerpflanzen des Natura 2000 Gebietes bestimmt. Das richtige Verhalten in diesem besonders wertvollen und sehr sensiblen Lebensraum war sowohl den Naturschützern als auch der Jägerschaft ein besonderes Anliegen.
Die Kinder konnten vom Hochsitz aus auch Wildtiere wie einen Fuchs, einen Rehbock und Vögel beobachten. Im Informationsstadel war die Lebensweise des Wachtelkönigs besonders beeindruckend. Er ist im Ennstal in den Feuchtwiesen heimisch, aber ganz selten geworden. Gerades deshalb ist der Schutz dieser Lebensräume zur Erhaltung der Artenvielfalt von besonderer Wichtigkeit.

Am Mittwoch stand dann ein Besuch bei der Kräuterpädagogin Trude Schwaiger auf dem Programm.
Bei der Besichtigung erfuhren die Kinder allerhand Wissenswertes über Garten-, Wildkräuter und Pflanzen. Dabei lernten sie auch, welche Kräuter gegen Nasenbluten (Schafgarbe) und bei Insektenstichen (Spitzwegerich) helfen. Mit verschiedenen Kräutern wurde dann gemeinsam eine „Hofblume“ gestaltet. Dafür sammelten die Kinder die Blüten und Blätter der zuvor gelernten Kräuter und Blumen, zum Beispiel Kapuzinerkresse, Ringelblumen oder Weißklee. Die Gestaltung der „Mischlingsblume“, wie sie die Kinder nannten, bereitete großen Spaß. Stärken konnten sich die Kinder bei einer kräftigen Jause mit frischem Brot und Kräutertopfen, Kräuterbutter sowie selbstgemachten Säften.

Am Donnerstag wurde die „Forschungswerkstatt Weidendom des Nationalpark Gesäuse“ besucht.
Zwei Ranger führten die Kinder durch die Lettmair Au. Die interessanten Stationen wie zum Beispiel der Hochwassersimulator oder das Jahrezeitenmikroskop beeindruckten die jungen ForscherInnen nachhaltig. Der Nationalparkführer erklärte, dass ein Tee aus der Rinde der Weide mit dem Wirkstoff Salizylssäure früher als Heilmittel gegen Kopfschmerzen verwendet wurde. Salizylsäure findet sich im Aspirin, so identifizierte ein Kind die Weide (Salix) als „Aspirinbaum“.
Lebewesen wurden aus einem Feuchtbiotop eigenhändig eingesammelt, am Mikroskop untersucht und Wasserskorpione, Wasserflöhe, Libellenlarven, Eintagsfliegenlarven und Spitzschlammschnecken anhand von Karten genau bestimmt. Im Mikrotheater wurden diese Tiere dann auf der Großleinwand projiziert. Die Kinder waren unglaublich wissbegierig, brachten aber auch sehr viele Vorkenntnisse mit.
Am Schluss war die Begehung des Johnsbacher Sagenweges „Der wilde John“ noch sehr spannend. Oasen zum Ausruhen und Spielen rundeten das interessante Programm ab.

Als Abschluss der unvergesslichen Woche besuchten die jungen ForscherInnen am Freitag den Moarhof des LFZ Raumberg-Gumpenstein in Trautenfels.
Beim Bio-Institut konnten sie die Grimmingschweine und den mobilen Hühnerstall, sowie die Freilandrinder bei der Futtersuche und beim Spielen beobachten. Auf den Feldern erklärte DI Waltraud Hain, Expertin für biologischen Ackerbau, die verschiedenen Getreidearten, Ackerbohne, Lupine, Sonnenblume, Mohn und Lein sowie ihre Verwendung, Wachstumsbedingungen und Herkunft. Im Ennstal wurden früher sehr viele verschiedene Getreidesorten angebaut, nicht zuletzt zur Selbstversorgung der Landwirte und der dort lebenden Bevölkerung. Diese biologische Vielfalt in der Landwirtschaft ist durch die Intensivierung der Landwirtschaft und Nutzungsaufgabe in den benachteiligten Gebieten verloren gegangen.
Zum Abschluss stärkten sich die jungen ForscherInnen mit selbst gegrillten Würsteln und Marshmallows.

Für die forschungshungrigen Kinder waren auch die teilweise sehr weiten Fußmärsche kein Hindernis. Die Kinder verbrachten diese erlebnisreiche Science Week bei wunderschönem Wetter und können nun ihr neu gewonnenes Wissen auch in der Schule anwenden und weitervermitteln.