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Einfluss des Managements auf die Raufutterqualität von Praxisbetrieben

 
Datum der Datei: 19.12.2013 10:15:45
Mime Typ: pdf (Mime Type application/pdf)
Dateigröße: 1.33892 mb
MD5-Hash: v.c12c07c8047e1dd5f30eec3141813017

 


In Zusammenarbeit mit mehr als 500 Heubauern wurde in Österreich im Jahr 2012 das dritte LK-Heuprojekt von den Landwirtschaftskammern (Fütterungsreferenten, Berater der Arbeitskreise Milchproduktion, Futtermittellabor Rosenau), Maschinenring Tirol, LKV Salzburg, der ARGE Heumilch Österreich und dem LFZ Raumberg-Gumpenstein durchgeführt. Zielsetzung war neben der bundesweiten Erfassung und Bewertung der IST-Situation der Heuqualität, die Verbesserung des Datenumfangs an chemischen und sensorischen Analysen sowie von Eckdaten des Managements. Die besten Heu- und Grummetproben wurden auf der Heugala 2013 in Kitzbühel (Tirol) prämiert, um eine zusätzliche Breitenwirkung zu erzielen. Im LK-Heuprojekt 2012 wurden insgesamt 820 Heuproben untersucht. Der durchschnittliche Heubetrieb lag auf einer Seehöhe von 805 m. Rund 83 % der Teilnehmer stammen aus Bio- bzw. UBAG-Betrieben + Verzicht. Im Westen Österreichs (Vorarlberg, Tirol) waren die Raufutterqualitäten deutlich günstiger als in den östlichen Bundesländern (Ober- und Niederösterreich). Der Erntezeitpunkt war hinsichtlich Heuqualität der stärkste Einflussfaktor im Management. UBAG-Betriebe (ohne Verzicht) mit der ÖPUL-Maßnahme Siloverzicht verzeichneten im Vergleich zu anderen Wirtschaftsweisen höhere Rohprotein- und Energiekonzentrationen im Raufutter. In diesen Betrieben lag der Anteil an Heutrocknungsanlagen zwischen 29 % und 46 % (ohne Siloverzicht) höher und der Erntezeitpunkt unter vergleichbaren Bedingungen wurde um bis zu 12 Tage früher angesetzt. In der Heuerntetechnik stellte sich das bewährte Ladewagensystem als qualitativ günstigere Variante gegenüber der in den letzten Jahren aufkommenden Rundballentechnik heraus. Der Nachteil der Rundballen hängt mit der um ca. 4 Stunden längeren Feldphase und den höheren Blattverlusten beim Pressvorgang zusammen. Die erhöhten Abbröckelverluste bewirkten bei Rundballen signifikant schlechtere Rohprotein-, Energie- und Mineralstoffgehalte im Raufutter. Qualitätsmindernde Futterverschmutzungen traten bei der Mahd von nassem Futter bzw. zu tief eingestellter Schnitthöhe auf. Der positive Effekt der Unterdachtrocknung konnte insbesondere für die Warmbelüftung herausgearbeitet werden, weil dieses Trocknungsverfahren in puncto Futterqualität günstigere Gehalte bei wertvollen Inhaltsstoffen, Energie und Mineralstoffen aufwies als bodengetrocknetes Futter. Der aromatische Geruch, die Farbe und das Gefüge der Heuproben konnten in der Praxis durch Kalt- bzw. Warmbelüftung verbessert werden. Das Erntegut wurde für Warmbelüftungsanlagen um durchschnittlich 7 Stunden früher auf den Heustock gefahren als jenes ohne Belüftungsanlage. Österreichs Warmbelüftungsanlagen wurden nur mehr zu 9 % mit Heizöl betrieben, 53 % holten sich die Energie über die Solartechnik, 20 % nutzten die Luftentfeuchtung mit Wärmepumpen und 10 % erwärmten die Luft mittels Hackschnitzelfeuerungen. In dieser Arbeit konnten positive und auch negative Aspekte von bestimmten Managementverfahren herausgearbeitet werden. Die qualitätsverbessernden Effekte sind additiv, d.h. dass sich positive Einflüsse verstärken können, wenn mindestens zwei im Management angewendet werden. Dasselbe gilt für den negativen Bereich. Zwei Fehler verringern die Qualität stärker als ein Fehler. Das Wissen um die Wirkung von Managementverfahren zeigt dem Landwirt auf, welche qualitätsstärkenden Maßnahmen er kombinieren kann, um so zur Top-Qualität zu gelangen. Anhand der vorliegenden Ergebnisse können österreichische Landwirte und Berater die Entwicklung der Raufutterqualitäten wesentlich gezielter durchführen, damit die Qualität der Heumilch für die Zukunft sichergestellt werden kann.

 

Resch, R., 2013: Einfluss des Managements auf die Raufutterqualität von Praxisbetrieben. Abschlussbericht WT 3603 Top-Heu (DaFNE 100842).

 

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