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Top-Grassilage durch optimale Milchsäuregärung

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Im Zuge der Arbeitskreis- und Betriebsberatung forderten die Bauern und die Fütterungsberater der Arbeitskreise Milchproduktion der Bundesländer, über die routinemäßigen Futtermitteluntersuchungen hinaus, ein Projekt zur Verbesserung der Silagequalität, wo auch das Silagemanagement berücksichtigt wird. Daraufhin  organisierten die Fütterungsreferenten der Landeslandwirtschaftskammern die Beprobungen und Datenerhebungen, das Futtermittellabor Rosenau (LK-Niederösterreich) führte die chemischen Analysen der Silagen mit amtlich anerkannten Standardmethoden und das LFZ Raumberg-Gumpenstein die statistischen Datenanalysen und die Interpretation der Ergebnisse durch. In den Erhebungsjahren 2003, 2005 und 2007 wurden  insgesamt 2.413 Silageproben analysiert, wobei 1.615 Proben (2/3) vom 1. Aufwuchs stammen, der Rest war von Folgeaufwüchsen bzw. von Mischungen aus unterschiedlichen Aufwüchsen. Das dominierende Siliersystem der teilnehmenden Betriebe war mit 62 % der Fahrsilo, 30 % der Silagen wurden als Rundballen konserviert, der Hochsiloanteil fiel auf 5 % ab, den Rest von 3 % nehmen Silohaufen ein. Im Silageprojekt 2003/05/07 waren die Faktoren Erntezeitpunkt (Rohfasergehalt), Anwelkgrad des Siliergutes (Trockenmassegehalt), Futterverschmutzung (Rohaschegehalt) und Aufwuchs hauptverantwortlich für die Qualität der untersuchten Silagen. Rund 41 % der eingesendeten Silagen wiesen einen Rohfasergehalt über 270 g/kg TM (Orientierungswert - kleiner 270 g/kg TM) auf. Es konnte statistisch abgesichert werden, dass zu späte Futterernte den Futterwert verringert, aber auch gleichzeitig eine signifikante Erhöhung des Buttersäuregehaltes sowie geringere Lagerungsdichten (kg TM/m³) bewirkte. Die Qualität könnte bei 50 % der österreichischen Silagen spürbar gesteigert werden, wenn der Erntezeitpunkt speziell beim 1. Aufwuchs früher als bisher gewählt würde. Hinsichtlich Anwelkung des Siliergutes waren 10 % der Silagen im ungünstigen Nassbereich (kleiner 30 % TM) konserviert, 55 % der eingesendeten Proben lagen im Empfehlungsbereich zwischen 30 und 40 % TM. Bei Anwelkung über 40 %  Trockenmasse konnte festgestellt werden, dass die empfohlenen Lagerungsdichten von 225-250 kg TM/m³ kaum erreicht werden konnten. Rundballensilagen (Ø 411 g/kg FM) wurden signifikant stärker angewelkt als Silagen aus Flachsilos (Ø 375 g/kg FM). Stark angewelktes Siliergut könnte durch kurze Schnittlänge (kleiner 5 cm), beste Futterverteilung und konsequente Verdichtungsarbeit besser vergoren werden. Die Lagerungsdichte (in kg TM/m³) wurde hoch signifikant von der Höhe der Trockenmasse- und Rohfasergehalte, vom Siliersystem sowie der theoretischen Schnittlänge beeinflusst. Bei Fahrsilos wurden im Mittel 195 kg TM/m³ erreicht, Variable Pressen erzielten 166 kg TM/m³ und Fixkammerpressen nur 147 kg TM/³. Die multifaktorielle Datenanalyse ergab bei gleichem Trockenmasse- und Rohfasergehalt keinen signifikanten Einfluss der Lagerungsdichte auf Gärparameter wie Buttersäuregehalt oder pH-Wert bzw. Energiedichte. Aufgrund der geringen Varianzerklärung von r²= 30 % darf diese Aussage zum jetzigen Zeitpunkt nicht überinterpretiert werden und ist durch weitere Untersuchungen zu validieren. Gute Pressdichten können erzielt werden, wenn die Empfehlungswerte für Erntezeitpunkt und Rohfaser eingehalten werden und wenn das Futter kurz geschnitten bzw. gehäckselt wird (Schnittlänge kleiner 5 cm). Fahrsilobetriebe können die Verdichtung durch die Erhöhung des Walzgewichtes bzw. durch niedere Entladeschichten (kleiner 20 cm) verbessern, während bei Rundballenpressen der Einsatz von voll bestückten Schneidwerken die Lagerungsdichte bis zu 25 % steigern kann. Der Rohaschegehalt betrug im Durchschnitt 103 g/kg TM, im Erntejahr 2007 (Ø 98 g/kg TM) wurde der Orientierungswert von 100 g/kg TM von über 50 % der Proben unterschritten. In den Jahren 1988-1990  (Silageprojekt – Steirisches Ennstal) lag der Rohaschemittelwert vergleichsweise noch auf rund 120 g/kg TM. Im Silageprojekt 03/05/07 lagen 15 % der Silagen über 120 g Rohasche /kg TM. Tiefer Ernteschnitt unter 5 cm führte mit 122 g/kg TM zu signifikant höheren Aschegehalten. Das Risiko der verlustreichen Buttersäuregärung bzw. die Verdrängung von wertvollen Inhaltsstoffen und Energiedichte nimmt mit steigendem Rohaschegehalt signifikant zu, vor allem wenn dieser über dem Orientierungswert von 100 g/kg TM liegt. Der Futterverschmutzung ist durch gutes Grünlandmanagement (dichte Grasnarben, Bekämpfung von tierischen Schädlingen, beste Verteilung von Wirtschaftsdüngern, abschleppen im Frühjahr, etc.), Futterernte bei abgetrocknetem Bestand, Schnitthöhe über 5 cm sowie durch richtige Einstellung der Werbe- und Erntegeräte, konsequent entgegenzuwirken. Die Energiedichte des 1. Aufwuchses lag im Durchschnitt auf 6,04 MJ und bei den Folgeaufwüchsen zwischen 5,7 und 5,8 MJ NEL/kg TM. Hohe Energiedichten sind durch einen günstigen Erntezeitpunkt, sowie durch eine verschmutzungsfreie Futterernte zu erreichen. Bei 20 % der Silagen wurden Siliermittel angewendet, wobei biologische Impfkulturen mit 16 % den höchsten Anteil einnahmen, 3 % wendeten Säuren bzw. Salze an. Die multiple GLM-Statistik konnte signifikante Effekte von Silierzusätzen auf Gärparameter nachweisen, wobei die Modelle aufgrund der niedrigen Bestimmtheitsmaße (r² von 11 bis 40 %) kritisch zu betrachten sind. Die Differenzen zwischen behandelten und unbehandelten Silagen waren gering und sind noch in punkto Praxisrelevanz zu prüfen. Im Silageprojekt 2003/05/07 konnte bestätigt werden, dass eine optimale Gärqualität durch die Einhaltung der Empfehlungen (Silierregeln) unterstützt werden kann. Für die Praxis kann abgleitet werden, dass in punkto Wahl des Erntezeitpunktes, richtiger Anwelkgrad des Siliergutes und Vermeidung von Futterverschmutzungen ein Beratungsdefizit besteht. Nur 14 % der eingesendeten Silagen befanden sich in allen entscheidenden Parametern (Rohfaser-, Trockenmasse- und Rohaschegehalt) im optimalen Bereich der Empfehlungswerte. Nichteinhaltung von Silierregeln erhöht das Risiko von Qualitätseinbußen durch eine suboptimale Vergärung in kumulativer Art und Weise, d.h. dass sich zwei oder mehrere Fehler addieren und dadurch die Gefahr für einen ungünstigen Gärverlauf enorm ansteigt. Das österreichweite Silageprojekt wäre ohne den engagierten Einsatz der Arbeitskreisbetriebe, der Fütterungsberater und –referenten sowie dem Team des Futtermittellabor Rosenau und des LFZ Raumberg-Gumpenstein nicht realisierbar gewesen. Im Sinne der aktuell geschaffenen Beratungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Silagequalität gebührt allen Mitwirkenden des Silageprojektes eine besondere Anerkennung und ein herzlicher Dank.

 

Resch, R., Adler, A., Frank, P., Pöllinger, A., Peratoner, G., Tiefenthaller, F., Meusburger, M., Wiedner, G., Buchgraber, K., 2011: Top-Grassilage durch optimale Milchsäuregärung. Der Fortschrittliche Landwirt (8) 2011, S. 67-77.

 

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