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s 2018 Schlussbild
Seit Oktober 2017 arbeitete die Theatergruppe der HBLFA Raumberg-Gumpenstein an Lessings klassischem Stück der europäischen Aufklärung „Nathan der Weise“. Unter der Regie von Verena Kiegerl von der Theaterinitiative „dieHeidi“ und der verantwortlichen Lehrerin des Freigegenstandes Darstellendes Spiel, Mag. Birgit Lesjak-Ladstätter, wurden einzelne Szenen ausgewählt und nah am Originaltext, aber zeit- und jugendgemäß neu interpretiert.

Die Premiere fand am 23. April 2018 in der Schulkapelle der HBLFA Raumberg-Gumpenstein statt. Die Gruppe musste wegen des Besucherandrangs nicht nur mit wenig Platz auskommen, sondern auch mit so wenigen Requisiten wie möglich. Das Projekt wurde ein voller Erfolg und war auch bei den weiteren Aufführungen sehr gut besucht.

Im Stück selbst geht es um einen christlichen Tempelherrn, welcher die Tochter des reichsten Juden in Jerusalem aus dem Feuer rettet. Durch diese Heldentat in eine Zwickmühle zwischen seinem Glauben und der Liebe zu der geretteten Tochter Recha geraten, sucht der Tempelherr verzweifelt nach einem Ausweg. Trotz allem kann er sich mit Nathan, dem Vater des Mädchens, anfreunden und seine Vorurteile überwinden. Doch das aufkommende Gerücht, dass ein Jude ein christliches Mädchen in der Stadt aufgezogen habe und dieses christliche Mädchen Recha sei, stiftet Unruhe zwischen den einzelnen Personen. Es wird turbulent, doch durch eine glückliche Fügung kann die Verwirrung gelöst werden und das Stück geht mit einem ungewöhnlichen Happy End zu Ende.

Bei der Aufführung der Theatergruppe der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ist der Ort sehr sorgfältig und zum Thema passend gewählt: Die Schulkapelle, welche nicht nur als Symbol für den christlichen Glauben steht, sondern auch ein Ort der Gemeinschaft und Toleranz sein soll, passt hier gut.

Da besonders die Handlung und die Aussagekraft des Nathan im Mittelpunkt stehen, kommt man ganz gut ohne aufwendige Lichteffekte aus, was das Stück in seiner Qualität nicht mindert. Einzig zum Schluss wird verdunkelt und man kann dem Abschlusslied ohne Ablenkung lauschen und auch noch einmal über die Botschaft nachdenken.

Während der einzelnen Szenen und bei den Übergängen gibt die Musikuntermalung, leicht orientalisch angehaucht und doch modern, dem Ganzen auch bei Schauspielerwechsel eine geschmeidige Note.

Hervorzuheben sind die schauspielerischen Leistungen aller Darsteller/innen. Denn unter den Klassikern der Literatur ist Nathan der Weise einer der schwierigsten, allein aufgrund der tiefgründigen Aussage, welche im Hintergrund vermittelt wird. Genau diese Aussage, nämlich Toleranz, Verständnis und jeden so zu nehmen wie er ist, konnten die Schauspieler/innen, insbesondere jene, die Nathan den Weisen verkörpert haben, sehr gut vermitteln. Doch auch die verschiedenen Gefühle der anderen Charaktere und das Miteinbeziehen des Publikums, wie bei der Szene, als der Tempelherr die Wahrheit über Recha erfährt, sorgten für ein aufregendes und zugleich spannendes Theater.

Dadurch wurden der komplette Raum und alle Personen darin ein Teil des Geschehens.

Die treffende Auswahl der Szenen aus dem Original und die kurzweilige Inszenierung brachten die Aussage des Dramas perfekt zum Ausdruck. Insgesamt eine Meisterleistung, besonders für Laienschauspieler einer Schülertheatergruppe, ein solch umfangreiches und anspruchsvolles Werk in eigener Interpretation auf die Bühne zu bringen, ohne dass der Charakter des Theaterstücks verloren geht.

Raffael Mannheim (Schüler der HBLFA Raumberg-Gumpenstein)

s 2018 Daja

s 2018 SultanundSittah
s 2018 Tempelherr

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Bildquelle: Michael Fürst (Schüler der HBLFA Raumberg-
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Gumpenstein)