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Exkursion des 2B 2010/2011 nach Graz

Synagoge
 Am Dienstag, den 23. November 2010, fuhr Herr Mag. Reiterer morgens um halb acht mit der 2B-Klasse der Schule HBLFA Raumberg mit dem Zug nach Graz, um die Synagoge und das Bischofsordinariat zu besichtigen. Begleitet wurden wir von Frau Prof. Wechsler, die ebenfalls an dieser Schule unterrichtet.

Die Synagoge Graz

Angekommen in Graz, wurden wir durch die Synagoge geführt. Die ursprüngliche (alte) Grazer Synagoge wurde im Jahr 1892 errichtet und gehörte zur jüdischen Gemeinde mit ihren 2500 Mitgliedern. Im Anschluss an die so genannte Reichskristallnacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde das Gebetshaus gesprengt und das gesamte Areal eingeebnet, um die Erinnerung an die Synagoge auszulöschen. Sämtliche Grazer Juden wurden nach Wien deportiert und Graz zur ersten „judenfreien" Großstadt der Ostmark erklärt. Bis ins Jahr 1998 befand sich an der Stelle der zerstörten Synagoge nur eine Rasenfläche mit einem Gedenkstein.

Bereits 1983 trat der Künstler Fredo Ertl an die jüdische Kultusgemeinde heran, die Grundmauern der Synagoge freizulegen. Die Bitte wurde jedoch aus Angst vor antisemitischen Aktionen abgelehnt. Ertl hatte recherchiert, dass ein Teil der Ziegel der alten Synagoge schon 1939 beim Bau einer Garage am Grazer Stadtrand Verwendung gefunden hatte. Das Architektenehepaar Jörg und Ingrid Mayr, welches auch für die Neuplanung der zerstörten Zeremonienhalle auf dem jüdischen Friedhof in Graz beauftragt wurde, griff die Pläne auf und die Ziegel wurden von Grazer Schülern freigelegt, gesäubert und als Umfriedung des zukünftigen Neubaus aufgeschichtet.

Die neue Synagoge folgt dem Grundriss der alten, ist aber kleiner als ihr Vorgänger, da die jüdische Gemeinde in Graz nur mehr rund 100 Mitglieder zählt; ein Bruchteil von vor dem Zweiten Weltkrieg.

Sie befindet sich im Stadtbezirk Gries und wurde im Jahre 2000 nach Plänen der Architekten Jörg und Ingrid Mayr, an der Stelle der 1938 von Nationalsozialisten zerstörten Synagoge, errichtet. Sie erhebt sich aus den Ruinen der alten und soll an den Vorgängerbau erinnern.

In der Mitte des Innenraumes befindet sich ein gläsernes Almemor (auch Bima genannt), der Platz an dem aus der Tora gelesen wird. Direkt dahinter werden in einer Nische die Torarollen aufbewahrt. Der Raum wird von einer Glaskuppel mit zwölf Stützen, die für die zwölf Stämme Israels stehen und einen Davidstern bilden, dominiert und erinnert an den Bau der zerstörten Synagoge. Die Farbe Blau prägt als Symbol des Himmels den Gebetsraum. In das Glas sind in Sandstrahltechnik die Anfänge der wöchentlich zu lesenden Toraabschnitte geschrieben.
Nach der Besichtigung der Synagoge Graz stärkten wir uns mit einem Mittagessen.

Nachmittags hatten wir eine Führung durch das Bischofsordinariat.

Der Bischofhof in Graz

1218 wurde die Diözese Seckau (heute Graz-Seckau) gegründet. Die erste Kathedrale befand sich im obersteirischen Stift Seckau, bis 1786 die damalige Grazer Ordenskirche zum Heiligen Ägidius in den Rang einer Dom- bzw. Kathedralkirche erhoben wurde.

Schon im Laufe des Mittelalters verlegten die steirischen Bischöfe ihren Wohnsitz von Seckau in das Schloss Seggau bei Leibnitz. Seit 1254 hatte der Bischof zudem auch ein Stadthaus in Graz, das seither durchgehend als Bischofhof genutzt wird. 750 Jahre Geschichte haben ihre Spuren an diesem Palais hinterlassen. Es repräsentiert so die ganze Vielfalt der Katholischen Kirche in der Steiermark: Spirituelles Zentrum und Verwaltungsmittelpunkt, alte und neue Kunst, Tradition und Moderne.

Der spirituelle Mittelpunkt des Bischofhofes ist die 2002 neu gestaltete Hauskapelle. Die Altarwand ist dominiert von einem barocken Christuscorpus. Die Spuren der Verwitterung kontrastieren mit dem vergoldeten Hintergrund - zugleich werden hier das Sterben und die Auferstehung Christi verkündet. Gefertigt wurde die Goldwand von Schülern der Berufsschule für Vergolder in Graz. Der Tabernakel mit zwölf liegenden Ähren wurde von Erwin Huber entworfen. Altar und Kapellenausstattung stammen von Architektin Ingrid Mayr.

Nachdem die Führung durch den Bischofswohnsitz zu Ende war, ging es gleich ab zum Hauptbahnhof. Wir kamen ca. um 18:00 Uhr am Liezener Bahnhof an. Anschließend fuhren wir mit dem Bus nach Raumberg.

Der Tag in Graz war sehr spannend und wir hatten viele neue und interessante Dinge über das Leben der Juden und das Leben im Bischofshof gehört. Wir freuen uns auf einen neuen und aufregenden Religionsausflug.

Viktoria Matlschweiger, 2B 2010/2011


  
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