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Klimaerwärmung im Alpenraum - Sind unsere Almen noch zu retten?Die Erwärmung des Klimas verändert unsere Almen. Wie uns diese Veränderungen betreffen und was wir dagegen tun können, wurde am 4. und 5. September 2008 am LFZ Raumberg-Gumpenstein besprochen. 

 

Die Almgebiete der Österreichischen Alpen dienen der Bevölkerung in umfangreicher Weise. Almen sind geschätztes Erholungsgebiet und Produktionsgrundlage wertvoller Lebensmittel - zugleich aber auch Natur- und Kulturraum. Trotz dieses vielfältigen Nutzens ist es in den letzten 60 Jahren auf unseren Almen immer stiller geworden. Seit sich die Strukturen in der Landwirtschaft geändert haben, fehlen sowohl die Arbeitskräfte als auch die notwendigen Tiere für eine vollständige Beweidung unserer Almwiesen. Das Ergebnis ist dramatisch: Seit 1950 haben wir bereits 41 % der Almweiden verloren. Die Veränderung der Almen geht langsam und schleichend vor sich. Die artenreichen Wiesen werden zuerst von der Heidelbeere oder dem Almrausch überwachsen. Später kommen Latschen oder Grünerlen, diesen folgen Lärche, Fichte und Bergkiefer. Diese Veränderung ist ein natürlicher Prozess, der nur von der Umgebungstemperatur reguliert wird. Infolge der Klimaerwärmung steigt die Temperatur aber langsam an und verstärkt zusehends die Verbuschung und Verwaldung der Almen. Messungen im Bereich der Schladminger Tauern zeigen, dass beispielsweise die Lärche den hochalpinen Lebensraum mit einer Geschwindigkeit von rund 100 Höhenmetern in 40 Jahren erobert. In diesem Zusammenhang ist man sich einig: Land- und Forstwirtschaft, Jagd, Umweltschutz und Fremdenverkehr wollen die Almen nicht einfach aufgeben, sondern aktive Gegenmaßnahmen setzen.

Vor diesem Hintergrund lud Mag. Thomas Guggenberger mit seinen Mitarbeitern vom Lehr- und Forschungszentrum für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein namhafte Experten und Interessierte am 4. September zur Tagung „Klimaerwärmung im Alpenraum - Auswirkungen und zukünftige Konzepte der Bewirtschaftung des Almbereiches" in das Schloss Gumpenstein ein. Als Mitveranstalter konnten Frau Dr. Karre von der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik sowie Dr. Gregory Egger vom Umweltbüro Klagenfurt gewonnen werden. Diesem Aufruf folgten rund 70 Personen aus allen angesprochenen Wirtschaftszweigen sowie bedeutende Vertreter von Bund und Ländern. Der Reigen der Vorträge wurde von LAbg. Karl Lackner, selbst Almbauer auf der Plotscheralm, eröffnet, der das Tagungspublikum über die zu erwartenden Veränderungen informierte. Im Laufe des Tages spannte sich dann der Bogen der Vorträge über die Hintergründe der Veränderung zu den Chancen der Almwirtschaft in der Zukunft. Die für die Erarbeitung zukünftiger Konzepte notwendigen Planungsgrundlagen wurden ebenso dargestellt, wie Lösungen für allfällige Konkurrenzen zu Forstwirtschaft und Jagd. Abschließend demonstrierte die Region Almenland ihr erfolgreiches Konzept. Zu den Referenten zählten neben den Veranstaltern die LFZ-Mitarbeiter Dr. Buchgraber und Dr. Ringdorfer sowie Dr. Tasser von der Europäischen Akademie Bozen. DI Ellmauer und DI Huber deckten den Bereich Forstwirtschaft und Jagd ab, über das Almenland referierte ÖR Ernst Hofer.

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Wie der praktische Ansatz eines erfolgversprechenden Zukunftsmodells aussehen könnte, wurde für die Teilnehmer am 5. September praktisch begreifbar. Bei bestem Wetter begrüßte ÖR Walter Schmiedhofer die Exkursionsteilnehmer beim Almlämmerprojekt des Steirischen Schafzuchtverbandes auf dem Hauser Kaibling. Im Rahmen dieses Leader Projekts beweiden 700 Schafe, begleitet durch Schäfermeister Martin Winz, sowohl Almweiden als auch Zwergsträucher und tragen so zu deren Verdrängung bei. Reinhard Huber und Mag. Albin Blaschka führten die Tagungsteilnehmer im Laufe des Tages über das Almgebiet und erklärten alle maßgeblichen Aspekte. 

 

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Am höchsten Punkt, dem Gipfel des Hauser Kaibling, war man sich einig: Wir müssen um die herrliche Kulturlandschaft unserer Almen kämpfen. Erfolgreich wird man aber nur sein, wenn alle, die von der Almwirtschaft profitieren, entweder aktiv gegen den Verlust angehen oder indirekt in Form von Förderungen finanzielle Hilfe für die Grenzertragsstandorte der Landwirtschaft leisten. Dann sind auch die Almen noch zu retten.