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Sie haben Interesse an den Beiträgen und Bildern der Jägertagung 2008 zum Thema "Jagd und Jäger im Visier - Perspektiven für die Freizeitjagd in unserer Gesellschaft".
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Pressetext:

Von Images und Korrekturen

Erstklassige Vorträge, ausgewiesene Kapazitäten, spannende, kontrovers geführte Diskussionen, ein international besetztes Auditorium, mehr als 600 Teilnehmern an jedem der beiden Tage - da blieb keine Zeit für das sonst so übliche Nickerchen bei Konferenzen. Die 14. Österreichische Jägertagung mit dem Generalthema „Jagd und Jäger im Visier" des Lehr- und Forschungszentrums Raumberg-Gumpenstein in Aigen (Stmk.) Ende Jänner/Anfang Februar wird an Kompetenz, Niveau und Qualität in Zukunft nur schwer zu überbieten sein: perfekt die Organisation,  professionell die Abwicklung, penibel die Einhaltung des Zeitplanes, prominentest der letzte Referent namens Tobias Moretti. Als Abschluss eine Podiumsdiskussion mit vier Journalisten, drei davon Nichtjäger, über das „Bild der Jagd aus der Sicht von Medien und Gesellschaft". Dabei kam der Vorschlag, die Jägerschaft solle sich in der Öffentlichkeit anders als bisher p­räsentieren, um eine Imagekorrektur vollziehen zu können. Als Anstoß fielen die Schlagworte „jung" und „weiblich". Ob sie nun tatsächlich ernst gemeint waren, sie wurden zumindest teilweise ernst genommen, und es ist über die Veranstaltung hinaus so etwas wie ein Glaubenskrieg entbrannt.­ Euphorisch dafür oder strikt dagegen.

Ich schließe mich Letzterem an. Nicht, weil ich etwas gegen Weidfrauen hätte, im Gegenteil, ich schätze ihre Zielstrebigkeit, ihre Besonnenheit und ihre Treffsicherheit (speziell mit der Kugel) sehr, auch die Tatsache, dass es immer mehr Jägerinnen gibt, ist erfreulich, aber eine Vermarktung der Jagd als „jung" und „weiblich" wäre nichts anderes als ein leicht durchschaubares, ja billiges und stümperhaftes Ablenkungsmanöver, eine Mogelpackung. Wo nicht das drinnen ist, was drauf steht ­- das nennt man ­Etikettenschwindel, nichts anderes. Ein umlackiertes Auto glänzt auch nicht länger als das Original, erst recht nicht, wenn die Arbeit schlecht gemacht ist. Da ist der Lack bald ab! Einen Sportler, der fünf, sechs Prozent seiner Bewerbe gewinnt, als Seriensieger bezeichnen zu wollen, wäre töricht und zeugte von Unwissenheit. Und in Österreich gibt es eben nun einmal etwa fünf, sechs Prozent aktive Jägerinnen. Wenn also die Jagd plötzlich „feminisiert" werden würde, entspräche das nicht der Realität, es wäre nicht authentisch. Damit kein Missverständnis aufkommt: Ich begrüße ausdrücklich Frauen auf der Jagd - viele üben diese professioneller aus als ihr Kollegen ­­-  und habe die besten Erfahrungen mit ihnen gemacht, aber eine urmännliche Aufgabe plötzlich konsumentenwirksam als fraulich verkaufen zu wollen, erscheint mir doch zu weit hergeholt. Ganz nebenbei ist zu befürchten, dass die Jagd in der öffentlichen Wahrnehmung auf eine klischeehafte „Busen-&-Po-Pirsch" reduziert wird. Ob solche Bilder anzustreben sind, wage ich zu bezweifeln. Was nicht heißen soll, dass Jägerinnen in die Werbung nicht miteinbezogen werden sollten.

Wir WeidwerkerInnen haben ein ganz anderes Problem, nämlich jenes der Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit. Das ist es, was wir schleunigst korrigieren sollten!  Und bevor irgendwelche Leitbilder, Marketingstrategien, Kampagnen, Testimonials und ähnliches mit teurem Geld erkauft werden, sollten wir uns gegenseitig am Windfang nehmen, um mehr Ansehen zu erlangen. „Die beste Werbung für ein Auto ist die Straße", heißt es. Ich behaupte: Die beste Werbung für einen Jäger ist genau diese Straße. Nicht allein das Revier, wo die Welt noch heil ist, wo ein weidmannsgrüner Kosmos liegt, dort ist es selbstverständlich.  Aber auch und gerade außerhalb dieses müssen wir untadelig auftreten. Mit Disziplin. So wie in Aigen. Dann ändert sich unser Image von selbst.

Detlev Schürr