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Um die österreichische Emissionsproblematik zu verbessern, gibt es zahlreiche Maßnahmen, welche bereits bei der Fütterung und bei der Tierhaltung eingesetzt werden können. Um aber die unangenehmen Eigenschaften der Gülle im Lager und bei der Wirtschaftsdüngerausbringung auszugleichen, oder um die pflanzenbauliche Wirkung zu verbessern, werden auf dem Markt verschiedenste Zuschlagstoffe angeboten. Obwohl deren Wirkung nicht bestätigt ist und auch negative Auswirkungen die Folge sein können, wird der Verkauf weiter vorangetrieben.

Aus dem aktuellen Wissensstand ergibt sich, dass die Wirksamkeit von Güllezusätzen noch zu wenig untersucht, und die Ergebnisse statistisch nicht absicherbar sind. Es lässt sich kein klares Bild aus der Wirkrichtung der geprüften Güllezusatzstoffe ableiten. Während einige Studien Verbesserungen feststellen konnten, zeigten andere wiederum starke negative Auswirkungen. Zudem gibt es derzeit kein standardisiertes Verfahren zur Erfassung von Emissionen bei der Lagerung von flüssigen Wirtschaftsdüngern.

Aus diesen Gründen geht an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ab Sommer 2020 die erste österreichische Prüfanlage für Güllezusatzstoffe in Betrieb.

Bei der Anlage handelt es sich um neun, einer Güllegrube nachempfundene Behälter, mit einem Fassungsvermögen von je 170 Litern. Diese sind in einem klimatisierten Containerkomplex untergebracht, um die behandelte Gülle unter kontrollierten Bedingungen bestmöglich untersuchen zu können. Jegliche Materialien sind PTFE beschichtet, um die Anlagerung von Partikeln zu verhindern. Ebenfalls verfügt jeder Behälter über eine programmierbare Mixvorrichtung, und über Vakuumpumpen können Luftzirkulationen über der Gülle siumuliert werden. Erhoben wird die Belastung durch Ammoniak, Methan, Lachgas und Kohlendioxid. Zusätzlich werden auch der pH-Wert, die Temperatur, die relative Luftfeuchtigkeit und die Luftgeschwindigkeit gemessen.

Die Datenerhebung erfolgt mit anerkannten Messtechniken wie etwa der photoakustischen Gasmesstechnik zum Nachweis von Gasen, oder einem Olfaktometer zur Geruchsbestimmung. Ein zu untersuchender Güllezuschlagstoff wird zwei Monate bemessen, anschließend wird ein Bericht zu den Ergebnissen erstellt.

Die Auftragslage dazu ist sehr gut, was wiederrum die Wichtigkeit solcher Versuche aufzeigt. Wir hoffen, mit dieser Anlage so bald wie möglich aussagekräftige Ergebnisse liefern zu können.

 
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