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40 2019 ochsenmast
Die Rindfleischerzeugung steht zunehmend unter Druck, weil bei Verfütterung von lebensmitteltauglichen Produkten die Lebensmitteleffizienz gering ist. Bei guten Weidebedingungen können auch im Berggebiet mit Ochsen und Kalbinnen gute Zunahmen erreicht werden. In einem Forschungsprojekt der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wurde im Bio-Institut jetzt geprüft, ob in der gesamten Ochsenmast auch vollständig auf Kraftfutter verzichtet werden kann und wie sich die Weide-Aufwuchshöhe auf die Einzeltier- und Flächenleistung auswirkt.

Bei Weidehaltung von Rindern ist die Besatzdichte ein wesentliches Kriterium fur die erzielbare Einzeltierleistung und die Flachenproduktivitat. Bei Kurzrasenweidehaltung besteht zwischen Tierbesatz und Aufwuchshohe ein Zusammenhang. In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluss der Weideaufwuchshohe bei Kurzrasenweidehaltung auf die Mast- und Schlachtleistung, Fleischqualitat, Flachenproduktivitat sowie wirtschaftliche Parameter in der Ochsenmast ohne Kraftfuttererganzung im Berggebiet Osterreichs untersucht. Der Versuch wurde in zwei Durchgangen mit insgesamt 24 Fleckviehochsen, aufgeteilt auf jahrlich 3 Versuchsgruppen, von 225 kg bis 700 kg Lebendgewicht durchgefuhrt. In der Gruppe kurz wurde eine Weideaufwuchshohe vom 5,0, in der Gruppe mittel von 6,5 und in der Gruppe lang von 8,0 cm angestrebt. Die Aufwuchshohe jeder Dauergrunlandflache wurde wochentlich mit dem Rising Plate Pasture Meter erfasst und die Weideflachengrose dementsprechend im Vegetationsverlauf vergrosert. Nach der ersten Weideperiode wurden die Ochsengruppen im Winter jeweils in Tretmistboxen gehalten und mit Grassilage gefuttert und kamen danach wiederum auf die entsprechenden Kurzrasenweideflachen. Mit Ausnahme von vier Tieren der Gruppe kurz, welche bis zur Erreichung des Mastendgewichts nochmals im Herbst aufgestallt werden mussten, kamen alle Ochsen in der zweiten Weideperiode zur Schlachtung. Der Nahrstoffgehalt der Weidefutterproben der drei Weide-Aufwuchsgruppen unterschied sich nur geringfugig, der durchschnittliche Rohproteingehalt lag bei 20 % und die durchschnittliche Energiekonzentration bei 10,7 MJ ME. Mit zunehmender Aufwuchshohe nahmen jedoch die Futterverluste zu, ging die Homogenitat der Pflanzenbestandesnutzung zuruck und wurden Weidepflegemasnahmen vermehrt erforderlich. Das Schlachtalter der Tiere lag im Mittel bei 26,4 (kurz), 24,8 (mittel) bzw. 24,2 (lang) Monaten. In der Versuchsdauer bzw. den Tageszunahmen wurden an der Signifikanzgrenze liegende Gruppenunterschiede festgestellt (P-Werte 0,06 bzw. 0,07). Die Tageszunahmen der Gruppe kurz (864 g) lagen tendenziell unter jener der Gruppen mittel (950 g) und lang (935 g). Der Flachenbedarf je Tier war in der Gruppe lang signifikant hoher als in den Gruppen kurz und mittel. In der Flachenleistung (Lebendgewichtszuwachs/ha) fielen die Tiere der Gruppe lang mit 492 kg/ha signifikant von den anderen beiden Gruppen (kurz 612 kg/ha bzw. mittel 606 kg/ha) ab. Jene Versuchsgruppen, welche die hochsten taglichen Zunahmen erreichten, erzielten nicht die hochste Flachenleistung. Die Schlachtkorper- und Fleischqualitat unterschied sich nicht zwischen den Versuchsgruppen und lag im Mittel auf gutem Niveau. Bei weidebasierter Rindermast muss jedoch mit einer etwas dunkleren Fleischfarbe und starkerem Gelbton im Fett gerechnet werden, der Anteil an ernahrungsphysiologisch erwunschten Fettsauren ist demgegenuber hoher. Betriebswirtschaftlich schnitt die Gruppe mittel am gunstigsten ab.

Ausführliche Ergebnisse:

Abschlussbericht

Vortrag – Bio Fachtagung

Wissenschaftliche Publikationen zu den Versuchsergebnissen:

• Steinwidder, A., Starz, W., Rohrer, H., Pfister, R., Terler, G., Velik, M., Häusler, J., Kitzer, R., Schauer, A., Podstatzky, L., 2019: Weideochsenmast ohne Kraftfutter. 1. Mitteilung: Einfluss der Aufwuchshöhe bei Kurzrasenweide auf Mastleistung und Flächenproduktivität. Züchtungskunde 91, 329-346.

• Steinwidder, A., Starz, W., Rohrer, H., Pfister, R., Terler, G., Velik, M., Häusler, J., Kitzer, R., Schauer, A., Podstatzky, L., 2019: Weideochsenmast ohne Kraftfutter. 2. Mitteilung: Einfluss der Aufwuchshöhe bei Kurzrasenweide auf die Schlachtleistung, Fleischqualität und Wirtschaftlichkeit. Züchtungskunde 91, 347-359.

Fachartikel zu den Versuchsergebnissen:

• Steinwidder, A., 2019: Günstig mästen auf der Weide. Landwirt, 6, 28-29.
• Steinwidder, A., 2019: Kurzes Gras - schwere Ochsen. Landwirt 23, 23-25