Sie benutzen eine uralte Version von Microsofts InternetExplorer.
Diese Version wird von unserer Website nicht mehr unterstützt.
Bitte aktualisieren Sie Ihren InternetExplorer oder wechseln Sie zu einem anderen modernen Browser.

 

RG 2018 10 12 Koordinatoren 047

„Kirche und Region – Inspiration und Innovation“

Die RegionalkoordinatorInnen stellen sich vor

Bischof Wilhelm Krautwaschl stellte die RegionalkoordinatorInnen der Region Ennstal-Ausseerland am 12. Oktober vor. Zur Auftaktveranstaltung waren sowohl ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch VernetzungspartnerInnen aus Politik und Gesellschaft in den Grimmingsaal der HBLA Raumberg-Gumpenstein geladen.

Kirche ist ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft und Netzwerk innerhalb verschiedenster Einrichtungen. Mit den Regionen, die an jene des Landes Steiermark angelehnt sind, möchte Kirche in Zukunft in der Gesellschaft näher und präsenter sein. Kirche will dort sein, wo Menschen zusammenkommen und in verschiedenster Form ihr Leben gestalten. In den insgesamt acht Regionen sind seit 1. September 2018 je drei oder vier „RegionalkoordinatorInnen“ verstärkt für die Vernetzung zwischen der einzelnen Seelsorgeräumen und Pfarren, aber auch Institutionen und Organisationen zuständig.

In der Region Ennstal-Ausseerland sind Mag. Birgit Lesjak-Ladstätter, P. Egon Homann und Mag. Martin Weirer seit 1. September für die Anliegen in der Region zuständig.

Die Moderatorin Hilde Unterberger vom Radio Freequenns stellte zunächst die Koordinatorin und die Koordinatoren mit ihrem Lebenslauf exemplarisch vor und versuchte durch gezieltes Nachfragen erste Visionen der Teammitglieder herauszufiltern.

P. Egon Homann, Pfarrer von Admont, meinte: „Als erstes ist es wichtig, dass wir Hörende sind und die Anliegen der Menschen ernst nehmen.“

Birgit Lesjak Ladstätter, Lehrerin an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, unterstrich die Frauenfrage: „Mir ist es wichtig, dass vermehrt junge Menschen und Frauen in verantwortlichen Positionen der Kirche mitentscheiden können. Dafür will ich mich einsetzen.“

Last but not least meinte der Krankenhausseelsorger Martin Weirer: „Wichtig ist es, das Ohr bei denen zu haben, die in der Gesellschaft keine Stimme haben. In meiner Freizeit engagiere ich mich bewusst als kirchlich Bediensteter im außerkirchlichen sozialen Bereich und kann so für eine offene Kirche Zeugnis geben.“

Bischof Krautwaschl legte seine Überlegungen zu einer Kirche der Gegenwart und Zukunft dar und stellte den Zuhörern die Frage: „Was will Gott heute von jedem einzelnen von uns?“ Die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ist starken Veränderungen ausgesetzt. Diesen muss sich auch die Katholische Kirche stellen und daher hat er vor etwa einem Jahr das Zukunftsbild mit dem Titel „Gott kommt im Heute entgegen“ unterschrieben.

Martin Weirer stellte den Anwesenden die wichtigsten Inhalte dieses Leitbildes vor und meinte: „Die zentralen Aussagen dieser Vision basieren auf der biblischen Hoffnungsbotschaft und auf zentralen Aussagen des II. Vatikanischen Konzils und der Katholischen Soziallehre, in dem sich Kirche aufmacht und an die Ränder geht.“

P. Egon Homann begann seine Ausführungen über die kommenden Seelsorgeräume mit folgendem Vergleich: „Jesus ernannte Fischer als seine Jünger und keine Bauingenieure. Fischer müssen dort tätig sein, wo sich im Augenblick die Fische aufhalten. Es ist wichtig, gepflasterte Pfade zu verlassen und sich den Anliegen der Menschen zuzuwenden.“ In weiterer Folge rief er das Auditorium auf: „Lassen wir uns nicht entmutigen, sondern gehen wir mit Freude die neuen Aufgaben an.“

Bischof Krautwaschl umriss anschließend das Aufgabenfeld der Vorgestellten:

„Eine Aufgabe der RegionalkoordinatorInnen ist die Zusammenschau der zukünftigen Seelsorgeräume in der Diözese Graz-Seckau. Sie leisten den Menschen vor Ort Hilfe bei der jeweiligen Konzepterstellung des Seelsorgeraumes. Neben den Vorbereitungen auf die Seelsorgeräume, die mit 1. September 2020 starten, werden die RegionalkoordinatorInnen auch kirchliche RepräsentantInnen ihrer Region sein. Sie werden zum Beispiel Kontakt mit Organisationen und Gemeinden aufnehmen, um Kooperationen zu fördern und im Austausch zu bleiben. Ebenso sorgen sie für Fortbildungen und Vernetzungsangebote für haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen in der Region.“

Abschließend rief Birgit Lesjak-Ladstätter die Anwesenden auf: „Die Kirche steht vor einem grundlegenden Kulturwandel, in dem Partizipation möglichst vieler von zentraler Bedeutung ist. Reden wir auf Augenhöhe und kommunizieren wir respektvoll, ehrlich und transparent miteinander. Geben wir der schöpferischen Kraft Gottes in unserem Miteinander Raum!“ Sie lud die ZuhörerInnen ein, Kirche im eigenen Umfeld cokreativ mitzugestalten und auch Menschen in ihrem Verantwortungsbereich dazu zu ermutigen.

Der Nachmittag wurde von drei Mädchen des BORG Bad Aussee musikalisch umrahmt. In der Gesprächsrunde wurde bei allen Bedenken und Sorgen die Aufbruchsstimmung spürbar, was auch in den Grußworten hörbar war. So hat LAbg. Klubobmann Karl Lackner betont: „Eine Reform, die keine Emotionen auslöst und nicht schmerzvoll ist, ist keine Reform. Mich erinnert der Nachmittag an viele Diskussionen, die wir im Land geführt haben; nur ist hier die Gesprächskultur eine ganz andere.“

Jakob Kabas, der Geschäftsführer des Sozialhilfeverband regte an, die Chance zu nutzen und einen „Round table“ mit VertreterInnen von Initiativen und Organisationen zu bilden, bei dem gemeinsam Visionen für die Region gesponnen werden können. Er sprach von Kirche als eine „Mut-Gemeinschaft“.

RG 2018 10 12 Koordinatoren 065

RG 2018 10 12 Koordinatoren 008