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3 oekoeffizienz 2017
Kein Wirtschaftszweig ist so eng mit der Natur verbunden wie der Bauernstand. Der Umgang mit Pflanzen und Tieren ist Teil der täglichen Arbeit in der hochwertige Lebensmittel erzeugt werden. Im Bezirk Liezen, der fast vollständig durch die Grünlandwirtschaft geprägt ist, führt kein Weg an Rindern und Schafen vorbei, da alleine Wiederkäuer das Gras der Felder in Nahrung umwandeln können.

Beiträge der Fachtagung

Besondere Bedeutung hat hier die Milchwirtschaft. Angetrieben durch die Veränderungen auf den Märkten, den Wegfall der Mengenregelung und allgemeine Entwicklungstrends haben sich die Wirtschaftsjahre 2015 und 2016 für die Bauern als wirtschaftlich sehr schwierig erwiesen. Dies trifft an den Standort angepasste Milchbauern im Berggebiet doppelt hart. Es sinkt nicht nur das Familieneinkommen sondern auch die Wertschätzung für ein wertvolles Lebensmittel. Viele der betroffenen Betriebe erzeugen ihre Milch schon fast aus Tradition sehr nachhaltig und verwenden nur wenig zugekaufte Futtermittel. Biologisch wirtschaftende Betriebe verzichten zusätzlich in ihrer gesamten Produktionskette auf Pflanzenschutzmittel und Handelsdünger. Wir bezeichnen diese Form der Bewirtschaftung als ökoeffiziente Milchwirtschaft, da hier die Möglichkeiten des Standortes berücksichtigt und alle auftretenden Verluste minimiert werden. Dies gilt besonders für Verluste, die Schäden an der Umwelt, wir sprechen hier von Umweltwirkungen, hervorrufen können.

Unter dieser Voraussetzung haben 32 Milchviehbetriebe im Mai 2016 unter Anleitung der Ökoeffizienzgruppe der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und mit voller Unterstützung durch die Landwirtschaftskammer Liezen und der Ennstal Milch mit dem Projekt Ökoeffiziente Milchviehhaltung begonnen, das am 17. und 18. Oktober 2017 mit einer international besuchten Tagung abgeschlossen wurde. Im Zentrum dieser Tagung stand die Frage, ob die vermutete Ökoeffizienz praktisch bestätigt werden kann und welche Konsequenzen dies für die Strategie der unterschiedlichen Interessensgruppen haben soll. In drei wissenschaftlichen Referaten (Zerhusen von der LfL in Bayern, Wyss von der Hochschule Zollikofen in der Schweiz und Hörtenhuber vom FiBLyÖsterreich) wurde die Bedeutung der Umweltwirkungen besprochen, wobei das Treibhauspotenzial landwirtschaftlicher Betriebe vertiefend erläutert wurde. Im mittleren Tagungsteil wurden von den Projektleitern der HBLFA (Markus Herndl und Thomas Guggenberger) die Ergebnisse erläutert, und das ökoeffiziente Verhalten der Milchviehbetriebe im Bezirk Liezen bestätigt. Als praktischer Landwirt ergänzte Klaus Stenitzer die Ergebnisse mit der Empfehlung zu einer nachhaltigen und umweltverträglichen Strategie in der Betriebsführung. Kammerobmann Peter Kettner untersuchte mögliche, aus dem Ergebnis ableitbare Marktchancen. Für die Ennstal Milch, hier referierte Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Radlingmaier, passt das Bild einer ökoeffizienten Bewertung des Rohstoffes Milch sehr gut in die erreichte Technologieführerschaft des Unternehmens.

Am zweiten Tagungstag besuchten die Teilnehmer den landwirtschaftlichen Betrieb Eggmayr in Salza, Gemeinde Mitterberg-St. Martin und den Betrieb Danklmaier am Sonnberg in der Gemeinde Öblarn. Die Ergebnisse des Tagungstages mischten sich hier mit den Erfahrungen der Betriebsleiter. Man konnte zeigen, dass sowohl extensive als auch intensive Betriebe im Bewertungskonzept Platz haben, auch wenn die Betriebsstrategie unterschiedlich ist.