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Kosovo 1 Botschafter
Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein unterstützt die Landwirtschaft im Kosovo mit direktem Wissenstransfer

Beim ersten Grünlandtag im Kosovo, der in der Nähe von Istog veranstaltet wurde, konnten Herr Haki Rugova, Bürgermeister von Istog und Dr. Johann Brieger, österreichischer Botschafter im Kosovo, mehr als 200 Landwirte aus dem ganzen Land begrüßen.

Botschafter Dr. Johann Brieger betonte die Bedeutung derartiger Veranstaltungen, die in dieser Form in Österreich bereits seit 30 Jahren abgehalten werden. „Kosovo und Österreich haben eine langjährige Zusammenarbeit in vielen Bereichen, der Focus der österreichischen Unterstützung liegt allerdings im Bereich der Bildung und Landwirtschaft. Im Landwirtschaftssektor hat sich das Land Tirol besonders stark engagiert und diese Arbeit wird seitens der Botschaft sehr geschätzt." Der Bürgermeister von Istog, Herr Haki Rugova, bedankte sich für die Organisation des ersten Grünlandtages im Kosovo und betonte, dass Österreich den Kosovo immer unterstützt hat, in Notzeiten, nach dem Krieg und auch heute noch: „Ziel dieser Kooperation ist die Unterstützung der Landwirte in verschiedenen Bereichen. Unter Einbeziehung der Erfahrungen des Landes Tirol und vor allem der Fachexperten der HBLFA Raumberg-Gumpenstein sollen im Grünlandbereich und insbesondere in der Silagebereitung künftig moderne Methoden angewandt werden“, sagte Bürgermeister Rugova.

Nach der Begrüßung wurden den anwesenden Landwirten von den international bekannten Experten Univ.-Doz. Dr. Karl Buchgraber und Dipl.-Ing. Alfred Pöllinger von der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein/Österreich neueste Erkenntnisse näher gebracht. Sie demonstrierten anhand praktischer, wissenschaftlich fundierter Beispiele, wie Grünland effizient bewirtschaftet und genutzt werden kann. Den kosovarischen Bauern wurde näher gebracht, wie Arbeitsabläufe in der Landwirtschaft kosteneffizient und ohne größere Investitionen durchgeführt werden können. Die standortangepasste Saatgutmischung, der optimale Nutzungszeitpunkt und der effiziente Einsatz der Erntetechnik wurden besprochen und anhand praktischer Beispiele demonstriert. Am Ende des Tages wurden ebenso die sachgerechte und verlustarme Konservierungstechnik vorgeführt und besprochen. Das große Ziel lautet: Erhöhung der Milchleistung auf Basis der wirtschaftseigenen Grundfuttermittel von derzeit 5 bis 7 Liter pro Kuh und Tag auf 15 (20) Liter.

Der zweite Grünlandtag in der Republik Kosovo fand am 3. Oktober 2014 statt

Bereits am Vorabend fand eine intensive Schulung statt. Univ.-Doz. Dr. Karl Buchgraber arbeitete in einem seiner gewohnt engagierten Vorträge die Bedeutung und Wichtigkeit der hofeigenen Wirtschaftsdünger, die Herzstücke der Kreislaufwirtschaft in der Landwirtschaft, heraus. Auf vielen Betrieben im Kosovo werden nur die festen Wirtschaftsdünger gesammelt und die Flüssigphase (Jauche) fließt unkontrolliert von den Stallungen weg und versickert. Am zweiten Tag wurden die Themen des Vorabends anhand einer praktischen Vorführung vertieft. Gezeigt wurden landesübliche Ausbringungstechniken im Vergleich zu modernen Techniken. Die Jauche wurde einerseits mit einem herkömmlichen Prallteller und andererseits mit einem neuen Möscha Pendelverteiler ausgebracht. Beim Stallmist konnte man im Vergleich einen alten Miststreuer zu einem neuen Miststreuer mit vertikalem Feinstreuwerk, Stauschieber und Streuschutz im Einsatz sehen.

Vorbereitungsarbeiten zur Verbesserung der Weideleistung

Rund 14 Tage nach dem Wirtschaftsdüngertag komplettierte Johann Häusler, Experte für Fütterung und Weidehaltung an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, den Wissenstransfer für das Jahr 2014. Gemeinsam mit den beiden Kooperationsbetrieben wurde auf einem Betrieb ein elektrischer Außenzaun und eine Zwischenabzäunung errichtet. Zusätzlich wurden die notwendigen Einrichtungen (Umzäunungen, Durchtriebe, E-Versorgung, Wasserversorgung, etc.) und die wichtigsten Pflegemaßnahmen (Weidepflege, Verbesserung des Weidebestandes, Nachsaat usw.) für eine effiziente Weideführung in Form einer Kurzrasenweide besprochen. Derzeit werden im Kosovo die Tiere auf minderwertigem Grünland (teilweise handelt es sich um Brachflächen) gehalten. Zäune sind eher Mangelware, Elektrozäune waren bis dato unbekannt. Größere Herden wurden bisher von zumindest zwei Personen gehütet oder einzeln auf der Weide an Pflöcke angebunden.

Dieses Projekt stellt den nächsten wichtigen Schritt zur Entwicklung der kosovarischen Landwirtschaft in Richtung Unabhängigkeit und höhere Effizienz in der Milchproduktion dar.


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