Sie benutzen eine uralte Version von Microsofts InternetExplorer.
Diese Version wird von unserer Website nicht mehr unterstützt.
Bitte aktualisieren Sie Ihren InternetExplorer oder wechseln Sie zu einem anderen modernen Browser.

BE-NATUR steht für Nachhaltiges Management von Natura 2000 Flächen zum Schutz der Artenvielfalt

zum Projekt BE-NATUR

Präsentation BE-NATUR Projekt

 

Das Wissen rund um den Schutz der Natur, der Artenvielfalt und der Lebensräume sowie der nachhaltigen Landwirtschaft und der Schutz vor Naturgefahren wird in Theorie und Praxis gemeinsam im Rahmen des INTERREG Projektes BE-NATUR umgesetzt.

Der Verlust der Diversität von Lebensräumen, Tieren und Pflanzen stellt heute global eine der größten Herausforderungen dar. Der Rückgang der Artenvielfalt bedroht vor allem die Funktion der Ökosysteme, die uns lebenswichtige Ressourcen wie Sauerstoff, Trinkwasser, und Nahrung zur Verfügung stellen, eine bedeutende Rolle bei der Regulation des Klimas spielen, sowie Schutz vor Naturgefahren bieten.
Um den Auswirkungen des Biodiversitätsverlustes entgegenzuarbeiten, sowie die Bevölkerung auf die Bedeutung von Naturschutz aufmerksam zu machen, wurde das internationale Projekt BE-NATUR ins Leben gerufen. Das INTERREG Projekt wird von 14 Partnern aus sieben Ländern im Südosteuropäischen Raum umgesetzt. Die Laufzeit beträgt drei Jahre von 2011 bis 2014.

BE-NATUR: Transnationales Management von Natura 2000 Gebieten

Wesentliche Bestandteile der EU-Rechtsgrundlage für den Schutz der Umwelt sind die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, die Vogelschutz-Richtlinie 2009/147/EG über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten und die Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik. Sie bilden das Fundament für die Bewahrung des Naturerbes der Europäischen Union. Südosteuropäische Länder sind unterschiedlich weit in der Umsetzung der Richtlinien und es bestehen zum Teil große Lücken im Management von Natura 2000 Gebieten. Grundlage für die Umsetzung des Projektes bildete daher eine umfassende GAP-Analyse, die zur Erfassung und Beurteilung der Stärken und Schwächen der Umsetzungs- und Managementstrategien der Partnerländer erstellt wurde. Die Erhebung der Lücken erfolgte in den Bereichen gesetzliche Verfahren und institutionelle Rahmenbedingungen, Management und Organisation, sowie ökologischer und sozioökonomischer Status.


Ziele und Aktivitäten

Primäres Ziel von BE-NATUR ist ein verbessertes, länderübergreifendes Management von Schutzgebieten. Dieses Ziel wird durch die Definition gemeinsamer Aktionspläne für länderübergreifende Lebensräume und Arten, und einer Strategie zur Erhaltung des Naturerbes und der Natur- und Kulturlandschaft im Südosteuropäischen Raum erreicht. Ein besonderes Augenmerk wird auf Feuchtgebiete und Moorstandorte gelegt. In ausgewählten Europaschutzgebieten werden Maßnahmen als direkte und indirekte Interventionen zum Schutz, Erhalt und zur Wiederherstellung von Lebensräumen und Arten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie umgesetzt, zum Beispiel:

  • Monitoring der Weißstorch-Bestände (Ciconia ciconia), Schutz der Nester, Sanierung von Habitaten, Einrichtung von Auffangstationen und Rehabilitationszentren, Errichtung von Lehrpfaden in Ungarn und Rumänien
  • Wiederansiedelung des Adriatischen Störs (Acipenser naccarii) im Po Delta in Italien
  • Monitoring des Verbreitungsgebietes der Moldawischen Wiesenotter (Vipera ursinii moldavica) in Rumänien
  • Aufzeigen der Möglichkeiten des Einsatzes von Arbeitspferden in Landwirtschaft und Naturschutz in Österreich
  • Renaturierung von Lebensräumen und nachhaltiges Neophytenmanagement in Ungarn und Serbien
  • Erstellung von Handbüchern und Broschüren sowie Durchführung von Seminaren zur Steigerung der Toleranz der Bevölkerung für Naturschutz in Bulgarien
  • Renaturierung von Moorstandorten, Abgrenzung von landwirtschaftlichen Nutzflächen, Revitalisierung von Feuchtbiotopen in Österreich
  • Wissenschaftliche Langzeit-Monitoring-Flächen zur Optimierung der nachhaltigen landwirtschaftlichen Bewirtschaftung von Schutzgebieten und Evaluierung der Managementpläne von Schutzgebieten in Österreich

Ein weiterer Schwerpunkt im Projekt liegt auf der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung. Im Rahmen verschiedener Aktivitäten wird auf den Wert und die Wichtigkeit der Schutzgebiete für den Erhalt der biologischen Vielfalt und Ökosysteme aufmerksam gemacht:

  • Erstellung von Informationsmaterialien (Wissensbroschüren als didaktische Anleitung für PädagogInnen, Informationstafeln, Besucherlenkung durch Aussichtswarten und ein eingeschränktes Wegenetz, Poster, Vorträge)
  • Durchführung von geführten Exkursionen, Workshops in Natura 2000 Gebieten
  • Veranstaltungen mit Einbindung der Bevölkerung (Science in School)
  • Schulprojekte zum Thema Naturschutz und Biodiversitätsmanagement, Freiluftklassenzimmer, Errichtung und Revitalisierung von Feuchtbiotopen und Rückzugsflächen, Deckungsmöglichkeiten für Amphibien, Insekten und Vögel
  • Science Days und Science Weeks, Science Practice, Vorwissenschaftliche Arbeiten für die Matura

Expertentrainings und Diskussionsplattformen mit Entscheidungsträgern, Forschung und Praxis, Landnutzern, Landbesitzern, Gebietsbetreuung, Vereinen und VertreterInnen von Bildungseinrichtungen runden den Wissenstransfer und die Entwicklung gemeinsamer Aktivitäten und Bildung von Kooperationsnetzwerken ab.

Der Internationale Tag der Biodiversität am 22. Mai 2014 ist für die Region rund um den Grimming ein besonderes Ereignis.

Die Natura 2000 Flächen im Bezirk Liezen entfalten gerade ihre Blütenpracht. Auch die Lockrufe des Wachtelkönigs werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Das LFZ Raumberg-Gumpenstein hat heuer anlässlich der internationalen Woche der Artenvielfalt besondere Aktivitäten umgesetzt:

Der erste IRIS-Radwandertag rund um die Trautenfelser Naturschutzflächen fand am 21. Mai 2014 statt. SchülerInnen der Neuen Mittelschule Irdning, der Volksschule Irdning, PädagogInnen, VertreterInnen des Naturschutzbundes und der Berg- und Naturwacht sowie der Wildbach- und Lawinenverbauung vom Bezirk Liezen und Mitarbeiterinnen des LFZ Raumberg-Gumpenstein bearbeiteten gemeinsam die Themen Artenvielfalt im Wasser und an Land, Nachhaltige Landwirtschaft auf Natura 2000 Flächen und die Naturgefahren und ihre Schutzmaßnahmen rund um den Grimming.

Die BE-NATUR Science Week 2014 – Artenvielfalt im Wasser und an Land wurde ebenfalls im „Freiluftklassenzimmer“ auf den Trautenfelser Naturschutzflächen umgesetzt. Schutzgüter wie die Iris (Sibirische Schwertlilie) und die Sternnarzisse sind momentan die prägenden Landschaftselemente auf einigen feuchten, extensiv bewirtschafteten Wiesen. Nach der langanhaltenden Kälte- und Regenperiode konnte endlich auch mit der Mahd auf den umliegenden Landwirtschaftsflächen begonnen werden.

Ausblick:

  • Die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung für die Artenvielfalt und den Wert der natürlichen Lebensräume in der unmittelbaren Umgebung soll durch kontinuierliche Aktivitäten gestärkt werden.
  • Die Natur im Einklang mit einer nachhaltigen, ökologischen Bewirtschaftung in der Region soll stärker als bisher positiv kommuniziert und im Rahmen von weiteren Maßnahmen gefördert werden.
  • Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus den zahlreichen Langzeit-Monitonig Flächen werden für die Praxis aufbereitet und in das nachhaltige Flächenmanagement implementiert.
  • Durch weitere Pilotprojekte in Kooperation mit regionalen und überregionalen Partnern soll die Landentwicklung zum Schutz der Natur und Erhalt der Kulturlandschaft weitergeführt werden, um die prägenden Landschaftselemente wie zum Beispiel die Iris-Wiesen im Ennstal oder Narzissenwiesen im Ausseerland zu erhalten und gleichzeitig die extensive Landwirtschaft mit speziellen Methoden zu fördern.