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Das heurige Frühjahr war in weiten Teilen Österreichs von einer starken Trockenheit betroffen. Gerade in jener Zeit, in der auf den Grünlandflächen der erste und in der Regel ertragsstärkste Aufwuchs entsteht, wirkt sich der Wassermangel besonders dramatisch auf den Ertrag aus.

Klimaforscher weisen darauf hin, dass wir in Zukunft deutlich öfter und mit längeren und intensiveren Trockenperioden rechnen müssen. Das Projekt ClimGrassEco, in dem wir die Folgen der Klimaveränderung mit höheren Temperaturen und CO2-Konzentrationen für das Grünland untersuchen, trägt diesem Umstand Rechnung. Im Rahmen des aufwendigen Freilandexperimentes haben wir die Möglichkeit, künstliche Trockenheit unter kontrollierten Bedingungen zu erzeugen, indem ein Teil der Versuchsparzellen mit Regendächern ausgestattet ist und damit Niederschläge für eine bestimmte Dauer abgehalten werden können.

Trockenheit in der Landwirtschaft ist schwer zu beschreiben, da ihre Auswirkung das Ergebnis des Zusammenspiels vieler Faktoren ist. Dazu gehören in erster Linie ausbleibende Niederschläge gepaart mit hohen Temperaturen, seichtgründige und sandige Böden, südexponierte Lagen sowie die Art des Pflanzenbewuchses. Zur Bewältigung von Trockenstress haben Pflanzen Überlebensstrategien entwickelt, die ihre vollständige Austrocknung verhindern und je nach Dauer von einer Verlangsamung bzw. einem Stillstand der Wachstumsprozesse bis hin zum Absterben von Pflanzenteilen reichen.

Das Foto einer Wärmebildkamera, aufgenommen mit einer Drohne über einen nicht abgedeckten und ausreichend mit Wasser versorgten Bereich (oben) und Parzellen, die mittels Regendach einem mehrwöchigen Trockenstress ausgesetzt wurden (unten), zeigt deutliche Temperaturunterschiede. Höhere Temperaturen in den überdachten Parzellen weisen darauf hin, dass die gestressten Pflanzen ihre Transpiration einschränken, um Wasser zu sparen und damit die Blattoberflächen nicht mehr ausreichend gekühlt werden können. Die Folge ist eingeschränktes Wachstum und damit ein deutlicher Ertragsrückgang.

Aus diesen und vielen weiteren Beobachtungen im Rahmen des Forschungsprojektes ClimGrassEco werden Erkenntnisse gewonnen, die eine fundierte Grundlage für möglichst frühzeitige Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel liefern.

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2020 1 Muku
Aktuell werden in Österreich rund 200.000 Mutterkühe gehalten, das sind etwa 27% aller in unserem Land gehaltenen Kühe. Trotz des relativ starken Rückgangs (2010: ca. 270.000 Mutterkühe; 2010-2018: >25%) seit dem Wegfall der Mutterkuhprämie (2014) spielt die Mutterkuhhaltung in den österreichischen Grünlandgebieten eine wichtige Rolle bei der Umsetzung einer standortgerechten Produktion. Durch den niedrigen Kraftfuttereinsatz (= „Fleisch aus Gras“) gibt es keine Nahrungskonkurrenz zum Menschen und die Mutterkuhhalter tragen nicht unwesentlich zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft bei. 

 
Neue Herausforderungen
 
Der Wegfall der Mutterkuhprämie stellte die Mutterkuhhalter aber vor neue Herausforderungen. Um wirtschaftlich positiv auszusteigen, müssen die am Betrieb vorhandenen Ressourcen wie Futtergrundlage, Genetik der Tiere sowie Vermarktungsmöglichkeiten gepaart mit gutem Management sehr gezielt eingesetzt werden. Dazu besteht in vielen Betrieben noch großer Optimierungsbedarf. Da etwa zwei Drittel der jährlichen Erlöse aus dem Verkauf des Kalbes stammen, sollte pro Kuh und Jahr ein Kalb verkauft werden können! Dabei spielt die Mutterkuh selbst eine entscheidende Rolle. Problemlose und langlebige Mutterkühe mit guten funktionellen Eigenschaften (Euter, Klauen, Mutterinstinkt …) sind die Basis für den Erfolg. Sie zeichnen sich durch gute Fruchtbarkeit und Langlebigkeit aus und sollten zudem noch korrekte Fundamente und eine gute Beckenlänge haben, um problemlos abkalben zu können. Und nicht zuletzt sollten sie noch viel Milch geben, damit die Kälber auch ohne Kraftfutter gute Zuwachsleistungen erbringen. Solche Mutterkühe können durchaus aus der Reinzucht (ev. auch Generhaltung einheimischer Rassen) stammen, könnten aber auch durch gezielte Kreuzungen gewonnen werden. Die Leistungsfähigkeit und Vitalität von Mischlingen oder Hybriden ist, bedingt durch den Heterosiseffekt, höher als jene von reinerbigen Vorfahren und der Effekt ist umso größer, je unterschiedlicher die Ausgangsgenetik der Vorfahren ausgeprägt ist.
 
Interessante Erkenntnisse
 
Weltweit werden in vielen Mutterkuh Produktionsherden erfolgreich F1-Gebrauchskreuzungskühe (Kreuzung Milchkuh mit einem Fleischstier) eingesetzt. Solche Kreuzungen wären besonders im Grünlandgebiet, wo neben der Milchvieh- auch die Mutterkuhhaltung beheimatet ist, sinnvoll. Im Rahmen von Kooperationen könnten Milchviehhalter züchterisch weniger wertvolle Kühe mit einem Fleischrassestier belegen, wie es teilweise ohnehin schon praktiziert wird. Dieser Fleischrassestier darf allerdings nicht aus einer intensiven Mastrasse wie bspw. weißblaue Belgier oder Charolais stammen, denn diese Kälber sind für die Extensivmast auf der Weide nicht geeignet. Der Kreuzungspartner sollte vielmehr aus einer Rasse stammen die frühreif ist, und auch unter extensiven Bedingungen gute Zuwachsleistungen und befriedigende Schlachtkörper liefert - wie z. B. Aberdeen Angus. Der Mutterkuhhalter nimmt seinem Kooperationspartner alle Kreuzungskälber ab, die männlichen werden kastriert und als Ochsen auf der Weide gehalten. Die weiblichen sind passable Mutterkühe und können aber auch, wenn gerade kein Remonte-Bedarf besteht, auf der Weide gemästet werden – eine Win-winSituation für beide!  Zu diesem Thema stehen kaum Unterlagen bzw. Forschungsergebnisse zur Verfügung. Aus diesem Grund wurde an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein das vorliegende Projekt im Jahr 2016 gestartet und aus den ersten Ergebnissen lassen sich bereits einige neue und interessante Erkenntnisse für die Praxis ableiten. 
 
Fazit
 
So lässt sich bereits erkennen, dass der Einsatz von F1-Gebrauchskreuzungstieren (Milchrasse (HF, BS) x Angus) als Mutterkühe  eine sinnvolle Alternative zu reinrassigen Mutterkühen aus der Milchviehhaltung darzustellen scheinen. Solche Kreuzungstiere könnten durch Kooperationen zwischen Milch- und Mutterkuhhaltern gewonnen werden, die sich schlussendlich auch positiv auf die wirtschaftliche Situation beider Kooperationspartner auswirken würde. Die endgültigen Ergebnisse werden 2021 präsentiert. 
 
 

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Mehrere Faktoren führen dazu, sich vermehrt mit neuen Techniken zur Luftoptimierung in Stallungen der Nutztierhaltung auseinandersetzen zu müssen. Zum einen war in den letzten beiden Sommern ein deutlicher Anstieg der Temperaturen spürbar, zum anderen benötigen die Tierbestände zur Gesunderhaltung und bestmöglicher Ausschöpfung des Leistungspotentials optimale Bedingungen das Stallklima betreffend. Zusätzliche Maßnahmen wie das Versprühen von Wasser (oder die Beimischung flüssiger Aerosole) haben vielfältige Wirkungen und ermöglichen neben einer Staubreduktion zusätzlich die Kühlung der Abteile. Hierfür sind entsprechende Techniken nötig und eine Neuerung wird aktuell in einem Tierwohlstall für Mastschweine in Niederösterreich getestet, wobei es vor allem um eine Klimaverbesserung im Innenbereich (Ruhezone) geht, um die Funktionssicherheit im Sommer sicherzustellen.

Technik

Die Anlage ist modular aufgebaut – Anschlüsse sowie Steuer- und Regeleinheit kommen in einen Technikraum, die „Sprühköpfe“, die mit bis zu 4 Düsen in 4 Richtungen eine flächige Abdeckung von ca. 50 m² erreichen, werden im Stall montiert. Zusätzlich benötigt werden 2 Leitungen (Flüssigkeit bzw. Druckluft jeweils mit ca. 3,5 bzw. 2,5 bar), die mittels genormten Stecksystem werkzeuglos und einfach verbunden werden. Die Flüssigkeit wird einerseits durch Eigendruck durch die Düse gedrückt, zusätzlich wird Druckluft zur Beschleunigung der Tropfen am Düsenende eingesetzt. Damit ein dauerhaftes Tröpfchenspektrum von ca. 15 Mikron (entspricht einem sehr feinen Nebel) erreicht werden kann, bewährt sich das Zweistoffdüsensystem. Die Anlagentechnik ist so ausgelegt, dass nach der Wasserzuleitung eine Dosiermöglichkeit für konzentrierte Zusatzmittel (Bronchial-Elixiere, ätherische Öle, etc.) vorgesehen ist. 

Erste Ergebnisse

Bei bislang 22 Messtagen gab es an 7 Tagen Außentemperaturen größer 30°C (Höchstwert 34,6°C). Die Technik konnte diese Temperaturanstiege bei einem via Temperatursensor gesteuerten Sprühintervall von 30 Minuten und einer Sprühdauer von jeweils 30 Sekunden vor allem in den Nachmittagsstunden sehr gut kompensieren, es kam lediglich an 2 Messtagen zu Temperaturen bis 31,1°C – die Durchschnittstemperatur im Innenbereich lag bei 25,36°C. Die Temperaturreduktion der eingesetzten Technik ergab Differenzen zwischen innen und außen von bis zu 4 Kelvin.

Bezüglich der Messdaten von Staub wurden die Ergebnisse der im Februar durchgeführten Voruntersuchungen nochmalig bestätigt. Nach einem kurzfristigen Partikelanstieg durch den Sprühvorgang erfolgte eine deutliche Reduktion des Staubgehaltes von bis zu 80%.

Fazit

Die Auswirkungen des Klimawandels und den Strukturwandel im Auge behaltend ist es immer wichtiger, Ställe effizient an die Ansprüche der Tiere anzupassen - das Ziel sind klimafitte Stallungen für die Zukunft!

Weitere Auskünfte sind bei aero-solutions Umwelttechnik GmbH (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0732 / 997075) erhältlich, versuchstechnische Fragen beantwortet Irene Mösenbacher-Molterer von der HBLFA.

 Hier gelangen Sie zur Grafik "Zweistoffdüse Temperatur"

 
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Foto: Nationalpark Gesäuse

Ende Juli 2020 fand eine gemeinschaftliche Neophytenaktion mit dem Nationalpark Gesäuse und der HBLFA Raumberg-Gumpenstein statt. Das Team widmete sich einem Schwemmkegel an der Enns auf der Höhe des Finstergraben im Kerngebiet des Nationalparks, auf dem auch streng geschützte Pflanzen vorkommen. Die Fläche wurde als Referenzfläche für das Projekt MonitorNeophyten der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ausgewählt.

 

Ausgestattet mit Spaten und Schaufel und natürlich in Begleitung des Babyelefanten wurde, um der Hitze zu trotzen, bereits in der Früh mit den Beseitigungsmaßnahmen begonnen. Auf einer Fläche von ca. 100m2 konnten Rhizome in einer Tiefe von bis zu einem Meter ausgegraben werden, um die einer weiteren Ausbreitung dieser hoch invasiven Pflanzenart vorzubeugen. Die Fläche wurde in den vergangenen zwei Jahren immer zum gleichen Zeitpunkt bearbeitet und die Mühen haben sich sichtlich gelohnt. Der Japanische Staudenknöterich wird durch die kontinuierliche Bearbeitung in der Ausbreitung gehemmt. Durch die Maßnahmen konnte die Größe von etwa zwei Metern Höhe im Jahr der erstmaligen Sichtung 2018 auf ca. 30-50 cm vermindert werden. Diesmal war es sogar möglich einen Großteil des Wurzelwerks zu beseitigen, wobei die längsten ausgegrabenen Rhizome drei Meter lang waren. Insgesamt wurden neun Säcke á 80l Pflanzenmaterial beseitigt und zur fachgerechten Entsorgung zum Abfallwirtschaftsverband nach Liezen gebracht.
Im Herbst erfolgt die Nachkontrolle durch eine Mitarbeiterin des Nationalparks um etwaige übriggebliebene Pflanzen zu beseitigen.

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45 2020 emaskulator
Biobetriebe sowie Lieferanten des Hofkultur-Projektes der Fa. Hütthaler sind seit 2018 dazu verpflichtet, Ferkel unter Vollnarkose zu kastrieren. Vom Institut für Biologische Landwirtschaft in Thalheim/Wels wurden dazu zwei Untersuchungen durchgeführt: Auf 14 Biobetrieben wurde zuerst die praktische Umsetzung der Injektionsnarkose untersucht.

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Um die österreichische Emissionsproblematik zu verbessern, gibt es zahlreiche Maßnahmen, welche bereits bei der Fütterung und bei der Tierhaltung eingesetzt werden können. Um aber die unangenehmen Eigenschaften der Gülle im Lager und bei der Wirtschaftsdüngerausbringung auszugleichen, oder um die pflanzenbauliche Wirkung zu verbessern, werden auf dem Markt verschiedenste Zuschlagstoffe angeboten. Obwohl deren Wirkung nicht bestätigt ist und auch negative Auswirkungen die Folge sein können, wird der Verkauf weiter vorangetrieben.

Aus dem aktuellen Wissensstand ergibt sich, dass die Wirksamkeit von Güllezusätzen noch zu wenig untersucht, und die Ergebnisse statistisch nicht absicherbar sind. Es lässt sich kein klares Bild aus der Wirkrichtung der geprüften Güllezusatzstoffe ableiten. Während einige Studien Verbesserungen feststellen konnten, zeigten andere wiederum starke negative Auswirkungen. Zudem gibt es derzeit kein standardisiertes Verfahren zur Erfassung von Emissionen bei der Lagerung von flüssigen Wirtschaftsdüngern.

Aus diesen Gründen geht an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ab Sommer 2020 die erste österreichische Prüfanlage für Güllezusatzstoffe in Betrieb.

Bei der Anlage handelt es sich um neun, einer Güllegrube nachempfundene Behälter, mit einem Fassungsvermögen von je 170 Litern. Diese sind in einem klimatisierten Containerkomplex untergebracht, um die behandelte Gülle unter kontrollierten Bedingungen bestmöglich untersuchen zu können. Jegliche Materialien sind PTFE beschichtet, um die Anlagerung von Partikeln zu verhindern. Ebenfalls verfügt jeder Behälter über eine programmierbare Mixvorrichtung, und über Vakuumpumpen können Luftzirkulationen über der Gülle siumuliert werden. Erhoben wird die Belastung durch Ammoniak, Methan, Lachgas und Kohlendioxid. Zusätzlich werden auch der pH-Wert, die Temperatur, die relative Luftfeuchtigkeit und die Luftgeschwindigkeit gemessen.

Die Datenerhebung erfolgt mit anerkannten Messtechniken wie etwa der photoakustischen Gasmesstechnik zum Nachweis von Gasen, oder einem Olfaktometer zur Geruchsbestimmung. Ein zu untersuchender Güllezuschlagstoff wird zwei Monate bemessen, anschließend wird ein Bericht zu den Ergebnissen erstellt.

Die Auftragslage dazu ist sehr gut, was wiederrum die Wichtigkeit solcher Versuche aufzeigt. Wir hoffen, mit dieser Anlage so bald wie möglich aussagekräftige Ergebnisse liefern zu können.

 
3 2020 guellezusatz2
 

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Klauenerkrankungen sind eine der Hauptursachen für den vorzeitigen Abgang von modernen Milchkühen. Dabei konzentriert sich der Großteil der Klauenprobleme auf die hinteren Außenklauen, die einen signifikant höheren Anteil (64-70 %) der Gliedmaßenbelastung tragen als die Innenklauen. Durch diese Überbelastung wird die Außenklaue im Verhältnis zur Innenklaue immer größer.

Da sich dieses ungleichmäßige Klauenwachstum bei Wildrindern wie z. B. Bisons nicht findet, stellt sich die Frage, wie es sich verhindern lässt. Bei ausgewachsenen Kühen können die Außenklauen nur mehr entlastet, die Größe jedoch nur mehr wenig und nicht dauerhaft verändert werden. Das Augenmerk muss daher verstärkt auf die Entwicklung der Klauen im Jugendstadion gelegt werden.

Bis dato wird in der Praxis bei Jungtieren eher selten eine regelmäßige Klauenpflege durchgeführt. Das könnte das ungleiche Größenwachstum begünstigen. Mit dem vorliegenden Projekt soll untersucht werden, ob durch eine angepasste Klauenpflege in der Aufzucht die Entstehung des Größenunterschiedes zwischen Außen- und Innenklaue verhindert werden kann. So könnten Krankheitsfälle reduziert und somit das Tierwohl gesteigert werden.

 

 
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2 2020 Teebeutel3 komp
Für den Kohlenstoffkreislauf hat der Streuabbau im Boden eine große Bedeutung. Bei der Streuzersetzung durch Bodenorganismen wird das klimarelevante Gas CO2 freigesetzt. Die Geschwindigkeit des Streuabbaus hängt in erster Linie von der Qualität der Streu, von der Anzahl und Aktivität der Bodenorganismen und vom Klima (insbesondere Temperatur und Niederschlag) ab. Der Klimawandel beeinflusst somit auch den Streuabbau.

Teebeutel im Boden

Im Rahmen der „Tea Composition – Initiative“ wurden weltweit Streuabbauversuche in 570 terrestrischen Ökosystemen durchgeführt, um die Auswirkung des Klimawandels auf den Streuabbau vorhersagen zu können. An der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wurden Steuabbauversuche in einer dreischnittigen Mähwiese durchgeführt. Der Versuchsstandort repräsentiert Grasland in der gemäßigten Klimazone. Zur Quantifizierung des Streuabbaus wurde die „Tea Bag Methode“ angewandt. Dabei wurden Teebeutel von Grüntee (repräsentativ für leicht abbaubare Streu) und Rooibustee (repräsentativ für schwer abbaubare Streu) im Boden vergraben, nach einer Inkubationszeit von 3 Monaten, 12 Monaten, 24 Monaten sowie 36 Monaten wieder ausgegraben und das bis dahin nicht zersetzt organische Material quantifiziert. Über diesen wertvollen Streuabbauversuch wurde im ORF (Newton) berichtet.

Weitere detaillierte Informationen finden sie unter www.teacomposition.org

 
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3 2020 Smartfarming1 kompPSBei Dreharbeiten zum Thema „Smart Farming“ für das Frühstücksformat Café Puls stand Christian Fasching (HBLFA Raumberg-Gumpenstein) am Bio-Milchviehbetrieb von Familie Gschier zu seinem Fachgebiet Rede und Antwort. Ausgestrahlt wurde das Interview am 17.7. auf „Puls4“.

Unter folgendem Link kann das Video abgerufen werden: https://www.puls4.com/cafepuls/Videos/beitraege/Smart-Farming-Bauernhof-der-Zukunft

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Die voranschreitende Digitalisierung bietet für die Landwirtschaft die Möglichkeiten, Arbeitsabläufe am landwirtschaftlichen Betrieb zu automatisieren, Informationen über das Internet zu vernetzen und somit wertvolle Arbeitszeit einzusparen. Neue Technologien begünstigen eine exakte und effiziente Planung, Durchführung und genaueste automatische Dokumentation von Arbeitsschritten und eine Vereinfachung der Datenverwaltung durch die Vernetzung unterschiedlicher Systeme. Der Einsatz von digitalen „Mitarbeitern“ führt letztlich zu mehr Tierwohl, da Verhaltensabweichungen von Tieren umgehend wahrgenommen werden und sofort darauf reagiert werden kann. Um die technischen Entwicklungen für Landwirte sichtbar, greifbar und anwendbar zu machen, wurde das Projekt „Innovation Farm“ ins Leben gerufen.

Die Innovation Farm Raumberg-Gumpenstein legt den Fokus auf die Innenwirtschaft. In Form von Use Cases werden digitale Technologien eingereicht, die auf Versuchs- und/oder Pilotbetrieben getestet werden. Im Zuge von Bildungsveranstaltungen werden Erkenntnisse aus den Testungen dem Fachpublikum präsentiert. Neue Chancen, die sich aus der Digitalisierung für die Landwirtschaft ergeben, aber auch Risiken, die diese Entwicklung für die Praktiker bereithält, sollen dem Anwender anschaulich nähergebracht werden.

Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein beschäftigt sich aktuell mit digitalen Brunsterkennungssystemen, automatischem Futteranschub, sensorbasiertem Wiederkaumonitoring, der elektronischen Ohrmarke, dem Abkalbemonitoring und vielen mehr. Neben Praxisstudien werden praktizierende Landwirte befragt und der Mehrwert, den die Innovation generiert, soll anschließend quantifiziert werden.

Wie sich die Entwicklung hin zum Einsatz digitaler Hilfsmittel in der kleinstrukturierten österreichischen Landwirtschaft gestaltet, wird sich in Zukunft weisen. Fest steht, dass digitale Kompetenz - wie auch in allen anderen Bereichen – die wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung in der Landwirtschaft darstellt.

Bilder: BMLRT / Paul Gruber

 
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Regionalität ist derzeit das Schlagwort schlechthin. Die Nutzung alter und seltener Rassen in der Landwirtschaft liefert traditionelle und auch neu entwickelte Produkte mit regionalem Bezug. Der überwiegende Teil der Zuchttiere wird von kleinbäuerlichen Biobetrieben, die oft im Berggebiet liegen, gehalten. Nebenbei leisten diese Rassen somit einen wertvollen Beitrag zur Pflege von extensiven Kulturlandschaften.

Wichtige Rolle

Eine wichtige Rolle in der Erhaltung seltener Rassen spielt die österreichische Nutztiergenbank. Die züchterisch nutzbare Basis bei seltenen Rassen ist schmal. In einer kleinen, geschlossenen Population kann die Inzucht, und damit die Anfälligkeit für Erbfehler, schnell zunehmen. Ohne den Einsatz von Genbankmaterial in der gezielten Paarung ist ein nachhaltiger Wiederaufbau der Tierzahlen sehr schwierig. Bei hoch gefährdeten Rinder-, Ziegen-, Pferde- und Schweinerassen wird Samen aus der Nutztiergenbank im Rahmen von Anpaarungsplänen eingesetzt. Mit der Unterstützung der Zuchtverbände und unter ständigem Monitoring der Bestandsentwicklung durch die Österreichische Gesellschaft für Genreserven (ÖNGENE) ist die Zunahme der Inzucht seit mehr als 20 Jahren gut unter Kontrolle.

Die Nutztiergenbank verfügt über eine Besamungsstation mit der Zulassung für den innereuropäischen Handel für die Tierarten Rind, Ziege, Schaf und Schwein. Der unter diesen Umständen gewonnene Samen ist frei handelbar. Damit ist auch der grenzüberschreitende Zuchtanschluss für seltene Rassen, wie die Pustertaler Sprinzen (Bild), gegeben.

Vorgehensweise

Die Vatertiere für die Genbank werden nach genetischen und züchterischen Merkmalen von den verantwortlichen Zuchtorganisationen zusammen mit der ÖNGENE ausgewählt. Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein stellt die für die Samenproduktion und –lagerung benötigte Infrastruktur und das Personal zur Verfügung. Die ZüchterInnen verleihen die Vatertiere gegen eine Gebühr an die Genbank und erhalten diese nach Anlage des Samendepots wieder zurück. Der gewonnene Samen steht zum größten Teil in der Erhaltungszucht zur Verfügung, ein kleiner Teil verbleibt als Sicherung und zur Dokumentation in der Genbank.

Die Zusatzsammlung Farm Animal DNA Bank (FADNAB) enthält isolierte genomische DNA, sowie Blut- und Gewebeproben. Dieses Archiv der Genetik in der österreichischen Nutztierzucht macht die Genbank zu einem gefragten Partner in internationalen Forschungsprojekten.  

Derzeit sind in der österreichischen Nutztiergenbank 27 von 29 seltenen Rassen vertreten. Zusätzlich dokumentiert das Lager die genetische Situation bei den Hauptrassen in der österreichischen Rinder-, Ziegen- und Schweinezucht. Dieses Material wird meist von den anderen Besamungsstationen zur Verfügung gestellt. Die gesamte Sammlung umfasst mehr als 650 Vatertiere seltener Rassen und etwa 3500 Vatertiere der Hauptrassen, der Hauptanteil entfällt auf das Rind. Mit über 250.000 Samenportionen von seltenen Rassen und fast einer halben Million Portionen gesamt ist die österreichische Nutztiergenbank die drittgrößte Genbank Europas.

Zukunft sichern

Die nächste Erweiterung der Genbank wird zur Sicherung der Bienenzucht in Österreich beitragen. Ein eigenes Lager für Samen und genetisches Material von zwei seltenen österreichischen Bienenrassen wird die heimischen Populationen vor genetischen Verlusten schützen.

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