Sie benutzen eine uralte Version von Microsofts InternetExplorer.
Diese Version wird von unserer Website nicht mehr unterstützt.
Bitte aktualisieren Sie Ihren InternetExplorer oder wechseln Sie zu einem anderen modernen Browser.

 

Autor : Dipl. ECBHM Dr. Johann Gasteiner

Man unterscheidet zwischen schaumiger Blähung oder vergrößerter Gasblase. Bei Blähungen auf der Weide trifft man häufiger auf eine schaumige Gärung. Folgende Faktoren erhöhen das Weideblährisiko:

- Ein unvorbereiteter Weidebeginn im Frühling
- Ein hoher Kleeanteil im Weidebestand (über etwa 30 %)
- Hoher Zucker- und Eiweißgehalt in jungem Futter
- Bestoßung frischer Weiden
- Tage an denen die Kühe hastig fressen (späterer Austrieb, neue Koppel)
- Bei Koppel- und Portionsweide höheres Risiko als bei Kurzrasenweide
- Kühe kommen nüchtern mit Heißhunger auf die Weide
- Frostiges Futter
- Aufnahme von warmem „gärigen“ Futter im Stall
- Eventuell nach warmen Nächten bzw. warm-windigen Tagen

Wenn mehrere Punkte gemeinsam auftreten, besteht größte Blähgefahr!

Bei schaumiger Gärung können in einem frühen Behandlungsstadium Blähöle oder spezielle oberflächenentspannende Medikamente wie Siccaden® (bzw. im Notfall auch Speiseöle oder Rizinusöl) über eine Schlundsonde mit viel Flüssigkeit eingegeben werden. Dadurch sollen die Schaumbläschen zerfallen, wodurch das Gas abgegeben oder abgelassen (Schlauch) werden kann. Der Tierarzt hat die Möglichkeit, durch bestimmte Injektionspräparate eine Entspannung des Schlundes und der Schlund-Pansenöffnung zu bewirken, wodurch Gase leichter aufgestoßen werden können.  

Der Pansenstich mit einem Trokar (linke Hungergrube!) war eine weit verbreitete Methode zur „Behandlung“ geblähter Rinder. Die Komplikationen, welche im Anschluss an eine Trokarierung zumeist auftreten sowie die Alternative, das Setzen einer Schlundsonde, lassen diese Methode als veraltet erscheinen. Neben Wundkomplikationen besteht die große Gefahr, dass Panseninhalt in die freie Bauchhöhle des Rindes gelangt und eine Bauchfellentzündung ausgelöst wird, die nur schwer zu behandeln ist. Sollte aus verschieden Umständen keine Pansenschlundsonde gesetzt werden können, so kann der Pansenstich als letzte, lebensrettende Maßnahme von einem Fachmann durchgeführt werden. Im Anschluss an einen Pansenstich sollte jedoch sofort eine chirurgische Sanierung durch einen Tierarzt veranlasst werden.

Praktische Vorgangsweise bei Pansenblähung:

- Absetzen des verursachenden Futters bzw. Tiere auf andere Weide treiben, um Neuerkrankungen zu vermeiden
- Geblähtes Tier fixieren und bei Erfahrung Schlundsonde setzen (Betriebe mit hauptsächlicher Weidehaltung sollten bereits ein 2,20 – 2,50 m langes Schlauchstück zur Hand haben)
- Nur erfahrene Landwirte sollten Präparate in den Pansen einschütten, es besteht die große Gefahr, dass die Sonde in der Luftröhre und nicht im Schlund sitzt (Einguss in die Lungen = Lungenentzündung/Tod des Tieres)
- Nur bei stehenden Tieren sollte über die Schlundsonde oberflächen-entspannende Mittel und Wasser eingegeben werden, bei festliegenden Tieren ist äußerste Vorsicht geboten (wieder große Gefahr des Fehlschluckens) – es sollte nichts eingegeben werden
- Rasch den Tierarzt rufen