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Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Zum Selbstbau eines Aufwuchshöhenmessgeräts benötigen Sie einen Holzstiel (1,8-2 m), einen Kunststoffdeckel, ein leichtes Elektro-Leerrohr (z.B. Evilon), 3 Lusterhaken zur lockeren Führung des Leerrohres am Holzstiel, ein Zollstabstück, Blechscheiben oder Beilagenscheiben, Schrauben, eine leichte Holzplatte oder Klemmmappe (als Messlistenauflage). Sie schneiden in die Mitte des Deckels ein Loch dessen Durchmesser etwa 0,5 cm größer als der Holzstiel ist. Am unteren Ende des Holzstiels befestigen sie eine Beilagen- oder Blechscheibe deren Durchmesser größer als das Deckelloch ist. In den Holzstiel schrauben Sie die 3 Lusterhaken zur lockeren (!) Führung des Leerrohres. Der Holzstiel wird von oben durch das Deckelloch geschoben und das Leerrohr wird am Deckel fixiert. Das leichte E-Leerrohr wird deswegen verwendet, damit das zusätzliche Gewicht am Deckel möglichst gering ist. Dieses überträgt die gemessene Aufwuchshöhe nach oben wo am Holzstiel in passender Höhe der Zollstab fixiert ist. An den Holzstiel können Sie nun auch noch eine Klemmmappe schrauben, damit Sie beim Weiderundgang die Messergebnisse bequem aufschreiben können.

Beim wöchentlichen Koppelrundgang wird in jeder Koppel an zumindest 5-7 aussagekräftigen Stellen die aktuelle Weide-Aufwuchshöhe gemessen und in die Liste eingetragen. 



 

 

 

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Beweidungsdauer je Koppel

 

3tägig

6tägig

10tägig

Hauptwachstumsphase

6-9 Koppeln

3-5 Koppeln

2-3 Koppeln

Ab Ende August

12-16 Koppeln

5-8 Koppeln

3-5 Koppeln

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40 2012 kuh heu
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Durch Stundenweidehaltung kann die Grundfutteraufnahme verbessert werden - Weidegras ist Eiweiß- und Zuckerreich und wir gerne gefressen

Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Von Halbtagsweide spricht man, wenn die Rinder etwa 7-10 Stunden pro Tag auf der Weide gehalten werden. Dies erfolgt üblicherweise entweder über den Tag (Tagweide) oder vom Abend bis zum Morgen (Nachtweide).

Bei Halbtagsweide nehmen Rinder etwa 30-60 % der Tagesfutter-Trockenmasseaufnahme über die Weide auf (z.B. Milchkühe 7-11 kg TM/Tag). Da Rinder bei Dunkelheit weniger grasen, ist es bei Nachtweidehaltung wichtig, dass die Tiere nicht zu spät auf die Weide kommen. Bei Nachtweidehaltung wird aber zumeist etwas weniger Weidefutter aufgenommen, als bei Tagweide.

Bei Stundenweide kommen die Rinder täglich zwischen 2-6 Stunden auf die Weide. Bei gutem Weidefutterangebot nehmen intensiv weidende Milchkühe etwa 1-2 kg Trockenmasse Weidefutter je Stunde auf.

Vorteile der Stunden- bzw. Halbtagsweide:

+ Kraftfutter (insbesondere Eiweißkraftfutter) kann im Vergleich zur reinen Stallfütterung mit Futterkonserven gezielt gespart werden

+ Höhere Grundfutterleistung als bei reiner Fütterung mit konserviertem Futter

+ Im Vergleich zur Stallhaltung tiergemäßere Haltung und verbesserte Brunsterkennung

+ Im Vergleich zur Ganztagsweide ist bei Stunden- oder Halbtagsweide weniger Weidefläche erforderlich. Es kann auch eine leistungsgerechte Fütterung leichter umgesetzt werden und es ist die Einzeltierbeobachtung einfacher durchzuführen. Die Tiere können gezielt zum Fressen auf die Weide gelassen werden.

+ Schwankungen auf der Weide können durch Ergänzungsfütterung ausgeglichen werden

+ für Jungtiere (unter ½ Jahr) in Kombination mit Unterstand/Stall gut geeignet

Nachteile der Stunden- bzw. Halbtagsweide:

- Im Vergleich zur Ganztagsweide arbeitsaufwändiger, es fallen höhere Futterkosten an und die Tiere zeigen unruhigeres Weideverhalten

- Nur auf stallnahen Flächen praktikabel

- Schonende Ergänzungsfütterung (Kraftfutter reduzieren und anpassen!) ist notwendig

- Schwankendere Pansenbedingungen im Tagesverlauf (Wechsel zwischen Weide- bzw. Stallfutter)

Kraftfutter anpassen

Mit steigendem Weidefutteranteil an der Tagesration kann bzw. muss der Kraftfuttereinsatz reduziert werden. In der Milchviehhaltung kann vor allem auf die Eiweißergänzung in der Weidezeit verzichtet werden.

- Bei Halbtags- bzw. Stundenweidehaltung sollte die täglich Kraftfuttergabe 5–7 kg (sinkende Menge je nach Weidefutteranteil) auch bei hoher Tagesmilchleistung nicht überschreiten.

- Je höher der Weidegrasanteil in der Ration ist, desto wichtiger wird bei Einsatz von Kraftfutter, dass dieses vermehrt langsam abbaubare Komponenten (Körnermais, Kleien, Trockenschnitzel etc.) enthält. Wenn Klauenrehe vermehrt auftritt, dann weist dies häufig auf zurückliegende Störungen des Pansenstoffwechsels hin.

- In der Milchviehhaltung ist eine Ergänzung mit eiweißreichen Komponenten ist erst bei hohen Tagesmilchleistungen (je nach Weide- bzw. Maissilageanteil ab 25 bis 32 kg Milch) notwendig. Ein wichtiges Beurteilungskriterium stellt hier der Harnstoffgehalt der Milch dar. Bei Milchharnstoffgehalten über 25 mg ist zur Weide keine Eiweißergänzung notwendig.

- In der Aufzucht, Rindermast und Mutterkuhhaltung kann bei Weidehaltung zumeist vollständig auf eine Ergänzung mit eiweißreichen Komponenten verzichtet werden.

 

Tipps für Stundenweidebetriebe

Bei Stundenweidehaltung sollten die Rinder vor allem zum Fressen und nicht zum Liegen auf der Weide sein! Damit fällt auch der größte Teil des Kotes und Harns im Stall an und die Hitze und Fliegenbelastung der Tiere ist gering. Da Rinder in den frühen Morgenstunden bzw. den frühen Abendstunden die Hauptfressaktivität zeigen, sollten z.B. Milchkühe morgens rasch nach der Melkung für zumindest 2-3 Stunden zum Grasen auf die Weide kommen. Bei Dunkelheit, aber auch von 11:00-15:00 Uhr, wird bei üblicher Weidehaltung wenig gegrast.

- Ein zweimal täglicher Weidegang (morgens und abends) ist aus pansenphysiologischer Sicht günstiger als ein einmaliger Weidegang.

- Stundenweidebetriebe füttern im Stall die übliche Grundfutterration weiter. Günstig ist, wenn in der Ration auch etwas Heu enthalten ist. Auch Maissilage, sofern vorhanden, hat bei Stunden- und Halbtagsweide eine gute Ergänzungswirkung. Trotz Ergänzungsfütterung. sollten Kühe aber generell hungrig auf die Weide getrieben werden – Ausnahme: Weidebeginn im Frühjahr bzw. bei Blähgefahr.

- Sehr gute Ergebnisse (Leistungen, Arbeitszeit!) können bei Stundenweidehaltung auch mit dem Weidesystem „Kurzrasenweide“ erzielt werden.

 

Versuchsergebnisse zur Halbtagsweidehaltung von Milchkühen (Johann Häusler et al.)

Excel-Formular zur Abschätzung der täglichen Weidefutteraufnahme, Milchleistung und Futterkosten bei Milchkühen

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

40 2012 mutterkuh mit kalb
Gute Milchleistung von Mutterkühen bei Ganztagsweidehaltung
 
40 2012 kaelber weide

Bei Weidehaltung von Kälbern sollte ein Stall oder Unterstand vorhanden sein
 

Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Bei Ganztagsweide bleiben die Tiere praktisch den ganzen Tag auf der Weide bzw. kommen Milchkühe nur zur Melkzeit in den Stall – die Weidedauer beträgt daher 20-24 Stunden pro Tag.

Bei diesem Verfahren benötigt man pro Tier die größte Weidefläche. Hofferne Flächen werden in der Praxis von Aufzucht- oder Masttieren, Mutterkühen oder trockenstehenden Kühen ganztägig beweidet.

Das Weidefutter ist die Allein- bzw. Hauptfutterart. Höherleistende Tiere weiden auf guten Standorten, das Weidemanagement legt auf eine hohe und gleichbleibende Futterqualität Wert. Mit niedrigleistenden Tieren (Aufzucht, trockenstehende Kühe etc.) können extensive Standorte sehr gut und nachhaltig beweidet werden.

Bei Ganztagsweidehaltung ist die Fresszeit im Stall begrenzt oder entfällt vollständig. Zur Aufnahme von Mineralstoffen (z.B. Viehsalz, Spurenelemente…) reicht bei begrenzter Stallzeit oft die Zeit nicht um diese zu fressen. Hier müssen diese über Lecksteine (vor Regen schützten) auf der Weide angeboten werden.  Darüber hinaus ist ständiger Zugang zu sauberem Wasser notwendig.

Vorteile der Ganztagsweide:

+   Geringe bzw. keine Fütterungsarbeiten

+   Weniger Stallarbeit

+   Weniger Kosten

+   Ruhige Weidetiere

Nachteile der Ganztagsweide:

-       Viel weidefähige Fläche muss vorhanden sein

-       Einzeltierleistung, insbesondere in der Milchviehhaltung (Menge, Inhaltsstoffe), begrenzt

-       Schwankungen in der Weidefutterqualität schlagen stärker auf Leistung durch, Weidemanagement sehr wichtig

-       Erhöhter Beobachtungsaufwand auf der Weide

Zur Abschätzung des Flächenbedarfs bei Kurzrasenweide bzw. Koppelweide steht Ihnen ein Excel-Formular zur Verfügung.

Die Vollweidehaltung ist eine besondere Form der Ganztagsweide. Vollweidebetriebe streben eine möglichst kostengünstige Produktion und einen hohen Weidefutteranteil an der Jahresration an. Bei diesen Betrieben ist Ganztagsweidehaltung bei geringer bzw. keiner Ergänzungsfütterung und saisonaler Abkalbung üblich.

Versuchsergebnisse zur Kalbinnenaufzucht bei Kurzrasen- bzw. Koppelweide
Versuchsergebnisse zur Kalbinnenmast

Excel-Formular zur Abschätzung der täglichen Weidefutteraufnahme, Milchleistung und Futterkosten bei Milchkühen

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

40 2012 kuehe auf weide
40 2012 weidemessungen

Bei Vollweide steht das Weidemanagement im Mittelpunkt
40 2012 besucher bei weidetag
Das Interesse an Low-Input Konzepten nimmt zu - auch um die Abhängikeit von Dritten zu verringern und um Arbeitszeit
40 2012 weidezeit ergaenzungsfuetterung
In der Weidezeit wird auf eine Ergänzungsfütterung zumeist vollständig verzichtet.
40 2012 weidefutter
Weidefutter hat ein hohes Potential und ist preiswert.
40 2012 wasserversorgung3

Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Die Low-Input Vollweidestrategie versucht eine hohe Effizienz durch Minimierung der Produktionskosten und eingesetzten Produktionsmittel zu erreichen. Die Maximierung des Outputs steht dabei nicht im Vordergrund. Der Einsatz von Maschinen und Geräten, Zukauffutter, Arbeitszeit etc. muss dabei jedoch kurz-, mittel- und langfristig konsequent verringert werden. In der Wiederkäuerfütterung ist das Weidefutter das preiswerteste Futtermittel. Daher versuchen Low-Input Betriebe durch beste Nutzung der Weide den Anteil an konserviertem Futter und Kraftfutter in der Jahresration so weit wie möglich zu reduzieren.

 

Eine nahezu vollständig auf betriebseigenem Grundfutter basierende Milchproduktion wird angestrebt. Hohe Einzeltierleistungen stehen bewusst nicht im Vordergrund, es wird jedoch eine hohe Flächenproduktivität und Umwandlungseffizienz des Grünlandfutters in Milch angestrebt. In typischen Weideregionen wird auch der Laktationsverlauf bestmöglich an die Vegetationsperiode angepasst (saisonale Milchproduktion). Die wirtschaftlichen Ergebnisse der Milchproduktion in den „Vollweide-Regionen“ Neuseeland, Australien und Irland zeigen, dass diese Produktionsform bei konsequenter Umsetzung sehr konkurrenzfähig sein kann. In den letzten Jahren liefen auch mehrere wissenschaftliche Untersuchungen zur Vollweidehaltung im Voralpen- und Alpengebiet (Schweiz, Österreich, Bayern, Baden Württemberg). Dabei zeigte sich, dass bei passenden Betriebsgegebenheiten und standortangepasster Umsetzungsstrategie dieses Betriebskonzept auch in unserer Region erfolgversprechend umgesetzt werden kann.  

 

Das gilt für Vollweidebetriebe

  • Im Frühling möglichst rasch mit dem Weiden beginnen (große Fläche vorgeben).
  • Vor der Hauptwachstumszeit (=ca. 3 Wochen vor dem 1. Schnitt) müssen die Kühe und der Pansen auf die Weide umgestellt sein
  • In der Hauptvegetationszeit Ganztagsweidehaltung durchführen
  • Bei Regenperioden geeignete Weideflächen beweiden und diese möglichst großflächig vorgeben. Eventuell vorübergehend Weidezeit verkürzen – Weidegras bleibt aber Hauptfutter!
  • Zumindest 0,3-0,6 ha Weidefläche ist pro Kuh erforderlich
  • Eine geblockte Abkalbung anstreben
  • Hohe Einzeltierleistung steht nicht im Vordergrund
  • Hohe Effizienz durch beste Weidenutzung und konsequente Kosten- und Arbeitszeitminimierung
  • Keine trockenstehenden Kühe auf hochwertige Talweiden treiben
  • Eine gute Flächenleistung erreicht man, wenn mit der Weide eher „geizig“ umgegangen wird
  • Auf arbeitssparende Weidesysteme die zum Betrieb und zum Bestand passen setzen
  • Das hohe Potential der Weide wirklich ausschöpfen
  • Eine bisher schnittgenutzte Wiese muss langsam in eine Weide übergeführt werden (Weidegräseranteil fördern, eventuell Übersaat/Nachsaat etc.)  
  • Kühe und Weidepflanzen besser kennen lernen (Weidemanagement ist mehr als die Kühe aus dem Stall zu lassen)
  • Die Umstellung gezielt durchführen
  • Auf Euterpflege und Eutergesundheit besonderes Augenmerk legen
  • Hoher Weidegrasanteil und Kraftfutter passen nicht zusammen
  • Wer im Stall viel beifüttert ist auf der Weide ineffizient (Weideverdrängung u. Verhaltensänderung)
  • Die Kühe müssen immer Zugang zu sauberem Wasser haben (mehrere Tränkestellen von Vorteil)
  • Langfristig auf weidetauglichere Genetik setzen (kleinere Kühe etc.)

 

Weide steht im Mittelpunkt

Bei Vollweidehaltung steht die Weide im Mittelpunkt. Das gesamte Betriebsmanagement wird dabei bestmöglich auf die Weidezuwachskurve und Weidequalität abgestimmt. Bei optimalem Weidemanagement kann mit minimalem Aufwand eine sehr hohe und konstante Grünfutterqualität von 6 bis 7 MJ NEL pro kg TM erreicht werden. Entscheidend für eine hohe Weidefutterqualität sind ein passender Pflanzenbestand und die standortangepasste Weideführung. Je nach Betriebssituation kann auf Koppel-, Kurzrasen- oder Portionsweidehaltung zurückgegriffen werden.

 

Betriebsangepasstes Management gefragt

Vollweidebetriebe setzen ein ausgeklügeltes Low-Input Weide- und Betriebsmanagement um. Wichtig ist dabei die Ausrichtung der Betriebsführung auf die natürlichen Standortbedingungen. Die Kühe sollen vor allem dann Milch geben, wenn preiswertes Weidefutter wächst. Das Herdenmanagement wird grundsätzlich so abgestimmt, dass die Kühe im bzw. bis Ende des Winters (je nach Betriebssituation November – April) abkalben. Im Winter stehen damit die Kühe trocken, was auch den Bedarf an konserviertem Grundfutter bester Qualität reduziert. Auch die Jungkälber gehen bereits im ersten Sommer auf eine Kälberweide. Zusätzlich sind im Sommer alle Kühe trächtig und stehen nicht trocken. Wie die österreichischen Erfahrungen in einem vom Bio-Institut des LFZ Raumberg-Gumpenstein geleiteten Forschungsprojekt mit Praxisbetrieben zeigen, kann eine enge Blockabkalbung mit 4-6 wöchigen Melkferien jedoch nicht auf jedem Betrieb umgesetzt bzw. angestrebt werden.