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40 2011 extensive almweiden
Extensive Almweiden sind für hochleistende Tiere nicht geeignet

40 2011 gutes almweidemanagement

Bei gutem Almweidemanagement entwickeln sich Rinder sehr gut

Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Almweiden sind ökologisch sehr sensible Standorte. Sie haben einen besonderen Wert für Umwelt, Tourismus, Naturschutz und Ökologie. Eine nachhaltige Almwirtschaft nutzt das standortbedingte Futterangebot bestmöglich aus. Der Bauer lenkt durch das Weidemanagement die Vegetationsentwicklung und den Ertrag wesentlich.

Die Verdaulichkeit und der Nährstoffgehalt von alpinem Grünlandfutter liegen zumeist auf niedrigem Niveau (4 bis 5,5 MJ NEL/kg TM) als auf Talweiden. Nur zu Almweidebeginn (bei zeitigem Auftrieb) bzw. auf sorgfältig bewirtschafteten Kammgraswiesen (Gunstlagen) sind Energiegehalte über 5,5 MJ NEL/kg TM realisierbar. Der Futterertrag und der tägliche Futterzuwachs sind deutlich begrenzt. Auf Almweiden wenden die Tiere vermehrt Zeit für die Futtersuche auf. Bei hochleistenden Tieren kann die Futter- und Nährstoffaufnahme auf Grund fehlender Weidezeit leiden. Vor allem ab Ende Juli geht die Zuwachsleistung des Futters auf den Almweiden deutlich zurück. Das Weidemanagement muss daher so gestaltet werden, dass der Tierbesatz an den Futterbedarf der Tiere bzw. das Flächenausmaß an den Tierbesatz abgestimmt wird. Auf Almen findet man vorwiegend Koppel- und extensive Standweidesysteme vor.

Wichtige Almweideregeln:

  • Vorbereitung der Almweidetiere auf das Weiden bereits im Tal
  • Früher Almweidebeginn
  • Gunstbereiche nach Möglichkeit zuerst beweiden
  • Nach Möglichkeit Koppelung und Umtriebsweidehaltung durchführen
  • Bestoßungsdauer der Koppeln an Futterangebot anpassen
  • Koppeln so groß anlegen, dass diese nicht länger als eine Woche durchgehend beweiden werden
  • Durch Weidemanagement und Position der Tränken und Futterstellen auf gute Verteilung der Tiere auf den Weideflächen Wert legen (à bessere Verteilung von Kot und Harn, gleichmäßigere Futternutzung und Bestandsentwicklung)
  • Reduktion des Tierbesatzes im Spätsommer
  • Gezielte Steuerung der Abkalbungsphase am Betrieb (z. B. Abkalbung von Mutterkühen im Oktober – Auftrieb der trockenen Kühe)
  • Höherleistende Tiergruppen beweiden die Gunstlagen
  • Beweidung von Hochalmen im Juli – Wanderung talwärts im Spätsommer
  • Rechtzeitiger Herbstabtrieb
  • Beifütterung von Heu oder Silage nach dem Auftrieb und vor dem Abtrieb



 

 

 

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Beweidungsdauer je Koppel

 

3tägig

6tägig

10tägig

Hauptwachstumsphase

6-9 Koppeln

3-5 Koppeln

2-3 Koppeln

Ab Ende August

12-16 Koppeln

5-8 Koppeln

3-5 Koppeln

40 2011 irland kuehe kaelber
Kälber und Jungrinder der säugenden Mutterkühe können voraus grasen

40 2011 komi portion kurzrasenweide
Kombination von Kurzrasenweide und Portionierung von Steilflächen im Berggebiet

Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

 

Viele Weidebetriebe setzen hinsichtlich Weideführung mit Erfolg betriebsangepasste Mischsysteme um.

  • Beispielsweise könnte im Frühling mit Kurzrasenweidehaltung begonnen werden und nach dem 1. oder 2. Aufwuchs auf Koppelwirtschaft mit 1-2-tägiger Weideflächenvorgabe umgestellt werden.
  • Im Berggebiet werden häufig steile Flächen in Schönwetterperioden gezielt in Form von Portionsweiden und die ebenen Flächen über die Koppel- oder Kurzrasenweide genutzt.
  • Eine hohe Weidefutterakzeptanz kann bei wechselnder Weide- und Schnittnutzung (Mähweide) erzielt werden. In diesem Fall benötigt man jedoch bei Vollweidehaltung sehr viel Fläche rund um den Betrieb.
  • Wie in Neuseeland häufig vertreten, portionieren Betriebe innerhalb von Koppeln Tages- oder Zweitagesflächen neu dazu.
  • In Irland lassen Mutterkuhbetriebe teilweise die Kälber und Jungrinder der säugenden Kühe vorausgrasen. Hier ist der Zwischenabteilungsdraht innerhalb der Koppeln so hoch gespannt, dass die Kälber ungehindert durchgehen und vorausgrasen können.
  • Bei Koppelsystemen könnten hochleistende Tiere die Flächen an den ersten zwei Tagen bestoßen. Niedrig leistende Tiere grasen an den Folgetagen den strukturreicheren Bestand dann tief ab.



 

 

 

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Beweidungsdauer je Koppel

 

3tägig

6tägig

10tägig

Hauptwachstumsphase

6-9 Koppeln

3-5 Koppeln

2-3 Koppeln

Ab Ende August

12-16 Koppeln

5-8 Koppeln

3-5 Koppeln

41 2011 messung aufwuchshoehe1
Messung des Weideaufwuchs mit der Plastikdeckel-Methode

41 2011 messung aufwuchshoehe3

Aufwuchshöhenmessgerät aus Neuseeland

Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Die Pflanzenhöhe wird entweder mit dem Zollstab oder mit speziellen Aufwuchshöhenmessgeräten durch wiederholte und zufällige Messungen (zumindest 50 pro Termin) erfasst. Für die Praxis kann die Zollstabmethode in Kombination mit einem Plastikdeckel empfohlen werden. Dieses Verfahren wurde an der LfL in Bayern für Praxisbetriebe entwickelt. Dabei wird in einen Plastikkübeldeckel (Durchmesser ca. 30 cm) ein ca. 3-4 cm großes Loch geschnitten. Dieser Deckel wird dann bei der Messung zufällig vor den Füßen auf den Boden abgelegt. Die Grasaufwuchshöhe wird dann durch das Loch im Deckel (Distanz Boden zu Kübeldeckel) gemessen. Dazu kann man sich auch ein bequemes Aufwuchshöhenmessgerät selbst basteln.

Ein direkter Vergleich der mit den unterschiedlichen Methoden ermittelten Ergebnisse ist nicht möglich. Beispielsweise liegen die mit dem Aufwuchshöhenmessgerät (durch den Druck der schweren Platte je nach Pflanzenbestand und Bestandesdichte) ermittelten Werte bei 50–70 % der einfachen Zollstabmethode.

 

Detailierte Anleitung zur Messung der Aufwuchshöhe mittels Plastikdeckel

Aufwuchshöhenmessblatt - Druckvorlage

Selbstbauanleitung für bequemes Aufwuchshöhenmessgerät

 

40 2012 kuehe beim weiden
 

 
40 2012 weidetriebweg zauner

Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Je nach täglicher Weidedauer und Ergänzungsfütterung können unterschiedliche Weidestrategien am Betrieb umgesetzt werden. Nur eine betriebs- und standortangepasste Weidestrategie ist langfristig erfolgsversprechend. Jede Weidestrategie hat individuelle Stärken und Schwächen und muss auf die Betriebsziele abgestimmt werden.

  • Je mehr weidefähige Flächen zur Verfügung stehen, umso höher kann der Weidegrasanteil an der Jahresration betragen.
  • Bei begrenzter Weidefläche, in Regionen mit hoher Hitze- oder Fliegenbelastung, bei erhöhtem Beobachtungsbedarf, wenn eine gezielte Ergänzungsfütterung und/oder hohe Einzeltierleistungen angestrebt werden, wird üblicherweise auf die Stunden- oder Halbtagsweidehaltung zurückgegriffen.

 Tabelle 1: Weidestrategien in der Milchviehhaltung

 

Vollweide

Ganztagsweide

Halbtagsweide

Stundenweide

Bedarf an arrondierten Weideflächen

hoch

hoch

mittel

gering

Ergänzungsfutter zur Weide

sehr gering bzw. keine

ja

ja bedeutend

ja sehr bedeutend

Möglicher Weidegrasanteil an Gesamtjahresration
(% der T)1)

45-60

30-45

15-30

bis 15

Sehr hohe Einzeltierleistungen in der Praxis

Nein2)

nein

ja/nein

ja

Saisonale Abkalbung

günstig

günstig

nicht üblich

nicht üblich

„Low Input“ Strategie

ja

ja/nein

nein

nein

1)Realistische Werte für Österreich je nach Klimabedingungen und Umsetzung der Strategie
2)Bei früher Winterabkalbung höhere Leistung möglich