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40 2011 dichter pflanzenbestand
Dichter Pflanzenbestand und hohe Futterqualität bei Kurzrasenweide

40 2011 richtiger weidedruck

Richtiger Weidedruck bei Kurzrasenweide

40 2011 ausgewachsener weidebestand

Ausgewachsener Weidebestand durch zu geringen Weidedruck
 
40 2011 kotverteilung beifeld

Uneinheitliche Kurzrasenweide mit weniger Tränkestellen und einer ungleichmäßigen Kotfladenverteilung
 
40 2011 kotverteilung stallfeld

Einheitliche Kurzrasenweide mit mehreren verteilten Tränkestellen und einer guten Kotfladenverteilung
 
40 2011 hoher weidedruck

Hoher Weidedruck bei Kurzrasenweide. Damit diese System funktioniert muss mit der Fläche gegeizt werden.

Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Die Weide ist nicht bzw. in max. 4 Schläge unterteilt. Die Fläche ist praktisch über die gesamte Weidesaison besetzt. Wenn eine Ruhezeit vorliegt, dann dauert diese nie länger als eine Woche. Es muss so viel nachwachsen, wie die Kühe täglich fressen: „das Futter muss den Kühen in das Maul wachsen“. Die mittlere Aufwuchshöhe liegt bei 5-7 cm, das Weidefutter hat eine hohe und einheitliche Qualität. Ein Nachmähen oder Mulchen sollte nach Möglichkeit nicht notwendig werden. Wenn in der Weide unerwünschte Pflanzen zur Versamung kommen ist jedoch eine Weidepflege notwendig. Kurzrasenweidebetrieben ist eine wöchentliche Messung der Aufwuchshöhe mit einer darauf aufbauenden Anpassung der Weidegröße anzuraten! Zur vorausschauenden Grobplanung des Weideflächenbedarfs im Verlauf der Weidesaison steht Ihnen ein Excel-Kurzrasenweideplaner zur Verfügung.

Wichtige Regeln zur Kurzrasenweide:

- Mit der Fläche geizig sein; eine Aufwuchshöhe von 5-7 cm anstreben. Wenn der Bestand zu hoch wird (über etwa 9 cm), muss die Fläche verkleinert, oder der Tierbesatz erhöht werden. Ansonsten wird das Futter zu alt und in Folge nicht mehr gerne gefressen. Außerdem nehmen die Geilstellen zu und grasen die Kühe dazwischen zu tief. Wachsen die Geilstellen zu hoch, so sollten sie auf etwa 10 cm bei Schönwetter abgemäht werden. Das Schnittgut bleibt auf der Fläche und wird von den Kühen zumeist gerne aufgenommen.

- Falls durch Überbeweidung oder Trockenheit die Weidehöhe unter 5 cm absinkt, müssen entweder Tiere von der Fläche genommen, oder es muss mehr zugefüttert bzw. die Weidefläche vergrößert werden.

- Mit durchdachter Verteilung der Tränke- und Eintriebsstellen können die Trittschäden reduziert werden und fallen die Ausscheidungen besser verteilt an.

- Wenn Stundenweidehaltung mit Kurzrasenweide kombiniert wird, dann ist der Tierbesatz relativ hoch. In diesem Fall sollten die Rinder hungrig auf die Weide kommen damit sie dort vorwiegend fressen und weniger liegen und ausruhen. Damit fallen weniger Ausscheidungen auf der Weide an.

 

Zu beachten:

Wichtig ist, dass vor allem im Frühjahr zeitgerecht mit dem Weideaustrieb begonnen und generell mit hohem Weidedruck gearbeitet wird. 

- Wenn der erste Betrieb in der Region mit dem Wiesenabschleppen beginnt, dann müssen die Weideflächen bereits überweidet werden!

- Wenn man zu Beginn der Holunderblüte über die Kurzrasenweide wandert, dann sollte man das Gefühl haben, dass die Kühe zu wenig Weidefutter vorfinden.

Wenn diese Punkte zutreffen, dann ist entsprechend den Erfahrungen in der Praxis die Basis für ein gutes Weidejahr gelegt.

Die Kurzrasenweide ist eine sehr intensive Form der Beweidung und hauptsächlich für intensiv nutzbare Grünlandflächen optimal geeignet. Hügeliges Gelände ist vor allem bei Kurzrasen-Ganztagsweide problematisch - hier sind dann die Liegestellen auf den ebenen Bereichen konzentriert, wo es dann zu einer Überdüngung bzw. schlechten Futteraufnahme kommt. Betriebe die keine große zusammenhängende Weidefläche haben, können mit der Beweidung auch zwischen mehreren Weideflächen ständig rotieren. Dies hat auch den Vorteil, dass in der Weidezeit Einzelflächen gezielt gedüngt werden können und dann über einige Tage bis Wochen (je nach Witterung) nicht beweidet werden. Die Gesamtweidefläche muss im Jahresverlauf zumindest 2-4-mal vergrößert werden können Zur Düngung eignet sich Mistkompost, Rottemist und aufbereitete Gülle. Eine Startdüngung im Frühling ist wichtig, 1-2 weitere Kleinmengendüngungen (z.B. 8-12 m3 verdünnte Gülle/ha) sollten nach Möglichkeit im Sommer erfolgen. In der Praxis düngen die Kurzrasenweidebetriebe vor Regenperioden abwechselnd etwa 25 % der jeweiligen Weideflächen.

Tabelle: Richtwerte zum Tierbesatz je ha bei Kurzrasenweidehaltung (wüchsiger Standort; Angabe in Tiere je ha)

 

Weideperiode 

Hauptwachstumsphase

Zeitiges Frühjahr bzw. ab Ende August

Milchkühe – Stundenweide

8-11 Tiere/ha

6-2 Tiere/ha

Milchkühe - Ganztagsweide1)

4-5 Tiere/ha

3-1 Tiere/ha

Mutterkuh trocken – Ganztagsweide

5-7 Tiere/ha

3-1 Tiere/ha

Aufzucht-, Mastrind 400-500 kg – Ganztagsweide

8-10 Tiere/ha

5-2 Tiere/h

 1)     entspricht etwa auch 1 Mutterkuh inkl. Jungrind bei Kuh

 

Vorteile:

  • Geringer Arbeits- und Materialaufwand
  • Hohe gleichbleibende Futterqualität über die ganze Vegetationsperiode
  • Geringe (keine) Futterverluste und bei optimalen Bedingungen keine Weidepflege notwendig
  • Dichte trittfeste Grasnarbe wird gefördert
  • Kurzrasenweide kann Problembestände sanieren helfen (Ampfer etc.) 
  • Ruhiges Tierverhalten, wenig Trittschäden, geringes Blährisiko
  • Gut geeignet auch bei feuchter Witterung (Regenperioden)
  • Alternative zur oft nicht professionell geführten Portionsweide und teilweise zur extensiven Standweide
  • Nachteile:

  • Kein System für uneinheitliches Gelände (hügelig, Waldrand, schlauchförmige Parzellen)
  • Gute Bodenverhältnisse notwendig
  • Untergrasbetonter Weidepflanzenbestand unbedingt erforderlich (insbesondere Wiesenrispe, in Gunstlagen zusätzlich Englisches Raygras)
  • In Regionen mit Trockenheitsrisiko ist die Koppelwirtschaft zumeist günstiger (Beschattung des Bodens etc.).
  • Düngung in der Vegetationsperiode schwieriger
  • Mehrere Tränkestellen für die Tiere aber auch zur Verteilung der Ausscheidungen erforderlich
  • Futteraufwuchs muss bei Neueinstieg unbedingt wöchentlich gemessen werden
  • Weideeintrieb kosten bei Milchkühen mehr Zeit (große Fläche für Kühe)

    Versuchsergebnisse zur Kalbinnenaufzucht bei Kurzrasen- bzw. Koppelweide

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    40 2011 guter weideplanzenbestand
    Guter Weidepflanzenbestand und überlegtes Triebwegsystem bei Koppelweide

    40 2011 gut entwickelte kuehe jungrinder

    Gut entwickelte Mutterkühe und Jungrinder bei Koppelweide
     

    Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

    Die gesamte Weidefläche wird in Koppeln unterteilt, von denen eine Koppel nach der anderen von den Tieren während einer Besatzzeit von jeweils 3-10 Tagen beweidet wird. Bei kurzen Besatzzeiten bzw. Portionierung der Fläche innerhalb der Koppel kann eine hohe und gleichmäßige Futterqualität sowie Futteraufnahme und damit eine höhere Leistung erreicht werden. Das Blährisiko ist jedoch höher als bei der Kurzrasenweide.

    Weideregel - Koppelsystem:

    Kurze Besatz- und genügend Ruhezeit.

    In der Ruhephase wird die Fläche konsequent nicht beweidet.

    Weide nicht zu spät bestoßen (10-15 cm Aufwuchshöhe) und gut (tief) abgrasen lassen.

    Bei nasser Witterung nach Möglichkeit größere Flächen bestoßen.      


    Tabelle 1: Richtwerte zur notwendigen Koppelanzahl je nach Beweidungsdauer einer Koppel

     

    Beweidungsdauer je Koppel

    3tägig

    6tägig

    10tägig

    Hauptwachstumsphase

    6-9 Koppeln

    3-5 Koppeln

    2-3 Koppeln

    Ab Ende August

    12-16 Koppeln

    5-8 Koppeln

    3-5 Koppeln

     

    Tabelle 2: Richtwerte zur notwendigen Koppelgröße für 10 Tiere je nach Beweidungsdauer pro Koppel (ha je 10 Tiere der jeweiligen Kategorie!)

    Koppelgröße für :

    Beweidungsdauer je Koppel

    3tägig

    6tägig

    10tägig

    10 Milchkühe – Stundenweide

    0,1-0,2 ha

    0,3 ha

     

    10 Milchkühe - Ganztagsweide1)

    0,3 ha

    0,5 ha

     

    10 Mutterkühe trocken – Ganztagsweide

     

    0,4 ha

    0,7 ha

    10 Aufzucht- oder Mastrinder (400-500 kg) -  Ganztagsweide

     

    0,3 ha

    0,6 ha

    1) entspricht etwa auch einer Mutterkuh inkl. Jungrind bei Kuh

    Die tief abgeweideten Koppeln (Restaufwuchshöhe 3-5 cm) werden nach einer konsequenten Ruhephase bei einer neuerlichen Weidefutteraufwuchshöhe von 10-15 cm wieder bestoßen oder können auch zur Mahd herangezogen werden (siehe Beispiel in Abbildung U). Entsprechend dem Graszuwachs variiert die Weideruhedauer zwischen drei und acht Wochen. Es werden daher unterschiedliche Koppelanzahlen im Jahresverlauf benötigt. Im Frühling wird ein Überweiden aller Koppeln und langsamer Einstieg in das Koppelsystem empfohlen (gleitender Übergang von Kurzrasen- auf Koppelweide). Damit soll erreicht werden, dass auch in der letzten Koppel die Grasaufwuchshöhe beim Bestoßen nicht über 15 cm liegt.

    40 2011koppelweidesytem

     

     

     

     

     

    Abbildung: Beispiele für Koppelweidesysteme im Jahresverlauf (Beispiel unten: Wechsel Weide und Mahd)

    Für 10 Milchkühe ergibt sich bei dreitägiger Bestoßungsdauer und Stundenweidehaltung eine erforderliche Koppelgröße von etwa 0,2 ha. In der Hauptwachstumsphase sind in diesem Fall 4-6 Koppeln und im Herbst 8-12 Koppeln erforderlich. Hohe Restfuttermengen sollten nach der Weideperiode durch einen tiefen Reinigungsschnitt entfernt werden.

    Die Umtriebsweidehaltung verlangt zumindest 6-8 Koppeln, welche möglichst arrondiert liegen sollten. Vom ersten Aufwuchs wird etwa 2/3 der Fläche und vom zweiten Aufwuchs etwa 1/3 der Fläche als Winterfutter geerntet. Bei der Frühjahrsüberweidung sowie im Spätsommer und Herbst werden die gesamten Koppelflächen beweidet.

    Zur vorausschauenden Grobplanung des Weideflächenbedarfs und der Koppelanzahl im Verlauf der Weidesaison steht Ihnen ein Excel-Koppelweideplaner zur Verfügung.

    Tipp: Die optimale Grashöhe vor dem Bestoßen einer neuen Koppel liegt bei 10-15 cm. Wenn diese deutlich darüber liegt sollte die Koppel gemäht werden. Die Grasaufwuchshöhe muss nach dem Verlassen der Koppel unter 5 cm sein da sich ansonsten im Jahresverlauf vermehrt Stoppelmaterial aufbaut!

    40 2011 weidedauer

     

     

     

     

     

    Abbildung: Optimal genutzte Kombination aus Koppel- und Portionsweide. Der Pfeil markiert die Eintriebstelle in die Koppel. Durch die Zuteilung der beiden gegenüberliegenden Portionsstreifen am 3. und 4. Bestoßungstag wird eine gleichbleibende Futterqualität erreicht.

    Zur regelmäßigen Kontrolle des Koppelsystems steht Ihnen ein Excel-Futtervorratsplaner zur Verfügung. Damit können Sie mit den wöchentlichen Aufwuchs-Messergebnissen der Koppeln den Futtervorrat ("Futterkeil bzw. feed wedge") bei Koppelweidehaltung berechnen und als Abbildung darstellen.

    Die Vorteile der Koppelweiden liegen in der guten Steuerbarkeit des Futterangebots durch die Anpassung der Parzellengröße und die Dauer des Umtriebs, beziehungsweise der Anzahl der beweideten Koppeln. Bei Trockenheit sind Koppelweiden weniger empfindlich (Bodenbeschattung). Auch eine Düngung in der Vegetationsperiode kann einfacher durchgeführt werden. Vor allem bei ungünstiger Weidestruktur (Flächengestaltung, hügelig, Steilflächen) ist eine gesteuerte Beweidung und gute Verteilung der Kühe auf der Weidefläche leicht durchführbar. Die Koppelwirtschaft ist gut mit der üblichen Portionsweidehaltung kombinierbar.

    Nachteilig ist das höhere Risiko für Trittschäden sowie das höhere Blährisiko. Die Trittschäden treten bei Koppel deshalb leichter auf, da der Tierbesatz auf der Fläche hoch ist. Zusätzlich muss besonderes Augenmerk auf eine gleichmäßige Futterqualität des Weidefutters gelegt werden. Obwohl auch bei diesem Weidesystem eine hohe Nutzungsfrequenz gegeben ist, ist die Bestockung des Grases weniger stark ausgebildet und damit die Narbendichte etwas geringer. Der Material- und Arbeitsaufwand (Wasser, Zaun, Vorstecken) ist höher als bei Standweiden.

     

     

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    Beweidungsdauer je Koppel

     

    3tägig

    6tägig

    10tägig

    Hauptwachstumsphase

    6-9 Koppeln

    3-5 Koppeln

    2-3 Koppeln

    Ab Ende August

    12-16 Koppeln

    5-8 Koppeln

    3-5 Koppeln

    40 2011 nicht optimale portionsweide
    Beispiel für nicht optimal geführte Portionsweidehaltung - hoher Tierbesatz, unruhige Herde, Trittschäden und keine Weideruhe

    40 2011 zu hoher pflanzenbestand

    Zu hoher Pflanzenbestand führt zu hohen Futterverlusten, schlechter Leistung, ungünstiger Bestandesentwicklung und wenig Freude mit der Weide
     
    40 2011 kurzrasen portionsweide
    Kombination aus Kurzrasenweide und Portionsweide - steile Flächen werden bei passender Witterung gezielt bestoßen
     

    Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

    Der Aufwand an Arbeitszeit und Material ist bei diesem Weideverfahren hoch. Bei jedem Auftrieb wird den Tieren innerhalb des Schlages zur bisherigen Weidefläche eine neue zusätzliche Weidefläche angeboten. Die Portionsweidehaltung ist nur bei gutem Management sehr leistungsfähig und für Hochleistungstiere geeignet.

    Wichtige Regeln zur Portionsweidehaltung:

    - Eine bereits abgeweidete Fläche wird nach spätestens 4 Tagen nicht mehr überweidet/betreten (Ruhephase)!

    - Auch hier sollte die Aufwuchshöhe des Grases bei 10 – 15 cm (max. 20 cm) liegen!

    - Bei Regenperioden bzw. ungünstigen Boden- und Pflanzenverhältnissen sollte auf Grund der Trittschäden nach Möglichkeit auf Portionsweide verzichtet werden.

    Die Portionsweidehaltung ist in Österreich weit verbreitet, wird aber oft sehr schlecht umgesetzt. Abgeweidete Flächen werden beispielsweise über viele Tage überweidet bzw. betreten. Die Konsequenzen: keine Ruhephase; neue Nachtriebe werden verbissen, ständig älter werdendes Futter am Feldende; Triebwegbildung hin zur letzten Tagesportion, hohe Trittbelastung am Beweidungstag; unruhige Kuhherde; ungünstige Düngerverteilung. Oft ist das Futter deutlich zu hoch, insbesondere wenn man am Ende des Schlages angelangt ist. Dadurch nehmen die Futterverluste zu, entwickelt sich der Bestand schlecht und gehen die Leistungen der Tiere zurück.

    Nachteile:

    - Hoher Material und Arbeitsaufwand
    - Unruhigere Tiere
    -
    Hastige Futteraufnahme (Blährisiko)
    - Trittschäden, insbesondere bei nasser Witterung und auf Schnittflächen
    - Weniger dichter Pflanzenbestand und Futterverschmutzungsrisiko
    - Portionsweide wird häufig fasch durchgeführt

    Vorteile:

    •  Gute Steuerbarkeit
    • Gleichbleibende und hohe Futterqualität bei gutem Management

     

     

     

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    Beweidungsdauer je Koppel

     

    3tägig

    6tägig

    10tägig

    Hauptwachstumsphase

    6-9 Koppeln

    3-5 Koppeln

    2-3 Koppeln

    Ab Ende August

    12-16 Koppeln

    5-8 Koppeln

    3-5 Koppeln

    40 2011 standweiden
    Bei der Unternutzung von Standweiden verschlecht sich der Pflanzenbestand.
     
    40 2011 extensiv genutze dauerweiden1
     
    40 2011 extensiv genutzte dauerweiden2
    Extensiv genutze Dauerweiden sind geprägt durch einen besonderen Artenreichtum.

    Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

    Extensive Weiden zählen zu den artenreichsten Flächen Mitteleuropas und erfüllen somit eine bedeutende ökologische Funktion.

    Bei der extensiven Standweide sind die Weideflächen in der Vegetation durchgehend bzw. über lange Perioden besetzt. Die Weidefläche ist in keine bis maximal 3 Koppeln unterteilt. Generell ist der Aufwand im Weidemanagement gering.

    Eine besondere Herausforderung stellt die optimale Anpassung des Tierbesatzes an die Fläche dar. Die Tierbesätze bei extensiven Weiden liegen meist um 1 GVE/ha.

    • Ein zu geringer Tierbesatz kann sich nachteilig auf die Bestandsentwicklung auswirken. Die Fläche wird nicht gleichmäßig abgegrast und es nehmen auch die Futterverluste zu.
    •  Bei ständiger Unternutzung verlieren sie ihren Artenreichtum und es können unerwünschte Arten überhand nehmen.

    Auf extensiven Flächen kann es zur Ausbreitung unerwünschter Pflanzen bzw. eventuell auch zum Auftreten von Giftpflanzen (Sumpfschachtelhalm, Herbstzeitlose, Adlerfarn, Weißer Germer, Zypressen-Wolfsmilch, Kleiner Klappertopf, Wiesenschaumkraut, Jakobskreuzkraut etc.) kommen. Dies ist in der Weideführung und Pflege zu beachten. Die Tiere sollten ausreichend Futter vorfinden und es ist eine einmalige Weidepflege pro Jahr anzustreben.

    Wegen der geringen Ertragslage liefern extensive Weiden für trockenstehende Kühe, Jungvieh, Kalbinnen und extensiv gehaltene Mutterkühe ein ideales Futter. 

     

     

     

     

     

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    Beweidungsdauer je Koppel

     

    3tägig

    6tägig

    10tägig

    Hauptwachstumsphase

    6-9 Koppeln

    3-5 Koppeln

    2-3 Koppeln

    Ab Ende August

    12-16 Koppeln

    5-8 Koppeln

    3-5 Koppeln