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Gülle kann bei gutem Management auch in der Weideperiode gedüngt werden.

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Auf Dauerweiden sollte zumindest Rottemist im Herbst gedüngt werden, da Frischmist im Frühling bei der Beweidung hinderlich ist.

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Kotstellen werden nach wenigen Wochen wieder angefressen.

Autor : DI Walter Starz

Das Düngen von Weideflächen ist eine sehr wichtige Maßnahme, da über das Weidefutter sehr viele Stoffe entzogen werden und somit eine hohe Umsetzungsrate im Boden und in den Pflanzen herrscht. Die optimalen Ausbringzeitpunkte bei einem Güllebetrieb sind vor Weidebeginn und dann 1-2 Düngungen im Sommer. Optimal eignet sich eine 1:1 mit Wasser verdünnte Gülle die mit 8-12 m³ je ha ausgebracht wird. Zwischen Gülledüngung und Weidebeginn muss es regnen, da so die Gülle gut von den Blättern abgewaschen wird. Im Sommer ist die Düngung auf einer Kurzrasenweide schwieriger als auf der Koppel, da keine Ruhezeiten vorhanden sind. Bei der Kurzrasenweide kann die Weidefläche in 2 oder 3 Etappen gedüngt werden. Man beginnt mit der Gülledüngung bei einsetzten einer Regenperiode und beweidet den gedüngten Teil dann nicht. Bei der nächsten Regenperiode düngt man dann den nächsten Teil der Kurzrasenweide. Im Koppelsystem kann gleich nach dem Abtrieb aus einer Koppel mit der Dünung begonnen werden. Hier dauert es im Sommer ohnehin mehrere Wochen bis man wieder die Koppel bestoßen kann.
Betriebe die Festmist zur Verfügung haben stellen Mistkompost bzw. zumindest Rottemist her. Dieser wird mit 10-15 m³ je ha im Herbst nach der Beweidung ausgebracht. Über den Winter kann der Kompost oder Rottemist gut in den Boden einwachsen und stört bei der Beweidung im Frühjahr nicht mehr. Für die Ausbringung eignet sich am besten ein Kompoststreuer der für eine sehr feine Verteilung sorgt. Vor der Beweidung kann dann noch eine Düngergabe Jauche mit 8-12 m³ erfolgen.
Grundsätzlich gilt zu beachten, dass auf einem Weidebetrieb im Sommer weniger Dünger anfällt. Daher muss die Düngung für die restlichen Schnittflächen gut kalkuliert werden. Die größten Düngermengen fallen bereits auf der Weide über die Tiere an, weshalb ein gutes Weidemanagement gefordert ist, dass für eine optimale Verteilung und damit auch Düngung verantwortlich ist.

Untersuchungsergebnisse:

Bei der Auswertung eines Versuches, in dem Weide- und Schnittnutzungssysteme miteinander verglichen wurden, erfolgte auch eine Auswertung der Erträge innerhalb der Versuchsjahre. Dabei konnte beobachtet werden, dass es nach dem 1. Versuchsjahr (2007) zu einer deutlichen Ertragssteigerung in allen Untersuchungsvarianten kam. Der Haupteinfluss dieser Ertragssteigerung dürfte auf die regelmäßige und an die Nutzung abgestimmte Düngung sein. Dies veranschaulicht den hohen Stellenwert der Wirtschaftsdünger am Grünlandbetrieb und zeigt die Bedeutung einer ordnungsgemäßen Düngerplanung.

 

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Abbildung: Ertragsersteigerung durch ordnungsgemäßes Düngermanagement

 

 

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Graszuwachskurven

Autor: DI Walter Starz

Eine Frage, die bei Dauerweiden immer wieder auftaucht, bezieht sich auf die Erträge. Dauerweiden wird meist ein geringer Ertrag unterstellt, da auf der Fläche das Futter kurz ist und damit eine geringer Ertrag verbunden wird.
Gerade bei der Kurzrasenweide ist der Bestand bei optimalem Aufwuchs in einer durchschnittlichen Höhe von 6-7 cm, wodurch die Vermutung von geringen Erträgen optisch unterstrichen wird. Zur Feststellung der Ertragslage auf Kurzrasenweiden im Ostalpinen Klimaraum wurden am Bio-Institut des LFZ Raumberg-Gumpenstein Weideversuche angelegt, die dieser Frage nachgingen.

Untersuchungsergebnisse:

Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde eine bisher als Schnittwiese genutzte Fläche begonnen nach dem System der Kurzrasenweide zu nutzten. Während 3 Untersuchungsjahren (2007-2009) wurden die Erträge beider Systeme (Schnitt und Weide) einander gegenübergestellt. Bevor mit der Gegenüberstellung der Erträge begonnen werden kann müssen noch einige Punkte beachtet werden. In Versuchen werden sogenannte Ernteerträge ermittelt. Dies sind praktisch verlustfrei gewonnen Erträge. Nach dem Abmähen mittels Motormäher wird das Erntegut zusammengerecht und in Säcke abgefüllt. Aus dem Probenmaterial erfolgt unmittelbar eine Bestimmung der Trockenmasse. Dies ist ein Zustand der in der Praxis nicht vorkommt.
Bei einem Schnittnutzungssystem sind folgende Verlustquellen zu nennen: Veratmungs-, Bröckel-, Lagerungs- und Futterkrippenverluste. Auf einer optimal geführten Weide gibt es viele der bei der Schnittnutzung auftretenden Verluste nicht. Im Idealfall ist hier keine Nachmahd notwendig und dann sind die Verluste auf der Weide lediglich die im Herbst nicht gefressenen Geilstellen.
In der Untersuchung wurde in der 3-Schnittnutzung Ernteerträge von 11.000 kg TM/ha ermittelt und die Kurzrasenweide lag um 2.000 kg TM/ha darunter. In einem weiteren Schritt wurden praxisübliche Verluste in beiden Systemen unterstellt (Schnittnutzung 25 % und Kurzrasenweide 10 % Mengenverluste). Nach dem Abzug der Verluste kommt man zu der verwertbaren Futtermenge in beiden Systemen. In diesem Fall zeigten beide Systeme keinen Unterschied mehr. Der Ertrag von 8.000 kg TM/ha zweigt, dass auf der Kurzrasenweide hohe Futtererträge möglich sind und diese locker mit einem Schnittnutzungssystem mithalten können.
Bei einem weiteren Forschungsprojekt wurden 4 unterschiedliche Nutzungen miteinander verglichen. Dabei handelte es sich um eine 4-Schnittnutzung, Kurzrasenweide, Mähweide (1. Schnitt und danach Kurzrasenweide) und eine jährliche Abwechslung zwischen 4-Schnittnutzung und Kurzrasenweide. Auch in diesem Fall lag die Schnittnutzung mit fast 12.000 kg TM/ha um 2.000 kg TM/ha über den Ernteerträgen der Kurzrasenweide. Die Ernteerträge der Mähweide, Kurzrasenweide und abwechselnden Schnitt/Weide-Nutzung unterschieden sich nicht voneinander.

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Abbildung links: Ertragsvergleich Schnittnutzung und Kurzrasenweide
Abbildung rechts: Ertragsvergleich von 4 unterschiedlichen Grünlandnutzungsformen


Aus den erhobenen Erträgen der Kurzrasenweide lassen sich die Graszuwachsmengen in der Wachstumszeit berechnen. Diese Mengen sind entscheidend dafür, wie viele Tiere pro ha gehalten werden können. Dabei stiegen in den ersten 4 Wachstumswochen (Anfang-April bis Anfang-Mai) die Ertragszuwächse von 0 auf 40 kg TM pro ha und Tag an. In dieser Zeit können damit 2-3 Kühe Tag und Nacht auf der Weide gehalten werden. Die Zuwächse steigen dann um den Zeitpunkt des ersten Schnittes an und konnten dabei Zuwachsraten bis zu 80 kg TM pro ha und Tag erzielen. Solche Zuwachsraten würden Futter für 5-6 Kühe Tag und Nacht Weide bereitstellen. Die hier dargestellten Wachstumskurven für die einzelnen Jahre verdeutlichen aber auch die Jahresunterschiede und zeigen auf, dass nicht jedes Jahr in derselben Zeitperiode gleich viele Tiere auf der Fläche gehalten werden können. Daher ist eine ständige Anpassung des Tierbesatzes bzw. der Fläche notwendig. Das Messen der Grasaufwuchshöhe hat hier einen besonderen Stellenwert.

 

 

 

 

 

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Autor: DI Walter Starz

Für die Fütterung ist neben dem Mengenertrag eines Grünlandsystems vor allem die Futterqualität entscheidend. Eiweiß und Energie sind maßgeblich für die Leistung der Nutztiere verantwortlich. Der Pflanzenbestand und die geringe Aufwuchshöhe beeinflussen die Futterqualität auf Dauerweiden. Die Datengrundlage hierzu ist sehr gering und wenn dann nur für klimatisch begünstigte Standorte vorhanden.

Untersuchungsergebnisse:

Das Futter auf der Kurzrasenweide erreichte bis zum 1. Schnitt Energiegehalte, die um 7 MJ NEL/kg TM lagen. Diese Energiekonzentration wurde in einem über drei Jahre laufenden Versuch  festgestellt. Im weiteren Verlauf pendelte sich die Energiekonzentration konstant zwischen 6,3 und 6,5 MJ NEL/kg TM ein. Dadurch zeigt sich, dass das Weidefutter eine relativ konstante Qualität aufweist. Diese hohen Energiekonzentrationen konnten auch in anderen Weideversuchen in Europa gemessen werden. Interessant ist hier die Tatsache, dass im rauen Klima der Ostalpen zwar die Wachstumszeit kürzer und die Mengenerträge geringer sind aber die Inhaltsstoffe jene Werte der Grünlandgunstorte erreichen.
Auch die Rohproteingehalte waren während der gesamten Weideperiode sehr hoch. So schwankte der Rohproteingehalt im Futter von der Kurzrasenweide zwischen 18 und 23 %. Den Haupteinfluss auf diese hohen Werte hatte der Weißkleeanteil in der Kurzrasenweide.
Meistens wird mit der geringen Aufwuchshöhe auf Kurzrasenweiden ein tiefer Rohfasergehalt verbunden. In der vorliegenden Untersuchung wurden bei der Kurzrasenweidenutzung Rohfasergehalte zwischen 19 und 24 % gemessen. Obwohl das Weidefutter sehr kurz ist hat es damit genügend Rohfaser um eine wiederkäuergemäße Fütterung zu gewährleisten. Es ist jedoch zu beachten, dass hohe Weidefutteranteile an der Ration, die diese Qualitäten aufweisen, keine große Kraftfutterergänzung möglich machen.
Bei einer weiteren Untersuchung wurden mehrere Grünlandnutzungsformen miteinander verglichen. Dabei zeigten die als Kurzrasenweide genutzten Varianten sowohl die höchsten Energie- als auch die höchsten Rohproteingehalte.

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Abbildung links: Energiegehalte im Jahresverlauf bei 4 unterschiedlichen Grünlandnutzungen
Abbildung rechts: Rohproteingehalte im Jahresverlauf bei 4 unterschiedlichen Grünlandnutzungen

 

 

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40 2011 kuh auf weide
 

 
40 2011 weidetriebweg

Autor: Priv. Doz. Dr. DI Andreas Steinwidder

Das Weidesystem (Koppelweide, Kurzrasenweide, Portionsweide etc.) muss eine gute Ausnutzung des Graszuwachses für die Milch- und Fleischerzeugung ermöglichen und zu einem stabilen Pflanzenbestand führen. Ein möglichst gleichbleibendes Weideangebot (hohe Qualität und gleichbleibende Menge) wird angestrebt und es sollen nur minimale Weidefutterverluste auftreten. Aus ökologischer und betriebswirtschaftlicher Sicht sind nachhaltige, verlustarme, und arbeitssparende Weideformen gefragt. Das Weidesystem kann unabhängig von der täglichen Weidedauer gewählt werden. D.h. auch bei einer Stundenweidehaltung kann die Weide im Koppel- oder Kurzrasenweidesystem betrieben werden. Alle Weidesysteme funktionieren nur dann richtig gut, wenn der Pflanzenbestand bzw. die Aufwuchshöhe der Weideflächen regelmäßig kontrolliert werden.

 

- Kurzrasenweide (intensive Standweide)

- Koppelweide (Umtriebsweide)

- Portionsweide (intensive Koppel- oder Umtriebsweide)

- Extensive Standweide

- Mischweidesysteme

- Almweidesysteme