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Für Übersaaten sind lückige Bestände eine Vorraussetzung

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Feinsämereienstreuer können gut für Übersaaten auf Weiden eingesetzt werden.

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Aufgegangene Wiesenrispengras-Sämlinge

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Wiesenrispengras dominiert den übergesäten Bestand

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Die mit Wiesenrispengras übergesäte Flächezeigt ein starkes Grasgerüst.

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Die nicht übergesäte Fläche ist arm an Gras

Autor : DI Walter Starz

Wird damit begonnen Wiese in Dauerweiden umzuwandeln entstehen im Pflanzenbestand Lücken, da typische Wiesengräser der Beweidung nicht standhalten. Sind nicht ausreichend weidetolerante Pflanzen vorhanden können diese Lücken von unerwünschten Gräsern und Kräutern besiedelt werden. Diese Entwicklung führt in weiterer Folge zu einer Verringerung des Mengen- und Qualitätsertrages auf der Fläche. Dabei ist nicht die intensive Beweidung an diesem Zustand schuld, sondern das Fehlen geeigneter Weide-Pflanzen. In der Umstellungsphase von einer Mähwiese zu einer Dauerweide bzw. bei der Sanierung bestehender Dauerweiden ist es ratsam begleitende Übersaaten zu tätigen, die den Bestand in eine gewünschte Richtung lenken und somit optimale Erträge und Qualitäten garantieren. Übersaaten auf Weiden sind einfach durchzuführen und benötigen einen geringen Maschineneinsatz. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Bestand sehr gut abgefressen und ausreichend offener Boden sichtbar ist. Die Grassamen müssen auf den Boden fallen damit sie keimen können. Entscheidend für eine funktionierende Übersaat ist die Wahl des richtigen Saatgutes. Das bedeutendste Weidegras des mitteleuropäischen Klimaraumes ist das Wiesenrispengras. Es bildet starke unterirdische Ausläufertriebe und trägt maßgeblich am Aufbau einer stabilen und dichten Grasnarbe bei. Da in erster Linie dieses Gras gefördert werden soll ist es ratsam für die Übersaat nur Wiesenrispengrassaatgut zu verwenden.
Geeignete Wiesenrispengras-Sorten sind LATO, RHENUS, NIXE, LIKOLLO, ADAM 1 oder BALIN (Achtung! Bio-Betriebe müssen bei Verwendung von konv. Gräser-Einzelkomponenten vor der Saat ein Ansuchen bei der Kontrollstelle stellen. Die Ausbringung des Saatgutes darf erst nach der Genehmigung erfolgen.). Soll ein rascher Erfolg eintreten empfiehlt es sich 2-3 Übersaaten in einem und gegebenenfalls in einem weiteren Jahr durchzuführen. Pro Übersaat werden je nach Lückigkeit 5-10 kg Saatgut pro ha benötigt. Auf sehr günstigen Standorten (z.B. Alpenvorland) kann 2-4 kg/ha Englisches Raygras (Sorten GURU oder IVANA) dazu gegeben werden. Eine zusätzliche Saat von Weißklee ist meist nicht notwendig, da dieser mittels des oberirdischen Kriechtriebes auf der Dauerweide stark zunimmt. Möchten Betriebe fertige Übersaatmischungen verwenden so werden im Handel intensiv Weidemischungen angeboten, die nur aus den Komponenten Wiesenrispengras, Englisches Raygras und wahlweise Weißklee bestehen.
Die Übersaat funktioniert am einfachsten mit einem Feinsämereienstreuer. Das Wiesenrispengras ist ein Lichtkeimer und darf nicht in die Erde abgelegt werden. Beim Englischen Raygras ist die Ablagetiefe weniger bedeutend. Entscheidend für den Anwuchserfolg ist die oberflächliche Ablage des Saatgutes und ein guter Bodenschluss zur Keimung. Dafür bestoßen die Tiere unmittelbar nach der Saat die übersäte Weidefläche und pressen so mit den Klauen die Samen an den Boden. Die Eingesäte Fläche kann ruhig weiter beweidet werden. Dabei wird der vorhandene Pflanzenbestand kurz gehalten und die Konkurrenz für die heranwachsenden Keimlinge minimiert. Die Schäden durch die Weidetiere an den Keimlingen halten sich in Grenzen, da die Jungpflanzen längere Zeit außerhalb der Bisshöhe liegen und tolerant auf den Tritt reagieren.
Günstige Übersaatzeitpunkte sind regional unterschiedlich. Entscheidend sind regelmäßige Niederschläge nach der Saat. Die letzten Übersaaten sollten Ende August bzw. Anfang September (in Gunstlagen) gemacht werden. Bei späteren Saaten ist der Entwicklungszeitraum bis zum eintretenden Winter zu kurz.

 

Untersuchungsergebnisse:

Im Rahmen einer Weideuntersuchung wurde der Erfolg einer Übersaat mit Wiesenrispengras auf einer Kurzrasenweide getestet. Dafür wurde eine Fläche mit Jungvieh in den Jahren 2008 und 2009 beweidet. 2008 wurden zu 3 Terminen Übersaaten mit Wiesenrispengras der Sorte BALIN durchgeführt und pro Termin 10 kg/ha Saatgut verwendet. Jeweils im Frühling (2008, 2009 und 2010) wurden die Parzellen bonitiert und der Pflanzenbestand prozentmäßig erhoben. Dabei konnte ein deutlicher Effekt der Übersaat festgestellt werden. In der Variante mit Übersaat erreichte das Wiesenrispengras 27 % und war damit um 10 % höher als in der Variante ohne Übersaat. Wie in den beiden Abbildungen erkennbar, kam es nicht nur beim Wiesenrispengras zu einer Veränderung sondern auch bei anderen Arten. Diese Änderung im Pflanzenbestand rührt daher, dass für diesen Versuch eine vorher als Schnittwiese genutzte Fläche beweidet wurde.

 

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Abbildung links: Weidevariante mit Wiesenrispengras-Übersaat
Abbildung rechts: Weidevariante ohne Wiesenrispengras-Übersaat

 

 

 

 

                                   

                                                 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wird beim Spitzen der Gräser beweidet, können die Tiere nicht selektieren und unerwünschte Gründlandpflanzen werden mitgefressen und somit im Bestand zurückgedrängt.

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Grünland-Bestand mit Wiesenbärenklau - Verkrautung

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Grünland-Bestand mit Scharfem Hahnenfuß

Autor: DI Walter Starz

Neben dem Pflanzenbestand stellt die Weidepflege einen wichtigen Faktor dar. Ein entscheidender Grundsatz ist ein früher Weidebeginn. Mit dem Weiden wird zum Zeitpunkt des Spitzens der Gräser begonnen. Das Futter ist erst wenige cm hoch und die Beweidung erfolgt über eine große Fläche (2-3 Kühe je ha). Dabei ist nur zu berücksichtigen, dass die Tragfähigkeit des Bodens gegeben ist und somit keine Narbenschäden verursacht werden. Die Frühjahrsweide hat mehrere positive Effekte auf den Pflanzenbestand.
Die Klauen der Rinder werden auf den Grünlandflächen meistens in Verbindung mit Trittschäden gebracht. Dies muss nicht immer der Fall sein. Die Klaue des Rindes kann sogar sehr positiv auf den Pflanzenbestand wirken. Doldenblütige Gewächse wie der Wiesenkerbel oder der Wiesenbärenklau reagieren sehr empfindlich auf eine Beweidung. Wird auf einer Fläche regelmäßig geweidet verschwinden diese Pflanzen. Nicht nur Kräuter können empfindlich auf den Tritt reagieren sondern auch manche Gräser. So wird durch den Weidetritt die Gemeine Rispe zurückgedrängt. Dieses unerwünschte Gras besitzt oberirdische Ausläufertriebe die beim Weidegang durch die Klauen zerteilt werden und dadurch eine Schwächung der Pflanze eintritt. Die hier beschriebenen Effekte sind besonders in der Zeit von Vegetationsbeginn bis zum ersten Schnitt sehr stark. Sie werden bis zum Herbst hin immer schwächer. Somit kann die Herbstweide nicht mit diesen Effekten mithalten. Im Regelfall werden bei der Herbstweide Schnittwiesen beweidet, die keine trittstabile Grasnarbe, wie auf Dauerweiden, aufweisen.
Der Scharfe Hahnenfuß gilt als eine Pflanze die durch die Beweidung nicht zurück gedrängt werden kann. Da diese Pflanze Giftstoffe enthält wird sie von den Tieren gemieden. Dies trifft nur zu wenn die Tiere in hohen Beständen (ab 20 cm) zu weiden beginnen. Bestoßt man eine Fläche im zeitigen Frühling, beim Spitzen der Gräser, wird der sehr junge Scharfe Hahnenfuß mitgefressen. In diesem frühen Entwicklungsstadium der Pflanzen selektieren die Rinder nicht und fressen alles was sie auf der Fläche vorfinden. Wird den Kräutern in diesem Stadium die grüne Blattmasse ständig abgefressen gehen sie daran zu Grunde. Somit zeigt sich auch hier, dass es zu einem Zurückdrängen der Kräuter durch die Frühlingsbeweidung kommt. Dieser Effekt tritt jedoch nicht bei einer einmaligen Beweidung auf sondern muss über mehrere Jahre wiederholt werden. Grünlandbestände reagieren in der Regel verzögert auf eine Änderung in der Nutzung.
Die Kombination aus Viehtritt und ständigem abweiden der Pflanzen fördert die Bildung von Seitentrieben und ist damit hauptverantwortlich für eine dichte Grasnarbe. Gerade das Wiesenrispengras, das Englische Raygras und der Weißklee werden durch das ständige abweiden zur Triebbildung angeregt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Schäden an der Grasnarbe durch Portionsweide im Herbst

Autor: DI Walter Starz

Die Herbstweide ist in vielen Regionen eine verbreitete Nutzung des letzten Grünlandaufwuchses. Damit die beweideten Grünlandflächen im darauffolgenden Jahr gute Erträge und Qualitäten liefern sind einige Regeln zu beachten.
Gerade im Herbst, wenn nach dem letzten Schnitt die Kühe bzw. das Jungvieh von der Alm auf die Wiesenflächen kommen, sind der Pflanzenbestand und der Boden durch die nächtliche Taubildung feucht. Dadurch ist der Boden bei Belastung verformbar und anfällig gegenüber Verdichtungen. Zudem haben Schnittwiesen eine weit weniger dichte Grasnarbe wie Dauerweiden. Das Wiesenrispengras spielt auf Dauerweiden eine große Bedeutung, da es mit den Ausläufertrieben einen sehr dichten Bestand aufbaut. Diese stabile Narbe fehlt auf den beweideten Schnittflächen und bietet so einen zusätzlichen Problembereich.
Ein besonderes Augenmerk ist auf den Pflanzenbestand zu legen, da die Herbstweide nicht auf einer Dauerweidefläche stattfindet sondern auf einer Schnittwiese. Auf diesen sind hauptsächlich Gräser mit horstförmigem Wuchs (wie z.B. Knaulgras, Wiesenschwingel, Glatthafer usw.) vertreten. Diese Gräser speichern die Reservestoffe vorwiegend in der Halmbasis ein. Aus diesem Grund liegt die optimale Schnitthöhe bei 5-7 cm, da so die Reservestofflager der Horstgräser an der Pflanze verbleiben und der Wideraustrieb der Pflanze leichter möglich ist. Diese Tatsache muss auch bei der Herbstweide beachtet werden. Die Wiese soll ebenfalls mit 5-7 cm (fausthoch) in den Winter gehen. Verbeißen die Tiere die Horstgräser zu tief erfolgt eine starke Schwächung der gesamten Pflanze. Dies führt dazu, dass die Pflanzen geschwächt in den Winter gehen, und kaum Reservestoffe zur Verfügung haben. Dadurch kann es zu einem verzögertem Austreiben im Frühling kommen und im schlimmsten Fall zum Absterben wertvoller Futtergräser. Lücken im Wiesenbestand, die durch abgestorbene oder geschwächte Futtergräser sowie Narbenschäden entstanden sind, bieten im Folgejahr Platz für die Entwicklung unliebsamer Pflanzen (z.B. Ampfer, Kerbel, Gemeine Rispe usw.).
Damit keine Schäden an der Wiesennarbe und am Boden angerichtet werden, müssen die Weidetiere möglichst gleichmäßig auf einer größeren Fläche verteilt werden. Für die Herbstweide ist daher eine Standweide ein optimales Weidesystem. Die oft weit verbreitete Portionsweide ist gerade im Herbst schwierig zum Handhaben und daher nicht zu empfehlen. Nach dem täglichen Auftrieb auf die Fläche bewegt sich die Herde geradewegs auf den frischen Streifen zu und grast diesen ab. Dabei kommt es zu einer hohen Belastung der Fläche. In diesem Bereich können sehr leicht Schäden an der Narbe und dem Boden entstehen. Ein weiterer Faktor ist, dass die Tiere meist einen Pfad zu den portionierten Streifen anlegen und es in diesem Bereich zu einer schadhaften Bodenverdichtung kommt. Da diese Trampelwege meist keinen Bewuchs aufweisen nehmen die Tiere Erde mit den Klauen auf und verteilen diese auf dem Futter. Diese verschmutzten Bereiche werden meist gemieden oder können beim Verzehr zu Durchfällen führen.
Werden die besonderen Vorrausetzungen bei der Herbstweide beachtet ist diese Form der Grünlandnutzung eine gute und sinnvolle Maßnahme für die Wiese und die Tiere.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dauerweiden mit gutem Management benötigen kein mulchen oder nachmähen.

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Weidemulcher zerschneiden das Futter und haben keine Sogwirkung wodurch es zu keiner Verunreinigung des übrigen Bestandes kommt.

Autor: DI Walter Starz

Das Mulchen von Dauerweideflächen ist bei richtigem Weidedruck nicht notwendig. Sollten die Geilstellen auswachsen, dann kann mit einem Balkenmäher in ca. 10 cm Höhe die Fläche gemäht werden. Diese Maßnahme wird an einem heißen Tag durchgeführt und das Schnittgut einen halben Tag anwelken gelassen. Dieses angewelkte Schnittgut wird von den Tieren sehr gerne gefressen und dadurch können die Futterverluste auf der Weide reduziert werden. Der Vorteil dieser Methode ist, dass es zu keiner Verunreinigung der übrigen Weidefläche kommt, da der Mäher über die Kotfladen drüber gleitet und diese nicht im großen Stil auf der Fläche verteilt.
Schlägelmulcher sollten erst im Herbst nach der Weideperiode eingesetzt werden, da diese die Fläche zu sehr verschmutzen würden. Bei der entstehenden Sogwirkung des Schlägelmulchers werden die Kotfladen aufgesaugt und über die Fläche verteilt. Dies kommt einer Mistdüngung während der Beweidung gleich. Die Kotstellen auf der Weide sind in der Regel kein Problem, da sie nach einigen Wochen von den Tieren wieder angefressen werden. Der Kotfladen ist im Grunde genommen ein sehr kleiner Komposthaufen, der innerhalb weniger Wochen soweit angerottet ist, dass die Tiere daran wieder fressen.
Am Markt sind spezielle Weidemulcher vorhanden, die mit mehreren Klingen das ausgewachsene Futter sehr klein schneiden. Dabei kommt es ebenfalls nicht zu einer Verschmutzung. Solche Geräte eignen sich gut für das Mulchen nach dem Abtrieb von einer Koppel. Es gilt nur zu berücksichtigen, dass ebene bzw. einheitlich geneigte Flächen notwendig sind, damit eine ordnungsgemäße Funktion der Maschine gegeben ist.
Grundsätzlich sollte bei jedem geplanten mulchen oder nachmähen die Sinnhaftigkeit der Maßnahme überprüft werden. Jeder Arbeitsgang mit dem Traktor verursacht Maschinenkosten, die gerade bei der Weidehaltung stark reduziert werden können.