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Agrarmanagement und Kompostwirtschaft im Ländlichen Raum Zukunftsperspektiven in der Landwirtschaft

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Vom 31. August bis 2. September 2010 fand unter der Leitung des Lehr- und Forschungszentrums Raumberg-Gumpenstein ein internationales Seminar zum aktuellen Thema „Agrarmanagement im Ländlichen Raum sowie Kompostwirtschaft in der Landwirtschaft“ mit zahlreichen Exkursionen im Bezirk Liezen statt. Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam mit der Bezirkskammer für Land- und Forstwirtschaft Liezen. 42 ExpertInnen und Landwirte aus der Region Abruzzien in Italien informierten sich drei Tage lang über das österreichische Betriebsmanagement in der Landwirtschaft.

Am ersten Tag erfolgte die Besichtung von innovativen bäuerlichen Betrieben in der Ramsau am Dachstein wie z.B. den Simonbauer-Hof der Familie Geharter. Dieser Bio-Bauernhof befindet sich seit 1448 in Familienbesitz. Vergnügen für Groß und Klein ist gegeben durch den 5.000 Quadratmeter großen Kindererlebnisspielplatz, den ersten Alpinen Kinderklettersteig, einer Wellness-Oase und einem Seminarraum sowie durch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie Mountainbike-, Kletter- oder Schitouren. Auch die eigene, ca. 45 Minuten vom Hof entfernte, Alm kann für mehrtägige Camps genutzt werden.

Am zweiten Tag wurde die Abfallverwertungsanlage Aich-Assach vom Abfallwirtschaftsverband Schladming besichtigt. Interessant für die italienische Delegation war vor allem die Kompostierung aus Haushaltsabfällen. Das fertige Produkt steht für die umliegenden Gemeinden und Gärtnereien zur Verfügung. Direktor Ing. Johann Hinterschweiger und Wolfgang Rüscher erklärten insbesondere auch die strengen österreichischen Rahmenbedingungen für die Abfallverwertung, die weit über die EU Richtlinien und auch italienischen Bestimmungen hinausgehen. Während in Abruzzien/ Italien mehr als 75% der Haushaltsabfälle noch immer deponiert werden sind es im Bezirk Liezen weniger als 30%.
Ein weiterer Exkursionspunkt war das Schloss Großsölk. Informiert von der Naturkatastrophe des heurigen Sommers in der Kleinsölk, konnten sich die Besucher aus Italien ein umfassendes Bild von der Region, ihren Naturprodukten wie dem Steirerkas und den harten Lebensbedingungen auf der Alm machen. Frau Mag. Johanna Ruetz, vom Verein Schloss Großsölk, begrüßte die Italiener im Schlosspark. Die Besichtigung der Ausstellung „Das Gold der Almen“ und die Verkostung von Steirerkas erweckten großes Interesse an den Ennstaler Produkten.
Der Vergleich zwischen Abruzzien und dem Ennstal wurde dann vor allem durch die jeweiligen Präsentationen hergestellt. Dr. Agnes Leithold, Betriebswirtin am LFZ Raumberg-Gumpenstein, erklärte die ökonomischen Potentiale in der Landwirtschaft, insbesondere im Bergland, und beschrieb die wirtschaftlichen Eckdaten mit speziellem Fokus auf das Ennstal. Diplompädagogin Hildegard Giselbrecht, von der Bezirkskammer für Land- und Forstwirtschaft Liezen, präsentierte Möglichkeiten für Zusatzeinkommen. Urlaub am Bauernhof oder die Vermarktung von eigenen Produkten bieten vor allem für die Frauen in der Landwirtschaft eigene Einkommen, auch wenn die Anforderungen and Ausstattung und Qualität immer höher werden.
DI Renate Mayer und Claudia Plank von der Stabstelle Akquisition des LFZ Raumberg-Gumpenstein präsentierten zahlreiche Beispiele von Lehrbauernhöfen, wo ganze Schulklassen aus dem städtischen Bereich auf Schulsportwochen oder Erlebnistag kommen können. Das wurde auch im INTERREG IIIB Alpenraum Projekt NEPROVALTER im Ennstal, an dem Institutionen aus Italien, Slowenien und Österreich teilgenommen haben, bereits genau behandelt. Auch Bauernhöfe für Menschen mit Handicaps bieten z.B. im Bereich Gartenbau zahlreiche Verwirklichungsmöglichkeiten. Viele Projekte sind hier bereits nachhaltig verwirklicht worden.
Der Vergleich mit Abruzzien bestätigte die wertvolle Arbeit von Didaktik am Bauernhof. Dr. Agostino Sacchetti, Vertreter der A.R.S.S.A. (Regionalagentur für Landwirtschaftliche Entwicklung, Abruzzo) präsentierte wertvolle, sehr ähnliche Beispiele aus seiner Region, welche drei Klimazonen von der Meeresküste bis zu Bergbauernzone und Gebirgsstöcken mit ca. 3.000 Meter Seehöhe umspannt. Trotzdem waren die Gäste aus Italien überrascht vom Wintereinbruch. Die Besichtigung der urigen Hansenalm in der Großsölk rundete den Tag mit einer sehr köstlichen Almjause ab.

Am dritten Tag konnte die Delegation endlich das LFZ Raumberg-Gumpenstein kennen lernen. Dir. Dr. Albert Sonnleiter begrüßte die Gäste und stellte das größte österreichische Bundeszentrum für landwirtschaftliche Forschung und Bildung mit seinen Ressourcen und Potentialen sehr ausführlich vor.
Dieser Tag war dem Schwerpunkt „Kompostmanagement in der Landwirtschaft“ gewidmet. DI Alfred Pöllinger und DI Waltraud Hein präsentierten die langjährigen Kompostversuche am LFZ Raumberg-Gumpenstein und die aktuellen Entwicklungen von Komposteinsatz in der Bio-Landwirtschaft.
Robert Tulnik, Geschäftsführer der ARGE Kompost und Biogas von Österreich, erklärte die gesamte rechtliche und organisatorische Entwicklung der Kompostwirtschaft in Österreich und Dr. Gabriele Massimiani, Vertreter der Landesstelle für Umwelt von Abruzzien stellte den Vergleich zu Italien bzw. Abruzzien her. Hier konnte eindeutig festgestellt werden, dass Österreich Vorreiter in der systematischen, nachhaltigen Abfallwirtschaft ist, Italien sich aber sehr bemüht, die eigenen Entwicklungen zu verbessern. Das österreichische Know-How wird sehr gerne angenommen, es besteht auch sehr großes Interesse an einem gemeinsamen länderübergreifenden Kooperationsprojekt zum Thema Kompostierung und Abfallmanagement.
Nach einem ausgewogenen Mittagessen, bestehend aus einer Variation von Steirerkrapfen, zubereitet von den Donnersbacher Bäuerinnen, präsentierte DI Alfred Pöllinger im Gelände den aktuell laufenden Kompostversuch und führte durch die Stallungen des LFZ.
Zuletzt wurden auch noch die Kompostanlagen in der Gemeinde Irdning und die Anlagen des Abfallwirtschaftsverbandes Liezen genau unter die Lupe genommen. Die Führung durch die High-Tech Anlage in Liezen wurde von Dietmar Krauss und durchgeführt, sie ist im Vergleich zu Aich-Assach um einige Dimensionen größer und nach dem neuesten Stand der Technik ausgestattet. Die 1a Qualität des Kompostes und das systematische Abfallverwertungssystem inklusiver elektronischer Überwachungsanlage der Prozessabläufe beeindruckte die italienische Delegation. Martina Marchner erklärte dazu noch die didaktischen Aufgaben zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und Umwelt. Mülltrennung und Kompostierung werden mit den Kindern aller Bildungsstufen mit viel Spaß und innovativen Ideen zum „Selber anfassen“ umgesetzt.

Das dreitägige bilaterale Treffen zwischen den zwei Ländern Österreich und Italien (Regionen Abruzzien und Ennstal) war ein wichtiger Beitrag für das Netzwerk „Nachhaltige Forschung, Bildung und Praxis im Ländlichen Raum“ und die Entwicklung neuer zukunftsträchtiger Kooperationsprojekte.

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