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kuhhandel 2018

Im Rahmen der „Raumberger Zukunftsgespräche“ fand am 15.10. im Grimmingsaal der HBLFA Raumberg-Gumpenstein eine hoch interessante, gut besuchte Veranstaltung statt. Die vom „Welthaus der Diözese Graz Seckau“ initiierte – und von der HBLFA, der Klima- und Energieregion Gröbming und der Landjugend mitveranstaltete - Podiumsdiskussion mit Impulsreferaten widmete sich den Folgen der industriellen Landwirtschaft in Argentinien und den nachhaltigen Alternativen dazu in Argentinien ebenso wie in Österreich und Europa. Moderiert wurde der Abend von Forschungsdirektor Dr. Johann Gasteiner.

 

 

Der besondere Gast aus Argentinien „Juan Carlos Figueredo“ arbeitet in der Geschäftsführung von INCUPO – einer Organisation, die sich für nachhaltige Entwicklung und die Einforderung der Landrechte von indigenen Gemeinschaften einsetzt. In seinem verstörenden Referat führte er aus, dass in Argentinien mittlerweile 80 Prozent des kultivierten Landes in den Händen von Investitionsfonds mit internationalem Kapital liegt, die tausende Hektar Land pachten und darauf gewinnorientiert und unter hohem Einsatz von Herbiziden und Pestiziden wie Glyphosat Soja oder Weizen für den Export produzieren. Den Kleinbauern bleibt gerade mal 17 Prozent der Fläche für die Produktion der Nahrungsmittel für die einheimische Bevölkerung. Mittlerweile wird die Ernährungsunsicherheit in Argentininien im UNO Report als sehr ernst eingestuft, 40 Prozent der Bevölkerung sind von Armut betroffen. Dass die Kleinbauern häufig gewaltsam von ihrem Land vertrieben werden, zeigte er anhand von schockierenden Bildern von delogierten Menschen, am 12.Oktober wurde sogar ein indigener Bauer, der für sein Land kämpft, von der Polizei angezündet und erlitt schwerste Verbrennungen, Menschenrechte werden generell auf das Gröbste verletzt.

Dr. Thomas Guggenberger von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein lud zu einem Gedankenexperiment ein und zeigte auf, dass die Fleischversorgung der österreicheichischen Bevölkerung auch autark – ohne Importe – funktionieren könnte.

Andreas Bischof, Agrarreferent der Landjugend und selbst Landwirt, mahnte ein, dass die Bauern die Werbung für ihre Produkte viel zu lang dem Handel überlassen haben und wieder mehr Verantwortung für die Vermarktung der Lebensmittel übernehmen sollten.

Mag. Christoph Haller, Tierarzt, Landwirt und Rindfleischproduzent mit autarker Energie- und Futtermittelversorgung, zeigte auf, wie man nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich wirtschaften kann. Als nächstes Projekt plant der Unternehmer ein Restaurant mit eigenen Produkten und einem Angebot der kulinarischen Vielfalt.

Ernst Nussbaumer von der Klima- und Energieregion Gröbming erzählte von seiner Bewusstseinsbildungsarbeit in Form Schulprojekten und interessanten Filmen zum Thema Nachthaltigkeit in der Region und ermutigte die ZuhörerInnen das Gehörte hinauszutragen.

In der anschließenden Podiumdiskussion mit reger Beteiligung aus dem Publikum wurde klar, dass die Stärkung der regionalen Landwirtschaft hier und dort höchste Priorität hat und diesbezüglich ein Austausch von Wissen und Know-how wichtig ist. Selbstverantwortung der Bauern ist dabei ebenso gefragt wie das ethische Bewusstsein in der Bevölkerung gemäß einer Weisheit der indigenen Völker: „Was wir Mutter Erde antun, tun wir uns selber an!“

Bericht: Birgit Lesjak-Ladstätter