Sie benutzen eine uralte Version von Microsofts InternetExplorer.
Diese Version wird von unserer Website nicht mehr unterstützt.
Bitte aktualisieren Sie Ihren InternetExplorer oder wechseln Sie zu einem anderen modernen Browser.

11 2012 vft 1
Eine vorrangig auf das Merkmal Milchleistung ausgerichtete Züchtung darf nicht mehr ohne gleichzeitige Berücksichtigung der Futteraufnahme erfolgen! Dies war eine der zentralen Aussagen des Referates von Prof. H. Martens, langjährigem Vorsitzenden der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie GfE, bei der 39. Viehwirtschaftlichen Fachtagung am Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein.

Aufgrund der Leistungsentwicklung der letzten Jahrzehnte ist die zu Laktationsbeginn auftretende negative Energiebilanz immer größer geworden und von längerer Dauer. Neben diesem Parameter ist für die Gesundheit der Milchkühe ein optimal funktionierender Pansen ausschlaggebend. Diesen Aspekt – Pansenstoffwechsel und –gesundheit  bei der Fütterung von Hochleistungskühen – arbeitete Prof. Q. Zebeli vom Institut für Tierernährung der Veterinärmedizinischen Universität Wien in seinem Beitrag eindrucksvoll heraus. Dass auch mit der Wahl einer geeigneten Kraftfutterzusammensetzung die Nährstoffumsetzungen im Pansen, und damit die Leistung in großem Maße positiv beeinflusst werden können, präsentierte der Organisator der Veranstaltung Univ.-Doz. Dr. L. Gruber anhand von Forschungsergebnissen aus dem Institut für Nutztierforschung des LFZ.

Es fällt schwer, alle Highlights dieser hochkarätigen Weiterbildungsveranstaltung beim Namen zu nennen: Zum Themenbereich standortangepasste optimale Grünlandbewirtschaftung referierten Dr. M. Diepolder von der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Bayern und Univ.-Doz. Dr. E.M. Pötsch. In einem weiteren Beitragsblock wurde die zunehmende Automatisierung in Milchviehbetrieben anhand des Beispiels automatischer Melksysteme thematisiert. Priv.-Doz. Dr. L. Kirner warnte davor, „strategische Lücken“ bei der Betriebsentwicklung im Hinblick auf den Wegfall der Milchquote entstehen zu lassen. Wie die Umsetzung von individuellen Strategien aussehen kann, wurde ergänzend von den Landwirten M. Pendl und DI J. Lackner dargestellt. Worauf man als Betriebsführer im Herdenmanagement bei wachsenden Bestandsgrößen besonders achten muss, erläuterte DI A. Pelzer von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Um bei den enormen An- und Herausforderungen der Zukunft nicht die Lebensqualität aus den Augen zu verlieren, rundete Frau Christine Hackl, Trainerin für Wirtschafts- und Sozialkompetenzen und systemischer Coach, mit einem „etwas anderen“ Beitrag die 39. Viehwirtschaftliche Fachtagung erfolgreich ab. Manuskripte, Präsentationen und Fotos stehen auf der Homepage des LFZ Raumberg-Gumpenstein zum Download - Viehwirtschaftstagung 2012 - zur Verfügung.